Sexuelle Belästigung? Der Boxer wehrt sich mit Anwalt

Abraham: Kampf gegen Sex-Klage

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„Die Vorwürfe sind völlig haltlos“, sagt IBF-Weltmeister Arthur Abraham zu der Klage wegen sexueller Belästigung, die eine 22-jährige Hotelangestellte angestrengt hat.

Stralsund - Er ist kein Mann der großen Worte: Arthur Abraham steht lieber im Ring.

Dort ist er zu Hause, dort lässt er nichts anbrennen, dort kennt er seine Gegner: Jetzt geht es für ihn außerhalb des Sports um alles – und er muss sich gegen einen schlimmen Vorwurf zur Wehr setzen: Die Staatsanwaltschaft Stralsund erhebt Anklage wegen sexueller Belästigung. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Michael Böhme. Das Amtsgericht Bergen entscheidet nun, ob es die Klage annimmt und ein Verfahren einleitet. Abraham kurz und knapp zur tz: „Ich weise alles scharf zurück. Was soll ich weiter dazu sagen? Ich habe einen Anwalt eingeschaltet.“

Was wird dem 28-Jährigen genau vorgeworfen? Der Fall geht zurück auf den April, als sich Abraham in der Binz­therme auf Rügen auf seinen Rückkampf gegen den Kolumbier Edison Miranda vorbereitete. Eine Hotel-Praktikantin (22), die den Boxer im orientalischen Bad mit Schlamm einrieb, fühlte sich von ihm sexuell belästigt (tz berichtete) – und reichte jetzt die Klage ein. Der Berliner Sauerland-Boxstall weist die Vorwürfe zurück. Sprecher Heiko Mallwitz: „Die Anschuldigungen sind völlig haltlos.“

Abrahams Rechtsvertreter Stefan Taschjian reichte Gegenanzeige wegen Falschverdächtigung ein: „Wir sind ziemlich böse, wenn jemand auf diese Weise Geld von Abraham haben will. Es wird sicherlich eine Einstellung des Verfahrens oder einen glatten Freispruch geben.“

Doch ganz so leicht dürfte dieser Kampf nicht durchzustehen sein: Laut Oberstaatsanwalt Böhme stützt sich die Anklage auf acht Zeugen. Doch Weltmeister-Trainer Ulli Wegner beteuert: „Ich war dabei, da ist nichts passiert.“ Abraham hat jetzt mindestens zwei Wochen Zeit, sich zu äußern. Dann wird entschieden, ob ein Verfahren eröffnet wird. Michael Lüdtke, Richter am Amtsgericht Bergen: „Sollte es dazu kommen, droht nach Paragraph 177 Haft nicht unter einem Jahr, in minderschwerem Fall sind es sechs Monate.“ Bei „günstiger Prognose“ gebe es auch Bewährung.

Abraham will aber schnell Klarheit haben: Am 4. Oktober boxt er gegen den Mexikaner Raul Marquez (36) um die Weltmeisterschaft.

Quelle: tz

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