New England Patriots vs. Philadelphia Eagles

American Football: Regeln, die Sie zum Super Bowl kennen sollten

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Treffen im Super Bowl 2018 aufeinander: Die Quarterbacks Nick Foles und Tom Brady.

Minneapolis - Der Super Bowl 2018 steht bevor. Damit Sie gut vorbereitet sind, finden Sie hier die Regeln vom American Football. Hier gibt's die Erklärung zu Interception, Facemask und Co.

Es ist der 52. Super Bowl, der am 4. Februar 2018 (Ortszeit) im U.S. Bank Stadium in Minneapolis stattfinden wird. Ein Super Bowl, der einmal mehr mit einem altbekannten Namen aufwarten wird: Tom Brady. Der Star-Quarterback, der immerhin schon stolze 40 Jahre alt ist, hat dann die Chance, sich unsterblich zu machen und als einziger Spieler zum sechsten Mal die Vince-Lombardi-Trophy in die Höhe zu recken - und das bei seiner insgesamt achten Super-Bowl-Teilnahme. Nach dem Sieg im AFC-Finale gegen die die ganze Saison über dominierenden Jacksonville Jaguars (24:20) und dem damit einhergehenden Einzug in den Super Bowl LII sagte Brady: "Wir haben uns durchgebissen. Die zweite Halbzeit war großartig, ich bin unglaublich stolz auf dieses Team."

Für sein Pendant bei den Philadelphia Eagles, Quarterback Nick Foles, wird es hingegen der erste Super Bowl sein. Seine Mannschaft hatte im Conference-Championship-Game der National Football Conference ziemlich deutlich gezeigt, wer in der NFC die Hosen an hat. Mit 38:7 gewannen die Eagles gegen die Minnesota Vikings, Nick Foles gelangen dabei drei Touchdown-Pässe.  „Ich kann mich glücklich schätzen, so großartige Mitspieler und Trainer zu haben“, schwärmte Foles nach der Partie. Ob die Eagles diesen Rückenwind auch in den Super Bowl mitnehmen können? Das wird sich am 4. Februar zeigen. Dann wird übrigens kein geringerer als Justin Timberlake in der legendären Halftime-Show des Super Bowls 2018 auftreten. Was in Sachen Werbung zum Super Bowl geboten ist, lesen Sie hier.

Auch dieses Jahr fragen sich viele Football-Neulinge: Welche Regeln gelten eigentlich beim American Football? Was genau passiert da eigentlich auf dem Feld? 

Wir haben die wichtigsten Regeln im American Football zum Start der NFL zusammengefasst und erklären, was es mit Interception, Challenge und Co. auf sich hat - und was bei Strafe verboten ist. Ganz am Ende dieses Artikels finden Sie außerdem ein Video von www.explain-it.tv, in dem Ihnen die Football-Regeln in drei Minuten erklärt werden.

Super Bowl 2018: Die wichtigsten Regeln im American Football

Hinter allen Regeln im Football steht ein Grundgedanke: Im American Football geht es darum, Raum zu gewinnen, um zu punkten. Dafür bleiben den Teams vier Mal 15 Minuten Zeit. Das Spielfeld ist 100 Yards (etwa 91 Meter) lang und 53 Yards (zirka 49 Meter) breit. An beiden Enden befinden sich die sogenannten Endzonen, in denen jeweils ein stimmgabelförmiges Tor steht. Elf Spieler stehen pro Team auf dem Platz. Die einen greifen an (Offense), während die anderen verteidigen (Defense). Die Offense versucht in die Endzone zu gelangen – das gibt Punkte.

Um da hinzukommen, versucht die angreifende Mannschaft ab der Line of Scrimmage (die zeigt den Punkt an, bis wohin sich die Offense bisher vorgekämpft hat) innerhalb von vier Spielzügen 10 Yards zu überwinden. Gelingt ihr das, bekommt sie ab dem erreichten Punkt ein neues "First Down", also wieder vier Chancen, um die nächsten zehn Yards zu knacken. Die Defense versucht natürlich, das neue "First Down" zu verhindern. Wichtig: Hat es die Offense innerhalb dreier Züge nicht geschafft, die zehn Yards zu bewältigen und ist die Endzone noch zu weit weg, entscheidet sie sich dafür, zu "punten" und das Angriffsrecht wird gewechselt. Heißt: der Ball wird so weit wie möglich in die andere Hälfte geschossen ("Punt"), wo er vom Gegner in Empfang genommen wird. Ausnahme: Ist die Offense schon nahe an der Endzone, probiert sie ein "Field Goal". Dafür muss der Football vom Kicker durch die Stangen der "Stimmgabel" gekickt werden. Schafft er das, bekommt das Team drei Punkte. Der Field-Goal-Rekord liegt übrigens bei einer Entfernung von 64 Yards. Geschossen wurde er von Matt Prater, damaliger Kicker der Denver Broncos, wie Sie in folgendem Video sehen können:

Die Defense hat jederzeit die Möglichkeit, den Ball und somit das Angriffsrecht zu erobern. Zum Beispiel durch das Abfangen  eines Passes (Interception). Wie Interceptions ablaufen können, sehen Sie hier.

Doch auch, wenn ein Angreifer den schon fest in den Händen geglaubten Ball verliert oder dieser ihm von einem Defense-Spieler aus den Händen geschlagen wird (Fumble), kann er vom gegnerischen Team erobert werden. Diese Situationen nennen sich "Turnover" - der Ballbesitz ist hiermit sofort gewechselt. Hier einige Beispiele für einen Fumble:

Trägt das Team in Ballbesitz den Ball in die Endzone oder fängt in ihr einen Pass, gibt das sechs Punkte (Touchdown). Nach jedem Touchdown bekommt das Team einen Extrapunkt-Versuch, bei dem es den Ball aus kurzer Distanz durch die Torstangen kicken muss (Extra Point - mittlerweile wird dieser nicht mehr aus 10-Yards-Entfernung, sondern aus 15 Yards gekickt). Optional können sie versuchen, den Ball von der Ein-Yard-Linie aus erneut über die "Goal Line" zu tragen oder zu passen. Das gibt zwei Punkte (Two-Point-Conversion). Das ist aber deutlich riskanter als ein Extrapunkt und wird daher nur in besonderen Fällen (zum Beispiel bei acht Punkten Rückstand vor dem Touchdown) gemacht. So kann eine Two-Point-Conversion aussehen:

Erscheint ein Touchdown unmöglich, probiert das angreifende Team (meistens im vierten Versuch), den Ball durch die Torstangen zu kicken. Gelingt das, gibt das drei Punkte (Field Goal - siehe Video oben).

Football-Regeln: Wissenswertes über American Football

Die Zeit: Die Uhr tickt nicht wie im Fußball ununterbrochen weiter. Sie wird zum Beispiel gestoppt, wenn ein Spieler mit dem Ball ins Aus läuft oder wenn ein Pass nicht gefangen wird (Incomplete Pass).

Time Outs: Jedes Team hat pro Halbzeit (also in zwei Vierteln, den

sogenannten Quartern) drei Mal die Möglichkeit, ein Time Out zu nehmen, um sich zu besprechen und/oder die Zeit anzuhalten.

Gültiger Touchdown: Nicht immer ist ein vermeintlicher Touchdown auch gültig. Steht zum Beispiel ein Spieler bereits in der Endzone und springt in die Luft, um einen Pass zu fangen, muss er mit beiden Beinen wieder in ihr landen - den Ball fest im Griff. Wird der Ball hingegen über die "Goal Line" getragen reicht es, wenn er in der Luft teilweise "über" der Endzone ist. Die Football-Regeln besagen, dass der Spieler diese nicht zwingend erreichen, den Ball aber sicher in der Hand haben muss.

Der Schiri trägt am Gürtel das gelbe Säckchen ("Flag"). Der Trainer hat das rote Challenge-Säckchen griffbereit.


Die Challenge: Kommt einem Trainer eine Schiri-Entscheidung komisch vor, hat er pro Spiel zwei Mal die Möglichkeit, die Entscheidung "herauszufordern" - also überprüfen zu lassen. Dann wirft er ein rotes Säckchen aufs Spielfeld und die Referees treten an, um die strittige Entscheidung via Videobeweis zu klären. Bleiben die Schiedsrichter bei ihrer Entscheidung und geben dem Coach NICHT Recht, wird dem Team ein Time Out gestrichen. Wirft der Trainer sein rotes Säckchen zwei Mal und ihm wird beide Male Recht gegeben, bekommt das Team eine dritte Challenge geschenkt.

Overtime: Steht es nach Ende der beiden Halbzeiten unentschieden, geht es in die Overtime. Diese dauert 15 Minuten. Der Münzwurf entscheidet, welches Team beginnt. Gelingt dem angreifenden Team ein Touchdown, ist das Spiel sofort vorbei. Schafft es "nur" ein Field Goal, darf das andere Team auch noch mal ran.

Schiedsrichter: Da es im American Football unendlich viele Regeln gibt und auf dem Spielfeld viel los ist, stehen gleich sieben Schiedsrichter auf dem Rasen. An ihren Gürteln tragen sie eine gelbe Flagge, die sie im Falle eines Fouls  auf den Rasen werfen.

"Toter" Ball: Schmeißt der Quarterback den Football nach vorne und landet er auf dem Boden (Incomplete Pass), ist der Ball tot und der Spielzug für alle beendet. Anders ist es, wenn der Ball nach hinten geschmissen/gegeben wird. Dann darf er weitergegeben werden - allerdings auch nur nach hinten.

Super Bowl 2018: Daraus besteht ein Football-Team

Generell besteht ein Team aus drei verschiedenen Abteilungen: Dem angreifenden Team (Offense), dem verteidigenden Team (Defense) und dem Special Team (zuständig für Kickoff, Field Goal etc.). Je nach Spielsituation steht immer nur eine Abteilung auf dem Feld.

Offense: 

So könnte eine Aufstellung aussehen. Orange sind die Spieler der Offense, blau die der Defense.

Center (C): Er ist Teil der Offensive-Line (die aus Center, Guards und Tackles besteht) und positioniert sich vorne in der Mitte - direkt vor dem Quarterback. Der Center ist zu Beginn jedes Spielzugs in Besitz des Footballs. Nach der Spielzug-Ansage des Quarterbacks schmeißt er ihn durch seine Beine hindurch nach hinten in dessen Hände - das ist der Auslöser jeden Spielzugs ("Snap").

Quarterback (QB): Er bestimmt die Spielzüge, dirigiert sein Team. Bei jedem Spielzug wird ihm vom Center der Ball nach hinten durch die Beine zugeworfen oder übergeben. Dann übergibt der Quarterback das Ei entweder einem Runningback, wirft ihn zu einem Wide Receiver oder Tight End oder läuft selbst mit dem Ball.

Runningback (RB): Der Runningback – wie der Name sagt – steht ausgangs meistens neben oder hinter dem Quarterback und kämpft sich laufenderweise mit dem Ball durch die Defense. Dieser wird ihm entweder vom Quarterback übergeben, oder über kurze Distanz zugepasst. Lange Pässe fängt der Runningback selten. Ein guter Runningback ist flink und wendig.

Wide Receiver (WR, Passempfänger): Will der Quarterback einen langen Pass nach vorne spielen, sind die Wide Receiver genau die richtigen dafür. Sie positionieren sich an den äußeren Enden der Line of Scrimmage und laufen dann eine spezielle Route, die der Quarterback vorher angesagt hat. Ziel des Passempfängers ist es, den (im Idealfall langen) Pass zu fangen und den Ball in die Endzone zu tragen oder in ihr zu fangen (Touchdown).

Tight End (TE): Er ist das Allroundtalent im Team und stellt sich meist am Rand der Offensive Line auf. Er empfängt Pässe oder kümmert sich um das Blocken der Defense.

Defense (D): 

Die Defense steht der Offense gegenüber und verhindert, dass diese Raum gewinnt. Sie versucht, den Quarterback vor dem Passen zu Boden zu bringen (Sack), Pässe zu verhindern (Incomplete Pass) oder Runningbacks aufzuhalten. Im Idealfall provoziert die Defense durch ihre aggressive Spielweise einen Turnover, fängt also einen Pass ab (Interception) oder verursacht einen Ballverlust (Fumble).

Regeln im Football: Die häufigsten Fouls

Viele denken: American Football ist brutal und es sei alles erlaubt. In der Realität sieht es anders aus – denn unsportliches Verhalten wird dank vieler Regeln im Football geahndet. Zeitstrafen gibt es aber keine und auch Platzverweise kommen nur bei grausamen Fouls vor. Stattdessen wird mit Raumverlust (zwischen fünf und 15 Yards) bestraft. Hier eine Auswahl der häufigsten Fouls:

Festhalten (Holding): Es ist nicht erlaubt, einen Gegner am Körper, Trikot oder Schulterpolster festzuhalten oder zu ziehen.

Tacklen mit dem Helm (Helmet to Helmet): Wer zielgerichtet mit seinem Helm gegen den Helm des Gegners donnert, wird selbst zu ordentlich Raumverlust VERdonnert und eventuell von der NFL nachträglich mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Denn die Verletzungsgefahr dabei ist sehr hoch.

Griff ins Helm-Gitter (Facemask): Auch in der neuen Football-Saison ist es verboten, den Gegner ans Gitter seines Helmes zu greifen oder gar daran zu ziehen.

Unerlaubter Block (Chop Block):  Ein Angriff von vorne auf den Unterleib des Gegners ist tabu.

Unsportliches Verhalten (Unsportsmanlike Conduct): Böse Worte an den Schiedsrichter oder verhöhnende Gesten Richtung Gegner sind nicht erlaubt.

Bestraft wird auch:  

Fehlstart (False Start): Kommt häufig bei der Offense vor. Erst, wenn der Center den Ball zum Quarterback "gesnapt" hat, dürfen sich die Spieler nach vorne bewegen.

Spielverzögerung (Delay of Game): 40 Sekunden hat die Offense Zeit, ihren Spielzug zu starten. Wird diese Zeit überschritten, wird sie bestraft.

Absichtliches "Auf-Den-Boden-Werfen" (Intentional Grounding): Wird der Quarterback so bedrängt, dass er - um den "Sack" zu verhindern - den Ball aus mittlerer Position hinter seiner Offensive-Line (der sogenannten Pocket) vor lauter Panik in eine Richtung wirft, wo keiner seiner Spieler steht, ist das Intentional Grounding und damit unzulässig.

Update vom 15. Januar 2018: Noch sind die NFL-Playoffs im vollen Gange. Alle noch verbleibenden Teams haben nur ein Ziel: der Super Bowl 2018. Wir verraten Ihnen, wie Sie das Mega-Event mit Original-US-Kommentar verfolgen können

Update vom 15. Januar 2018: Wer den Super Bowl bereits ein paar Mal verfolgt hat, der weiß: Die Halbzeit-Show ist fast genauso wichtig wie der sportliche Teil des Abends. Wir verraten Ihnen, wer dieses Jahr auftritt und was Sie in der Pause sonst noch alles erwartet

Merja Schubert

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