Schwergewichtler in Essen angeschossen

Anschlag auf Manuel Charr: Streit unter Boxern?

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Die Polizei geht von einem gezielten Anschlag auf Manuel Charr aus.

Essen - In einem Dönerrestaurant in Essen ist der Kölner Profiboxer Manuel Charr am Mittwoch offenbar nur knapp einem tödlichen Anschlag entgangen. Möglicherweise war das das blutige Ende eine Streits unter Boxern.

Gegen 0.45 Uhr war ein noch unbekannter Täter in den Imbiss gestürmt und hatte auf den 30-Jährigen offenbar gezielt einen einzigen Schuss abgegeben. Das Schwergewicht brach in den Oberkörper getroffen zusammen, der Schütze flüchtete.

Die herbeigerufenen Rettungskräfte versorgten Charr vor Ort, er schien zunächst nicht lebensbedrohlich verletzt. Im Krankenhaus verschlechterte sich der Zustand des Schwergewichts aber plötzlich dramatisch – Notoperation! Erst nach mehreren Stunden konnten die Ärzte Entwarnung geben. Diamond Boy, wie Charr auch genannt wird, ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Allerdings konnte er noch nicht vernommen werden.

Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Schützen. „Wir wissen noch nicht, ob es Hintermänner gibt“, so Polizeisprecher Lars Lindemann am Mittwoch zur tz. Offenbar gehen die Ermittler von einem gezielten Anschlag auf Charr aus. Es wurde eine Mordkommission eingerichtet.

Amateur-Boxer untergetaucht

Auch wenn zu den Hintergründen der Tat noch nichts bekannt ist, gibt es doch Gerüchte über einen Streit, in den der Schwergewichtler verwickelt gewesen sein soll. Laut der Bild-Zeitung hatte sich Amateur-Boxer Youssef A. nach einem kürzlich verlorenen Kampf Charrs über den 30-Jährigen auf Facebook lustig gemacht. Angeblich ließ sich der Diamond Boy dies nicht gefallen, kam in die Essener Innenstadt, um zu zeigen, er habe keine Angst vor Youssef. In dem Döner-Laden sollen die beiden laut Bild dann aufeinander getroffen sein. Das SEK dursuchte eine nur 400 Meter vom Tatort entfernte Wohnung, die Youseff A. gehören soll, der Amateur-Boxer ist jedoch untergetaucht.

Verhängnisvoller Facebook-Post von Rapper Kay One

Der Schütze könnte Charrs Aufenthaltsort durch einen Facebook-Post des Rappers Kay One erfahren haben. Der Musiker hatte etwa zwei Stunden vor dem Anschlag ein verwirrendes Video aus einer Essener Shisha-Bar veröffentlicht. Darin ruft sein Freund Manuel Charr pauschal dazu auf, doch vorbeizukommen. War das eine versteckte Provokation an den späteren Schützen?

Rapper und Promoter Kay One.

Kay One, der übrigens auch Box-Promoter des Opfers ist, gab dazu am Mittwoch eine Erklärung ab: Er selbst sei nicht in Essen gewesen und habe mit dem Post seinem Freund lediglich einen Gefallen tun wollen. Der nach eigenem Bekunden schockierte Musiker schrieb weiter: „Ich dachte, es geht um Werbung für den Shisha-Laden und mehr nicht. Manuel postet auch oft unzählige Sachen für mich. So machen das Freunde.“ Polizeisprecher Lars Lindemann zur tz: „Natürlich gehen wir auch dieser Spur nach.“

Charr (32 Kämpfe, 28 Siege) hatte vor wenigen Tagen in der tschetschenischen Haupstadt Grosny einen Kampf gegen den Letten Mairis Briedis verloren.

„Diamond Boy“: Kein unbeschriebenes Blatt

Manuel Charr wurde 1984 in Beirut geboren. Seine Mutter floh 1989 aus dem Libanon, sein syrischstämmiger Vater starb im Bürgerkrieg. „Diamond Boy“, so der Spitzname von Charr, begann 2001 in Berlin seine Boxkarriere. Im August 2006 schrieb der Schwergewichtler erstmals Schlagzeilen – leider keine sportlichen: Er bewarf Passanten mit Eiern, es kam zu einer Schlägerei, bei der ein Mann mit einem Messer verletzt wurde: Anklage wegen versuchten Totschlags, Freispruch aus Mangel an Beweisen. Er flog aus dem Sauerland-Boxstall. Sportlich lieferte er 32 Profikämpfe. Sein bekanntester Fight fand im September 2012 statt, als er gegen Vitali Klitschko verlor.

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