tz.de listet Kosten auf

Das Retro-Trikot für die WM: Warum kostet das Stück Stoff so viel?

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Schick, aber teuer: Bayern-Verteidiger Mats Hummels mit dem neuen WM-Trikot für Deutschland. 

Schon seit Jahren macht sich der Trend auch im Geldbeutel bemerkbar - die Trikots werden immer teurer. Doch wer verdient an dem Stück Stoff am meisten und sind die Kosten gerechtfertigt? Die tz klärt auf. 

München - Das Christkind wird dieses Jahr wieder mal einen Abstecher nach Herzogenaurach machen dürfen, soviel steht fest. Am Dienstag wurde nämlich das brandneue WM-Trikot der Nationalelf in Berlin offiziell vorgestellt, das bei den Länderspielen des Weltmeisters am Freitag in England und am Dienstag gegen Frankreich erstmals zum Einsatz kommen dürfte. Für die Kids (und Erwachsenen) in der Republik heißt das: Das weiße Leiberl im Retro-Look mit den vier Sternen kommt selbstverständlich mit auf den Wunschzettel. Nur: Für den bärtigen Mann am Nordpol dürfte das Ganze eine durchaus teure Angelegenheit werden, schließlich kostet das Trikot dasselbe wie das aktuelle FCB-Hemd: 89,95 Euro. Eine Handvoll Geld für ein Stück Polyester. Doch wohin fließt das viele Geld?

Toni Kroos, Mesut Özil und Mats Hummels.

WM Trikot 2018: Wer profitiert am meisten?

Der Volksmund ist in dieser Frage ganz verschiedener Ansicht. So gut wie ein Drittel der Deutschen denkt, dass der Hersteller Adidas den größten Anteil einstreicht, rund ein Viertel glaubt, der DFB würde für die Lizenz am meisten verdienen. Die Realität sieht anders aus: Der größte Profiteur ist der Einzelhandel mit einer Handelsspanne von 44,4 Prozent des Gesamtpreises, in diesem Fall also 39,94 Euro. An zweiter Stelle kommt bereits der Anteil für den Hersteller Adidas (18,7 Prozent), und erst nach Steuern (16 Prozent) sowie Herstellungs- und Transportkosten (9,7 Prozent) ist an fünfter Stelle der DFB aufzuführen, der für die Lizenzierung der Trikots lediglich sechs Prozent des Verkaufspreises einheimst. Macht also 5,10 Euro pro Dress für den Verband. Die restlichen 5,2 Prozent entfallen auf Marketing und Vertrieb.

WM Trikot 2018: Das wird das Christkind freuen

Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis. Das Stück Stoff, das sich vor zwei Jahren weltweit drei Millionen Mal verkaufte, kostet in der Herstellung weniger als ein Zehntel von dem, was man dafür auf den Ladentisch legt: knappe zehn Euro. Vorausgesetzt, man leistet sich das Basismodell ohne großen Schnickschnack. Der DFB bietet heuer nämlich auch noch eine Luxusversion an, das sogenannte „Authentic-Trikot“, das laut Beschreibung identisch mit der Ausrüstung der Spieler ist. Thermodruck-Logo und FIFA-Abzeichen inklusive macht das schlappe 129,95 Euro, samt Flock sogar 144,95 Euro. Das Christkind wird’s freuen…

Sehen Sie im Video: Neues DFB-Team-Trikot: Adidas revolutioniert Brustnummern

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