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„Wahnsinn ohne Vorankündigung“: Handball-Nationalspieler Häfner über das Corona-Chaos bei der EM

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Das DHB-Team trifft zum EM-Auftakt in Bratislava auf Belarus. Die Aufnahme zeigt Nationalspieler Kai Häfner (MT Melsungen) im Vorbereitungsspiel Anfang Januar gegen Frankreich.
Das DHB-Team trifft zum EM-Auftakt in Bratislava auf Belarus. Die Aufnahme zeigt Nationalspieler Kai Häfner (MT Melsungen) im Vorbereitungsspiel Anfang Januar gegen Frankreich. © Tilo Wiedensohler/Imago Images

Die Handball-EM in Ungarn und der Slowakei steht ganz im Zeichen von Corona. Nationalspieler Kai Häfner erklärt, wie schwierig die Lage für die Profis ist.

Update vom 15. Januar 2022: Nach dem Auftaktsieg von Deutschland gegen Belarus bei der Handball-EM gab es auch von der ARD eine gute Nachricht.

München - Eine Handball-EM mitten in der Pandemie: Besonders für die Spieler ist das Turnier in Ungarn und in der Slowakei ein Risiko. So sieht es auch der deutsche Rückraum-Routinier Kai Häfner.

„Aktuell kannst du es einfach nicht riskieren, irgendwelche Dinge zu unternehmen“, so Häfner gegenüber watson.de. Das Risiko „schwebe über einem. An gleich drei Punkten. Erstens besteht ganz simpel die Gefahr, dass man sich ansteckt. Oder ein Mitspieler. Und jeder Infizierte wirft dann von jetzt auf gleich innerhalb der Mannschaft alles durcheinander. Der Wahnsinn beginnt dann quasi ohne Vorankündigung.“

Handball-EM: Kai Häfner verbittet sich Kritik an Nationalspielern, die Turnier absagen

Die Euphorie im deutschen Umfeld ist diesmal ungewöhnlich niedrig, auch weil der Kader Corona-bedingt geschwächt ist. Einige Spieler haben ihre Teilnahme wegen der Pandemie abgesagt. Für Häfner verständlich: „Jeder einzelne hat eigene, ganz persönliche Gründe. Und niemand verzichtet gerne auf ein großes Turnier, wir sind alle Spitzensportler. Aber wenn sich jemand zu diesem Schritt entscheidet, dann respektiere ich das.“

Da es nun schon das zweite Turnier unter Pandemiebedingungen sei, wisse man laut Häfner, „worauf man sich einlässt“ – auch wenn es für die Sportler keine angenehme Situation sei. Den größtenteils neuen DHB-Kader menschlich aufeinander abzustimmen, sei aktuell schwierig, so Häfner: „Wenn man nur noch trainiert und im Hotel sitzt, dann fehlen die Dinge, die man als Team gemeinsam macht, um sich auch mal abzulenken oder als Team zusammenzufinden.“

Häfner warnt vor deutscher Gruppe - Frankreichs Superstar „fassungslos“ über Bedingungen

Der deutsche Kader ist schwer einzuschätzen - selbst für Häfner. Er warnt vor der Vorrundengruppe des DHB mit den Gegnern Polen, Belarus und Österreich: „Gegen die Polen haben wir zuletzt nicht gut ausgesehen und die sind ja immer eine gefährliche Mannschaft. Belarus hat eine echte Vollgas-Truppe. Und Österreich war im eigenen Land vor zwei Jahren die große positive Überraschung. Natürlich traue ich uns zu, dass wir da weiterkommen. Das muss unser Anspruch sein. Aber die Gruppe ist tückisch.“

Andere Nationen haben sich „fassungslos“ über die Bedingungen geäußert, wie Frankreichs Superstar Nikola Karabatic. „Wir haben strenge Protokolle befolgt, um uns das Virus nicht einzufangen. Und dann kommen wir hier im Hotel an und bewegen uns unter Gästen, die keine Masken tragen. Wir essen auch an den gleichen Orten.“ Die Franzosen haben ihr Teamhotel in Ungarn, wo es bei den Spielen keine Zuschauerbeschränkungen gibt. In der Slowakei sind nur 25 Prozent der Zuschauer erlaubt, das deutsche Team ist dort untergebracht und mit den Bedingungen zufrieden. (cg)

Die Handball-EM 2022 findet vom 13. bis 30. Januar in Ungarn und der Slowakei statt. Hier erfahren Sie, wann das DHB-Team im Einsatz ist und wo Sie die Partien im TV und Live-Stream verfolgen können.

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