Nationalspieler verzichten freiwillig

Handball-Desaster vor der WM: Große Personalsorgen beim DHB - Revolution bei Übertragung

Alfed Gislason beim Handball-Länderspiel Deutschlands gegen Bosnien-Herzegowina.
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Alfred Gislason könnte angesichts der Personalsituation beim DHB vor der WM 2021 verzweifeln.

Der Deutsche Handballbund muss vor der WM in Ägypten mit einer Absagenflut der Spieler umgehen. Trainer Gislason muss bei der Zusammenstellung seines Kaders kreativ werden.

  • Mehrere Nationalspieler des Deutschen Handballbunds haben sich vor der Weltmeisterschaft 2021 vom Turnier abgemeldet.
  • Einige Profis sorgen sich während der Pandemie um ihre Familien und wollen diese nicht alleine lassen.
  • Unterdessen wird es zu Änderungen in der WM-Übertragung kommen.

München - Eigentlich gilt für Sportler aller Disziplinen, dass nichts über die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft geht. Da es für die Corona-Pandemie allerdings keine Neujahrsgrenze gibt und das Jahr 2021 genau da weitermachen wird, wo 2020 aufgehört hat, befindet sich der Deutsche Handballbund im Hinblick auf die kommende WM in Ägypten vor einer enorm schwierigen Situation.

Der Kader von Bundestrainer Alfred Gislason muss mit immer mehr Absagen umgehen. Tim Suton und Franz Semper werden von Kreuzbandrissen ausgebremst, auch Fabian Wiede kann verletzungsbedingt nicht dabei sein. Darüber hinaus meldeten sich nun vier Profis aufgrund privater Bedenken wegen der Pandemie ab. Patrick Wiencek, Finn Lemke, Steffen Weinhold und Hendrik Pekeler haben familiäre Gründe angegeben.

Handball-WM: Nationalspieler machen sich Sorgen um Familien

„Die allgemeine Entwicklung der Corona-Pandemie mit dem erneuten harten Lockdown macht mir als Familienvater Sorgen. Ich kann meine Frau und meine Töchter in dieser Zeit nicht über vier Wochen allein lassen“, so Pekeler vom THW Kiel im Statement gegenüber dem DHB. Team-Kollege Weinhold schlug ähnliche Töne an: „Ich habe mir diese persönliche Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Aber die Betreuung der eigenen Kinder ist seit dem harten Lockdown gerade in Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, keine leichte Aufgabe.“

Gislason zeigt zwar Verständnis für die Absagen, muss sich jetzt aber neue Ideen für seinen Kader einfallen lassen. „Sportlich schmerzen uns natürlich die weiteren Absagen. Alle haben mir im persönlichen Gespräch ihre Beweggründe erklärt. Dafür habe ich Verständnis, allerdings ergibt sich daraus auch ein klares Bild für unsere weitere Arbeit.“ Er werde nun mit anderen Spielern planen und weiterhin alles investieren, um in Ägypten das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. „Ich sehe das pragmatisch: Jeder Verlust ist auch eine Chance.“ Am Montag wird er seinen 20-köpfigen Kader nominieren.

Handball-WM: Neues Übertragungssystem eingeführt

Die Fans werden sich die Spiele des deutschen Notfall-Aufgebots wie gewohnt in der ARD und im ZDF ansehen können. Darüber hinaus hast sich der Online-Anbieter „Sportdeutschland.TV“ die Rechte gesichert. Dort werden alle 108 Spieler der Weltmeisterschaft, auch die deutschen Mannschaft, live und auf Abruf zur Verfügung stehen. Das wurde gegenüber DWDL.de bestätigt.

Zum ersten Mal wird es bei der Übertragung jedoch ein Bezahlsystem geben. Der Kanal von „DOSB New Media“ bietet nämlich ein Turnierticket an, mit dem man alle Spiele für einen Preis von zehn Euro sehen kann. Einzelspiele sollen 3,50 Euro kosten. „Die Handball-WM der Männer ist der Auftakt in ein ereignisreiches Sportjahr 2021. Wir möchten allen Fans Weltklasse-Handball in hervorragender Qualität bieten“, so Geschäftsführer Björn Beinhauer. (ta)

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