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Handball-EM: DHB-Team nach Corona-Schock in Alarmbereitschaft - Sonderregel verhindert Turnier-Aus

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Von: Christoph Klaucke

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Deutschland muss bei der Handball-EM vorerst auf Julius Kühn verzichten. Dessen Corona-Befund bedeutet aber nicht sein Turnier-Aus - dank einer Sonderregel.

Bratislava - Deutschland trifft bei der Handball-EM am Sonntagabend (18 Uhr, auf tz.de im Live-Ticker) im zweiten Gruppenspiel auf Österreich. Die Vorbereitung auf das Nachbarschaftsduell bei der Europameisterschaft wurde im deutschen Lager jedoch vom ersten Corona-Fall überschattet. Julius Kühn hat sich mit dem Coronavirus infiziert und fällt die nächsten beiden sicher Partien aus. Doch danach könnte der Rückraumspieler von der MT Melsungen schon sein Comeback bei der Handball-EM geben - eine kurzfristig geänderte Sonderregel macht‘s möglich. Dennoch sind die Sorgen beim DHB-Team groß.

Handball-EM: DHB-Team beklagt ersten Corona-Fall - Kühn in Quarantäne-Hotel

"Ich hoffe, dass ich möglichst bald wieder zum Team zurückkehren und das Turnier fortsetzen kann", sagte Kühn, der in ein Quarantäne-Hotel in Bratislava umziehen musste. Kühn fällt bei der EM mindestens für den Rest der Vorrunde aus. Mit seinem positiven Befund hat das Coronavirus nun auch das deutsche Team erreicht - und die DHB-Auswahl in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Nach Bekanntwerden des Falls am Samstagabend wurden alle übrigen Akteure umgehend in ihre Einzelzimmer geschickt, die Schnelltests am Sonntagmorgen fielen durchweg negativ aus.

Auch bei Kühn, der bereits seine Booster-Impfung erhalten hat, hatte ein solcher Schnelltest nicht angeschlagen. Noch am Nachmittag hatte der Rückraumspieler der MT Melsungen, der beim 33:29-Auftakterfolg gegen Belarus mit sechs Treffern zu den besten Torschützen zählte, das Abschlusstraining des DHB-Teams vor dem Duell mit Österreich absolviert. Doch das Ergebnis einer PCR-Testung fiel positiv aus.

"Wir hoffen, dass Julius jetzt nicht noch erkrankt", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Der im positiven Testergebnis ermittelte CT-Wert Kühns deute laut DHB auf eine geringe Infektiosität hin. Der 2016er-Europameister war zunächst symptomfrei.

DHB-Rückraumspieler Julius Kühn hat Corona - trotzdem winkt ein Comeback bei der Handball-EM.
DHB-Rückraumspieler Julius Kühn hat Corona - trotzdem winkt ein Comeback bei der Handball-EM. © Stanko Gruden/Imago

Handball-EM: Kühn winkt nach Corona-Infektion schnelles Comeback - Sonderregel macht‘s möglich

Kühns positiver Befund ist nicht gleichbedeutend mit dessen EM-Aus. Weil die Europäische Handball-Föderation (EHF) die verpflichtende Quarantäne positiv getesteter Spieler kurz vor dem Turnier bei Vorlage von zwei negativen PCR-Tests von 14 auf 5 Tage verkürzte, darf Kühn - bei sportlicher Qualifikation - auf eine Rückkehr in der Hauptrunde hoffen.

Nach dem Ausfall Kühns beorderte Bundestrainer Alfred Gislason kurzerhand Hendrik Wagner in die Slowakei. Der Rückraumspieler vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen trat am Sonntag die Reise nach Bratislava an und könnte schon im abschließenden DHB-Vorrundenspiel am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Polen zum Einsatz kommen.

Gislason hatte noch am Samstagvormittag gesagt, er sei „sehr gespannt, wie wir durchkommen. Wir versuchen, uns darauf zu konzentrieren, dass wir aufpassen und keine Fälle haben. Denn das kann schon wichtig für den weiteren Turnierverlauf sein.“ Wenige Stunden später folgte das positive Testergebnis bei Kühn. Aus deutscher Sicht bleibt nur zu hoffen, dass es der erste und letzte Corona-Fall bei diesem Turnier war. (ck/sid)

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