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„Woche der Leidenschaft“: Italien zittert vor WM-Playoffs

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Roberto Mancini
Muss mit Europameister Italien in den WM-Playoffs ran: Roberto Mancini. © Gregorio Borgia/AP/dpa

Diesen Nervenkitzel wollte sich Italien eigentlich ersparen. Nun müssen die Azzurri in zwei K.o.-Partien um ihr WM-Ticket für Katar kämpfen. Trainer Mancini gibt sich vor dem ersten Duell optimistisch.

Rom - An das Scheitern will Roberto Mancini gar nicht erst denken - kein Wunder, es wäre ein historischer Tiefpunkt für die so stolze Fußball-Nation Italien.

„Ich habe nur Szenario A im Kopf“, sagte der Nationaltrainer vor dem ersten Teil des Playoff-Showdowns um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Winter in Katar. Variante A, das ist ein Sieg im ersten K.o.-Duell am Donnerstag (20.45 Uhr) daheim in Palermo gegen Außenseiter Nordmazedonien. Die wohl deutlich heftigere Aufgabe wartet danach im Playoff-Finale auswärts beim Sieger der Partie zwischen Portugal und der Türkei.

Wie gern hätte sich Europameister Italien diesen Nervenkitzel erspart. Zumal über den Azzurri die bösen Fußball-Geister von 2017 schweben, als das Playoff-Duell mit Schweden verpatzt worden war und Italien bei der WM in Russland zuschauen musste. Ein zweites Weltturnier nacheinander ohne den viermaligen Champion? Was für eine Blamage! „Wir können es uns nicht leisten, die WM zu verpassen“, sagte Mittelfeldspieler Marco Verratti.

Aber allzu negative Gedanken wollen die Italiener ausblenden. Dass es unter den Tifosi, Experten oder Funktionären in dem Land nur so vor Schwarzmalern wimmelt, das solle nun keine Rolle spielen.

„Wir wollen Weltmeister werden“

Mancini lächelt entsprechende Fragen immer wieder einfach weg und streut stattdessen mutige Ansagen ein. „Wir wollen Weltmeister werden“, sagte er zum Wochenbeginn, nachdem er sein Team in der Toskana versammelt hatte. „Wir wollen zur WM fahren, um sie zu gewinnen. Ich bin zuversichtlich. Ich weiß, dass ich gute Spieler habe, Profis, die aus dem Nichts den EM-Erfolg geschafft haben.“

Allerdings sind nicht alle seiner Wembley-Triumphatoren wieder dabei, vor allem in der Defensive muss Italien gegen Nordmazedonien - den 67. der FIFA-Weltrangliste - improvisieren und wohl auf die komplette A-Viererkette verzichten. Kapitän Giorgio Chiellini ist angeschlagen und fraglich für Donnerstag, Nebenmann Leonardo Bonucci kann frühestens im erhofften zweiten Match in der Türkei oder in Portugal dabei sein. Giovanni Di Lorenzo und Lorenzo Spinazzola sind verletzt.

Dass darüber hinaus im Angriff Federico Chiesa verletzt fehlt und Spieler wie Lorenzo Insigne oder Nicolò Barella nicht topfit sind, schmälert die Chancen auf den Erfolg gegen Nordmazedonien weiter.

Mancini fordert Leidenschaft

All das soll in den K.o.-Partien nicht als Ausrede gelten, die Italiener wissen um ihre Qualität auch ohne die Leistungsträger. Vermutlich werden ohnehin Wille und Aufopferungsbereitschaft mehr zählen als die fußballerische Klasse. „Italien hat in den schwierigsten Momenten immer gezeigt, dass es aufstehen kann. Das ist unsere Aufgabe“, forderte Verratti von sich und seinen Kollegen.

Mancini will eine „Woche der Leidenschaft“ sehen. Das Stadion Renzo Barbera in Palermo ist mit 31.000 Zuschauern ausverkauft.

In Sizilien geht es um nicht weniger als die Zukunft von Italiens Fußballs, so sehen das die Experten in dem Mittelmeerland. Nachdem vor gut acht Monaten der EM-Triumph in London eine ganze Sportnation in Ekstase versetzt hatte und Italien plötzlich mit schönem Spiel und mutigem Auftreten verzückte, droht nun der ganz tiefe Fall.

Dass die italienischen Vereine längst nicht mehr zur Elite in Europa gehören, das zeigte sich in diesem Jahr. In der Champions League ist im Viertelfinale kein Serie-A-Verein mehr dabei; Atalanta Bergamo in der Europa League (nun gegen RB Leipzig) und der AS Rom in der Conference League sind die letzten verbliebenen Italiener. Interne Querelen im italienischen Verband und immer wieder Rassismus-Eklats in den Stadien treffen den Fußball auch abseits des Sportlichen.

Ein Erfolg von Mancinis Nationalmannschaft soll deshalb wieder für positive Nachrichten sorgen. Zumindest der Coach ist optimistisch. dpa

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