Endspiel ums Halbfinale

Die Bad Boys gegen Spanien: „Es geht um Tod und Leben“

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Silvio Heinevetter und Andreas Wolff.

High Noon in Varazdin! Die deutschen Handballer fiebern ihrem Showdown gegen Spanien mit neuem Mut und ganz viel Zuversicht entgegen.

Vor dem Duell ums Halbfinale beschwört der Titelverteidiger den Geist von 2016.

„Natürlich spielt das eine Rolle. Natürlich hat man das positiv im Kopf“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor der Neuauflage des EM-Finals von Polen. „Es ist gut, im Kopf zu haben, dass wir sie auf jeden Fall schlagen können“, sagte Linksaußen Rune Dahmke: „Ich gehe davon aus, dass wir das Spiel gegen Spanien gewinnen.“

Im Kampf um den Halbfinal-Einzug zählt heute (20.30 Uhr/ZDF) in Varazdin nur ein Sieg. Den Rechenschieber können die Schützlinge von Trainer Christian Prokop aber in der Schublade lassen, nachdem gestern sowohl Spanien als auch Mazedonien patzten und dem deutschen Team damit eine Steilvorlage lieferten. Mazedonien vergab beim 24:25 gegen Tschechien in letzter Sekunde einen Siebenmeter, die Iberer waren zuvor beim 26:31 gegen den WM-Dritten Slowenien chancenlos.

Erinnerungen an das EM-Finale

Die Erinnerungen an den 31. Januar 2016 dürften die deutschen Spieler bei ihrer Mission beflügeln. Das rauschhafte Endspiel, in dem Deutschland Spanien keine Chance (24:17) ließ, hat sich aber nicht bloß in ihre Köpfe gebrannt. „Wir werden den Sieg brauchen, Deutschland wird den Sieg brauchen“, sagte Spaniens Gedeon Guardiola von den Rhein-Neckar Löwen. „Es geht um Tod oder Leben.“

Das Turnier in Polen gilt als die Geburtsstunde der Bad Boys, die unter dem damaligen Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit unbändigem Willen und Leidenschaft die Weltspitze aufmischten. Und genau dieser Geist kehrt allmählich zurück. Durch die Nachnominierungen von Abwehrchef Finn Lemke und Dahmke sind inzwischen zehn Europameister von 2016 wieder an Bord.

„Das war vor zwei Jahren ein großer Vorteil“

Neben den positiven Erlebnissen der Vergangenheit spricht der Faktor Zeit für das Team von Bundestrainer Christian Prokop. Keeper Andreas Wolff & Co. konnten vor dem Hauptrunden-Finale zwei Tage regenerieren, Spanien musste am Dienstagabend noch gegen Slowenien ran. „Das kann sehr wichtig sein. Jede Stunde Erholung, die man mitnehmen kann, ist wichtig“, sagte Torhüter Wolff.

Ähnlich sieht es Kapitän Uwe Gensheimer. „Vor zwei Jahren war es auch ein großer Vorteil. Man konnte dann vielleicht ein paar Prozentpunkte mehr reinlegen in das letzte Spiel. Darauf bauen wir natürlich, dass es für uns auch diesmal ein Vorteil wird“, sagte der Linksaußen. 2016 war die Ausgangsposition vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag tatsächlich die gleiche - damals warf die deutsche Mannschaft nach zwei Tagen Pause überraschend Dänemark aus dem Turnier.

tz

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