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So steht's wirklich um unser WM-Quartier

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Schöne Fassade –und dahinter? Das Velmore Grand © dpa

Pretoria - Zuletzt hat es jede Menge Wirbel um das WM-Quartier der Deutschen gegeben. Wie ist die Lage wirklich? Die tz war vor Ort - und fand einige Mängel.

Alles nur ein Sturm im Wasserglas? Die zuständige Provinzregierung hatte am Dienstag erklärt, dass das südafrikanische WM-Quartier des DFB, Velmore Grand, illegal errichtet worden sei und es daher Probleme mit der Bewachung durch die südafrikanische Polizei geben könnte. Alarmgeschichten waren die Folge. Am Donnerstag dann die vorläufige Entwarnung. „Wir bleiben ganz gelassen und sind sicher, dass wir am 7. Juni wie geplant unser WM-Quartier beziehen können“, sprach DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Doch was erwartet die Nationalmannschaft im Velmore Grand? Die tz hat das Hotel vor den Toren Pretorias vor zwei Wochen besucht. Der erste Eindruck: wenig beeindruckend…

Mangel eins: der Fortschritt. Noch immer wird an der riesigen Anlage herumgewerkelt. Vor dem Stahltor stopfen Bauarbeiter Löcher in der Mauer, zudem gibt es auf dem Gelände immer noch jede Menge Brachland. Von Seiten des Hotels war ma

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Irgendwo im Nirgendwo: tz-Reporter Knippenkötter beim Telefonieren vor dem deutschen Quartier

n beim Besuch des tz-Reporters nicht besonders bemüht, die Entwicklung in der Anlage hervorzuheben. Der Sicherheitsmann an der Pforte wollte die Gäste aus Deutschland nicht einmal durchlassen, verlangte die Ausweisnummer und den Grund des Besuchs. Hoteldirektor Heinz Mulder war auf Nachfrage ebenfalls kurz angebunden. „Bitte fotografieren Sie nicht. Ich möchte auch nichts sagen“, erklärte er und schob eine entschuldigende Geste hinterher.

Mangel zwei: der Service! Das Personal im Hotel-Restaurant schien beim Lunch überfordert, stand sich selbst im Weg. Nicht einmal das Besteck war richtig sauber, eine Zahlung mit Kreditkarte nicht möglich. Da sollte sich was tun im Fünf-Sterne-Bau…

Mangel drei: die Lage! Das Hotel liegt weit ab der Hauptstadt zwischen großen Feldern und durch Elektrozäune abgetrennten Gründstücken. Die einzige Straße ist nicht besonders breit – und mit Schlaglöchern übersät. Ist so ein entspanntes Ankommen an den jeweiligen Spielstätten möglich?

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Und so macht man’s richtig:

Ausnahmsweise machen uns die Engländer beim Fußball mal was vor. Fabio Capello & Co. lassen sich ab Anfang Juni in einem wahren Palast in Rustenburg nieder. Zum ersten Spiel gegen die USA sind es fünf Autominuten ins Royal Bafokeng Stadium. Und zur Vorbereitung stehen fünf Plätze der besten Kategorie zur Verfügung. „Laut Fifa gibt es derzeit auf der ganzen Welt keinen besseren Rasen als den hier in Rustenburg“, sagt Martin Bekker, Manager des Hotels. „Ich kann mir nicht erklären, warum im Velmore-Hotel so wenig auf die Presse eingegangen wird. Ich habe hier seit einigen Monaten viele Führungen gemacht. Alle wollte sehen, wo Wayne Rooney leben wird, wie groß das Bett von Peter Crouch ist“, so Bekker. „Natürlich darf es nicht zu viel werden. Aber darauf achten wir schon.“ Und so bekam auch die tz einen Einblick in die Zimmer. „Über den Flatscreen-Fernseher kann Fabio Capello den Spieler Nachrichten schicken, wie: ‚Um 17 Uhr Treffen zum Training’ oder so etwas. Zudem gibt es Bewegungsmelder am Boden. Wenn die Spieler nachts zur Toilette müssen, geht ein kleines Licht an. So fällt niemand hin“, sagt Bekker stolz.

Michael Knippenkötter

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