Martialische Worte

Zweitliga-Präsident fordert live im TV: „Patriotisch sein, sonst kann man keine Kriege gewinnen“

Aue-Präsident Helge Leonhardt salutiert
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Aue-Präsident Helge Leonhardt grüßt salutierend.

Der Klubchef des Zweitligisten Erzgebirge Aue ist als schillernde Figur bekannt. Nun wählt er drastische Worte, um sein Team zu motivieren. Nicht zum ersten Mal.

Aue – Sportlich macht der FC Erzgebirge Aue derzeit schwierige Zeiten durch. In der 2. Liga liegt der Klub aus Sachsen auf dem letzten Tabellenplatz. Aue ist nach sieben Spieltagen immer noch ohne Sieg und hat lediglich drei Punkte auf dem Konto.

Das gefällt offenbar auch nicht Klub-Boss Helge Leonhardt. Daher wählte der extrovertierte Präsident des Zweitligisten live im TV-Interview bei Sky am Sonntag (19. September) martialische Worte, um sein Team wachzurütteln. „Wir müssen uns patriotisch verhalten“, forderte Leonhardt, „sonst kann man keine Gefechte und Kriege gewinnen.“ Ob man im Sport den Vergleich zum Krieg ziehen sollte, erscheint doch eher fraglich.

Geholfen hat die Wortwahl des Veilchen-Präsidenten allerdings nicht. Aue kassierte eine 1:4-Heimpleite gegen Paderborn. Nach dem Spiel erklärte Leonhardt die Trennung von Trainer Aleksey Shpilevski. Der 33-jährige Coach hatte erst zu Saisonbeginn den Trainerjob übernommen.

2. Liga: Aue-Präsident Helge Leonhardt wollte Mannschaft einst „kasernieren“

Unterdessen war es nicht das erste Mal, dass sich der Aue-Chef derart kriegerisch zu Wort meldet. Auch in der abgelaufenen Saison 2020/21 war Leonhardt mit den Leistungen seiner Truppe alles andere als zufrieden. Im April machte er seinem Unmut Luft: „Ich habe den Eindruck, dass sich eine Wohlfühloase entwickelt. Dem trete ich entgegen, um weiter gierig zu bleiben.“

Und fügte hinzu: „Wenn es hart auf hart kommt, wird die Mannschaft kaserniert, um die Sinne zu schärfen und den Teamgeist wieder zu entwickeln, den wir brauchen.“ Wenige Tage später sprach Leonhardt in der MDR-Sendung „Sport im Osten“ davon, dass man jetzt „raus aus den Sesseln und ran an die Front“ müsse.

Der Aue-Boss gilt als sehr mitteilungsfreudig, auf seinem Twitter-Account ist Leonhardt regelmäßig aktiv. Dort dankt er der Mannschaft des FC Erzgebirge Aue auch schon mal nach einem Sieg auf seine ganz eigene Art. „Danke Männer zum heutigen Sieg. Teamgeist und Ehre waren die Grundlagen. Glück auf, Euer Präsi.“ Regelmäßig ruft er Spieler und Trainerteam zusammen und hält kurze Ansprachen, um seine Jungs zu motivieren.

Neue Spieler oder Trainer werden beim Klub aus der Stadt mit Bergbautradition stets mit dem Satz „Willkommen im Schacht“ begrüßt. Der Präsident von Erzgebirge Aue ist eine schillernde Figur. Ein Klub-Boss, der kein Blatt vor den Mund nimmt und mitreden will. In der vergangenen Saison konnte Aue den Klassenerhalt perfekt machen. Bleibt abzuwarten, ob Leonhardt auch in der laufenden Spielzeit die richtigen Worte findet, um seine Truppe aus dem Tabellenkeller herauszuholen. (kh)

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