Wölfe nach Blamage sprachlos: Maulkorb!

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Felix Magath

Leipzig - Als sich der VfL Wolfsburg im DFB-Pokal bis auf die Knochen blamiert hatte, war selbst Felix Magath ratlos - und verpasste seinen Spielern einen Mailkorb.

Nach dem 2:3 beim Fußball-Viertligisten RB Leipzig bemühte sich der mächtige Trainer des Meisters von 2009 sichtlich um Fassung. Mit leiser Stimme suchte Magath nach einer Erklärung für das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals.

“Das ganze Team hat keine Leistung gebracht. Wir waren viel zu weit weg und ohne Konsequenz von der Abwehr bis in den Sturm“, sagte Magath. Die Leipziger hatten es offenbar geahnt und sich schon vor dem Anpfiff über den prominenten Gegner lustig gemacht. Denn in der Innenstadt wurden Taschentücher mit der Aufschrift “Für heulende Wölfe“ verteilt.

Magath: “Ich habe Angst“

Magath hatte jedenfalls die Nase voll. “Ich habe Angst. Ich habe keine Abwehr gesehen“, sagte der Coach. Eine Woche vor dem Bundesliga-Start geht beim VfL schon wieder das Wort Krise um. Dabei war Wolfsburg nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Spielzeit mit dem vollmundigen Ziel Titelgewinn in die Pokalsaison gestartet.

Nicht nur die drei Gegentore von Daniel Frahn, sondern dazu die etlichen großen Chancen der Leipziger schlugen Magath auf den Magen. Seinen Spielern verpasste er nach dem Schlusspfiff einen Maulkorb. Man dürfe nichts sagen, erklärte ein VfL-Profi auf dem Weg zum Bus. Kapitän Marcel Schäfer hatte zuvor vor den TV-Kameras noch deutliche Worte gefunden: “Wenn man sich so präsentiert, hat man keine Chance. Wir müssen uns steigern, sonst bekommen wir viele Probleme. Das muss jetzt ziemlich schnell gehen.“

Von Giftgrün bis Königsblau - die Bundesliga-Trikots 2011/12

Aufsteiger FC Augsburg lässt Tobias Werner, Dominic Peitz und Marcel Ndjeng (v.l.) zur Präsentation antreten. © ap
Am blau-weißen Trikot von Aufsteiger Hertha BSC Berlin hat sich nicht allzuviel verändert. © getty
Gladbach-Neuzugang Oscar Wendt scheint sich im blütenweißen Trikot der Borussia wohlzufühlen. © getty
Mit giftig-grüner Trikotfarbe tritt der Meister von 2009 an, der VfL Wolfsburg. © dapd
Für Klaas-Jan Huntelaar und Schalke 04 hat sich an der Trikotfarbe nichts geändert: königsblau. © getty
Marko Marin trägt den klassisch grünen Dress von Werder Bremen. © getty
Neuer Mann, neue Arbeitskleidung: William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart. © dpa
Die in weißem Grundton mit dezenten blauen Längsstreifen gehaltene Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech. © dapd
Die Laune des kölschen Prinzen Lukas Podolski kann nur wenig verderben - erst recht nicht das strahlend weiße Jersey des 1. FC Köln. © getty
Der SC Freiburg vertraut auf ein rot-schwarzes Streifenmuster. © dpa
David Jarolim in der dem Trikotsponsor des Hamburger SV angepassten Pose. © getty
Das erneut in Bordeauxrot gefärbte Trikot des 1. FC Kaiserslautern gefällt auch Neuzugang Richard Sukuta-Pasu. © getty
Der "Club " aus Nürnberg präsentiert abgesetzte Querstreifen auf der Brust. © dpa
Rot ist die dominierende Farbe des Mainzer Trikots, hier vorgeführt von neuzugang Zoltan Stieber. © getty
Steht auch verletzten Spielern ganz gut: das neue Jersey von Hannover 96. © ap
Rot und Gold sind die Farben des neuen Bayern-Trikots. © dpa
Lars Bender trägt das schwarz-rot gehaltene Jersey von Bayer Leverkusen. © getty
Shinji Kagawa präsentiert das neue Trikot des amtierenden Meisters Borssia Dortmund. © getty

Wacklige Abwehr, hohe Fehlpassquote

Dass dem VfL die Zeit davonläuft, weiß auch Magath. Doch was sich in den 90 Minuten auf dem Leipziger Rasen abspielte, wird kaum binnen einer Woche zu reparieren sein. Die Abwehr wirkte amateurhaft, den Innenverteidigern Simon Kjaer und Marco Russ fehlte jegliche Erstligareife.

Im Mittelfeld reihten sich die Fehlpässe aneinander, die Chancenverwertung war trotz der Tore von Srdjan Lakic und Hasan Salihamidzic unterdurchschnittlich. Bis auf Christian Träsch und Lakic fehlte den Zugängen noch jegliche Bindung zum Spiel.

Außerdem muss sich Magath Kritik an seiner Personalpolitik gefallen lassen. Erst ließ er den Japaner Makoto Hasebe als Spielmacher auflaufen. Nach nur 30 Minuten beorderte er den überforderten Hasebe ins defensive Mittelfeld und brachte den Türken Tuncay, um diesen dann weitere 30 Minuten später wieder vom Platz zu nehmen. In den letzten Testspielen hatte Tuncay nicht einmal im Kader gestanden.

Gewaltige Lücke auf Spielmacherposition

Magaths Plan, auf die ganz teuren Transfers zu verzichten und mit dem vorhandenen Kader auszukommen, scheint schon eine Woche vor dem Ligastart nicht aufzugehen. Vor allem auf der Position hinter den Spitzen klafft nach der Suspendierung des Brasilianers Diego eine gewaltige Lücke. Doch für Diego gibt es kein Zurück mehr, zur Not verbringt der bis 2014 gebundene Dribbelkünstler die Saison auf der Tribüne.

Hauptsponsor VW wird wohl noch einmal tief in die Tasche greifen müssen, um neben einem Spielmacher auch noch einen weiteren Innenverteidiger von internationalem Format zu holen. Denn eine weitere Saison im Abstiegskampf will sich niemand mehr antun.

ap

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