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Wolf beurlaubt - Lienen ist neuer Trainer beim TSV 1860

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Ewald Lienen ist neuer Trainer beim TSV 1860 München.
Ewald Lienen ist neuer Trainer beim TSV 1860 München. © sampics

München - Ewald Lienen soll als Nachfolger des entlassenen Uwe Wolf den abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München vor dem Absturz in die Drittklassigkeit bewahren.

Am Mittwoch beendeten die “Löwen“ nach neun sieglosen Spielen in Serie das Experiment mit dem erst vor 78 Tagen für Marco Kurz ins Amt beförderten Wolf und setzen nun auf die Erfahrung des 55-jährigen Lienen. “Wir müssen die kurze Zeit bis Sonntag nutzen, um auf dem Trainingsplatz eine positive Stimmung zu erzeugen“, sagte der neue Hoffnungsträger, der in einer zehnminütigen Blitz-Pressekonferenz vorgestellt wurde. Schnurstracks ging es danach sofort auf den Trainingsplatz, wo der UEFA-Cup-Sieger von 1979 den “Löwen“ neue Spielfreude vermitteln wollte.

Nur kurz hatte der im Februar vollzogene Wechsel von Kurz zu Wolf gefruchtet, ehe es bei den “Sechzigern“ wieder zahlreiche Misserfolge hagelte. Nun zog der Club die Notbremse. “Der Relegationsplatz rückt bedrohlich nahe. Jetzt brauchen wir einen erfahrenen und krisenfesten Coach, der unsere Mannschaft durch den mental extrem belastenden Kampf um den Ligaerhalt führt“, sagte “Löwen“-Geschäftsführer Manfred Stoffers. Am Dienstag waren die Münchner bei Schlusslicht Wehen- Wiesbaden nicht über ein blamables 0:0 hinausgekommen und nahmen einen Tag später die zwölfte Entlassung der laufenden Zweitliga- Saison vor.

Lienen soll die kriselnden “Löwen“ in den letzten zwei Spielen gegen Alemannia Aachen und beim 1. FC Nürnberg noch einmal zu (Teil-) Erfolgen führen. Ein Absturz in die Drittklassigkeit hätte für den Traditionsverein, der vertraglich an den FC Bayern und die Allianz Arena gebunden ist, auch katastrophale finanzielle Folgen. “Wir sind heute hier nicht angetreten, um über den Super-Gau zu spekulieren“, schob Lienen Abstiegsszenarien bei Seite. Der 333-malige Bundesliga- Spieler war zuletzt von 2006 bis 2008 Trainer bei Panionios Athen. Als Coach führte er den 1. FC Köln im Jahr 2000 in die Bundesliga. Jetzt soll er bei den Münchnern den Abstieg verhindern. “Jeder weiß, dass das ein Traditionsverein ist, der Weltklasse-Spieler hervorgebracht hat“, erklärte der auch schon in der Bundesliga bei fünf Clubs als Trainer tätige Lienen.

Überrascht zeigte sich der geschasste Wolf, “aber so ist das nun mal im Trainergeschäft“, sagte der Coach, der zum Gegenangriff gegen die Vereinsführung ansetzte. “Ein Trainer ist nur so stark, wie er vom Präsidium gemacht wird.“ Öffentlich sei seine Position nicht gestärkt worden. “Ich sehe die Vereinsführung in der Pflicht, klare Ansagen zu treffen“, erklärte der 41-Jährige. Auf den Magen schlug Wolf die Entlassung jedenfalls nicht. Im “Löwenstüberl“ ließ er sich Leberkäse mit Kartoffelsalat und ein Weißbier schmecken.

Die offizielle Erklärung des Vereins:

Ewald Lienen (55) übernimmt ab sofort das Amt des Cheftrainers bei den Münchner Löwen. Uwe Wolf, der seit der Beurlaubung von Marco Kurz als Interimstrainer fungierte, wurde von seinen Aufgaben freigestellt. Lienens Assistenztrainer wird Abder Ramdane (35).

"Die Lage ist sehr ernst", betont Löwen-Geschäftsführer Manfred Stoffers nach zuletzt neun sieglosen Spielen. "Der Relegationsplatz rückt bedrohlich nahe. Jetzt brauchen wir einen erfahrenen und krisenfesten Coach, der unsere Mannschaft durch den mental extrem belastenden Kampf um den Ligaerhalt führt."

Sportdirektor Miki Stevic bedankte sich bei Uwe Wolf, dass er "den undankbaren Job" des Interimscoachs übernommen und dort aus dem Stand eine Full-Power-Leistung erbracht habe. "Leider hat ihm die kleine Prise Glück gefehlt, die du für den Erfolg brauchst", fügte Stevic hinzu.

Zum neuen Cheftrainer erklärte der Sportdirektor: "Gerne hätte ich Ewald Lienen die Mannschaft zu Beginn der neuen Saison auf einem sicheren Tabellenplatz übergeben. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er in dieser schwierigen Situation zu uns kommt, um uns aus der aktuellen Krise zu helfen."

Ewald Lienen wird um 15 Uhr in einer Pressekonferenz vorgestellt, anschließend wird der 55-jährige Fußballlehrer erstmals das Training der Lizenzspielermannschaft leiten.

mm/tz/dpa

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