Was die Sender uns noch zumuten

TV-Kritik: ZDF-Fasching auf Schmusedom

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Olli Kahn und KMH auf Schmusedom.

München - Die Übertragungen der ARD und des ZDF von der EM gehen bei manchem Fernsehzuschauer an die Schmerzgrenze. tz-Kolumnist Jörg Heinrich macht sich Sorgen um die TV-Berichterstattung der nächsten Tage.

Das kann ja mal passieren: Beim Spiel Ukraine - Schweden erkannte der versierte ZDF-Leichtathletikreporter Poschmann in der Schlussphase messerscharf, dass Ukraine-Trainer Oleg Blochin jetzt das Unentschieden über die Zeit retten will. Dass Blochins Ukrainer zu diesem Zeitpunkt 2:1 führten, war zwar unglücklich, darf aber keinesfalls Poschi angelastet werden. Was kann der Reporter dafür, wie es steht?

Gewählt: Die beliebtesten Sport-Kommentatoren

Rund 2.500 Stimmen sind bei der Wahl zum beliebtesten Sport-Kommentator auf tz-online eingegangen. Klicken Sie sich durch die Top 15 (die fehlenden Prozentzahlen zu 100 % entfielen auf die fünf anderen von der Redaktion nominierten sowie auf andere Kommentatoren) © dpa
15. Steffen Simon 0,6 % © Getty
14. Jörg Dahlmann 0,7 % © Getty
13. Matthias Stach 0,8 % © Eurosport
12. Uwe Morawe 0,8 % © Sport1
11. Florian König 1,0 % © dapd
10. Ulli Potofski 1,4 % © Getty
9. Thomas Herrmann 1,5 % © Sport1
8. Tom Bayer 1,9 % © Getty
7. Hansi Küpper 2,8 % © LIGA total!
6. Tom Bartels 3,3 % © dapd
5. Kai Dittmann 5,3 % © Getty
4. Béla Réthy 6,4 % © Getty
3. Fritz von Thurn und Taxis 9,7 % © dpa
2. Marcel Reif 12,9 % © Getty
1. Wolff-Christoph Fuss 41,8 % © dapd

Dass Schrei-Poschmann, der größte Plärrer außerhalb Nürnbergs, beim Übertragen so laut brüllte („Jeff Chenkooooooooooo!“), dass auf Usedom die ersten Möwen tot vom Himmel fielen, müssen wir ihm dagegen anlasten. Wie soll das nur weitergehen? Hier die TV-Vorschau für die nächsten EM-Tage.

Donnerstag

Mehmet Scholl kritisiert Mario Gomez erneut scharf. Gomez hat gegen Holland zwar zwei Tore geschossen und ein weiteres vorbereitet, war dem ARD-Experten aber dennoch nicht beweglich genug. „Ich hatte zwischendrin Angst, dass man ihn ins Wachsfigurenkabinett von Kiew bringt oder dass er in den Immobilienteil der Zeitung kommt.“

Freitag

Im ZDF überträgt unter dem Motto „Beach, Olle, Ball“ wieder Müller-Hohenstein vom Fußballfasching. Bei der tz erkundigen sich die ersten Leser: „Ist das Umschalten auf Sky eine Alternative für uns Fußballfans?“ Wir raten: Auf jeden Fall! Dort läuft zwar keine EM, aber auch kein Usedom.

TV-Kritik: Warum nicht gleich die Sintflut?

Samstag

Jetzt auch Fischsterben vor Usedom. Naturschützer und Möwenfreunde stürmen die Liveübertragung, fordern die Schließung der Arena. Ihr Kampfruf: „Einmal Möwe, immer Möwe!“ Karl Moik schimpft, dass das Zweite für die EM alle seine Stadl-Ideen geklaut hat.

Dynamit und Furien: Die Spitznamen der 16 EM-Teams

Die Spitznamen der 16 EM-Teams
KROATIEN: „Vatreni“, die Feurigen. Oder: „Kockasti“, die Karierten (entsprechend den rot-weiß karierten Trikots). © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
POLEN: „Bialo-czerwoni“, die Weiß-Roten. Oder: „Kadra“, die Auswahl. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
GRIECHENLAND: „To Piratiko“, das Piratenschiff. Bisweilen auch „Phalanx“. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
DÄNEMARK: „Danish Dynamite“, dänisches Dynamit. Bisweilen wegen Nationaltrainer Morten Olsen auch „Olsenbanden“ (angelehnt an die Olsen-Bande in der gleichnamigen dänischen Krimikomödie) oder „Olsen“s Eleven„ (in Anlehnung an den Film Ocean“s Eleven) © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
IRLAND: „The Boys in Green“, die Jungs in Grün. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
UKRAINE: „Schowto-blakytni“, die Gelb-Blauen. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
ITALIEN: „Squadra Azzurra“, blaue Mannschaft. Oder: „Gli Azzurri“, die Blauen. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
RUSSLAND: „Sbornaja“, die Auswahl. So heißt so ziemlich jede Nationalmannschaft der Russen. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
PORTUGAL: „Seleccao das Quinas Tugas“. Seleccao heißt Auswahl auf Portugiesisch, das Wort Quinas bezeichnet das portugiesische Wappen mit den in Kreuzform gestellten fünf kleinen Schilden im Zentrum. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
FRANKREICH: „Les Bleus“, die Blauen. Bisweilen auch „Equipe Tricolore“, die dreifarbige Mannschaft. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
SCHWEDEN: „Tre Kronor“, für die drei Kronen im Wappen. Oder: „Blågult“, Blau-Gelb. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
TSCHECHIEN: „Narodni tym“, Nationalteam, oder „Reprezentace“, die Vertretung. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
DEUTSCHLAND: Der Deutsche hat keinen Spitznamen für sein liebstes Kind. Im Ausland wird die DFB-Elf oft „Die Mannschaft“ genannt. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
NIEDERLANDE: „Oranje“, bisweilen auch „Elftal“ (für die Mannschaft). Als „Oranjes“ werden in den Niederlanden ausschließlich die Mitglieder des Königshauses bezeichnet. © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
ENGLAND: „Three Lions“, drei Löwen (entsprechend dem Wappen auf dem Trikot). © Getty
Die Spitznamen der 16 EM-Teams
SPANIEN: „La Seleccion“, die Auswahl. Oder: „La Furia Roja“, die Rote Furie. © Getty

Sonntag

Mehmet Scholl ist erneut unzufrieden mit Gomez. Beim rauschenden 7:1 gegen Dänemark schießt Mario zwar drei Tore und bereitet zwei Treffer vor, doch der ARD-Fachmann fordert erstmals öffentlich den Einsatz von Miro Klose. Scholl, der Schelm: „Die UEFA will die Stehplätze in den Stadien ja endgültig abschaffen. Spätestens dann, wenn er nicht mehr stehen darf, hat Gomez ohnehin keine Zukunft im Profifußball.“

Montag

Auf Schmusedom, wo Hohenstein auch heute mit ihrem Elitepartner Oliver turtelt, erklärt KMH noch einmal genau, warum das Bernsteinstadion in Danzig Bernsteinstadion heißt: „Weil es aussieht wie ein riesiger Bernstein.“ Da freut man sich, dass das Stadion nicht aussieht wie ein riesiger Schweinsbraten. The Poschman erklärt beim Stand von 2:2 zwischen Kroatien und Spanien im verhinderten Schweinsbratenstadion, dass Italien das Spiel jetzt kaum mehr gewinnen kann.

Dienstag

Mehmet Scholl ist immer noch unzufrieden mit Super-Mario: „Wenn er sich die Haare rot färbt, könnte Gomez auch als Fliegenpilz gehen, die sind genauso beweglich.“ Und Scholli legt nach: „Angeblich will ihn die ukrainische Telekom verpflichten, als Mobilfunkmast. Groß genug wär’ er ja.“

Jörg Heinrich

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