Basketballer rudern zurück: Neue Tabelle kommt

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Die Basketball-Tabelle soll fairer werden. (Foto: Jamal Shuler beim Allstar Day)

Frankfurt/Main  - Mit einer Niederlage an die Tabellenspitze. Als den Telekom Baskets Bonn dieses Kunststück gelungen war, musste auch der letzte Funktionär eingestehen, dass das neue Wertungssystem im deutschen Basketball eine Farce ist.

“Die jetzige Tabelle ist unhaltbar. Sie spiegelt die sportlichen Kräfteverhältnisse nicht wider, und das kann nicht sein“, sagte der Geschäftsführer der Basketball Bundesliga (BBL), Jan Pommer, am Samstag beim Allstar Day in Bonn. Spätestens mit Beginn der neuen Saison soll die aktuelle Regel, nach der der Sieger einer Partie zwei Punkte erhält, der Verlierer aber ebenfalls mit einem Zähler nach Hause fährt, deshalb wieder Geschichte sein.

“Das ist eine gute Nachricht, zuletzt war es doch etwas grotesk“, begrüßte Bundestrainer Dirk Bauermann die Entscheidung, die die Manager der 18 Bundesligaclubs bei ihrer Tagung am Wochenende trafen. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB) soll nun ein neues Wertungssystem erarbeitet werden, auch die Rückkehr zur jahrelang gültig Praxis mit zwei Punkten für den Gewinner ist nicht ausgeschlossen. “Wir werden uns mit dem Verband zusammensetzen und kurzfristig eine Lösung präsentieren“, versprach Pommer.

So schnell, wie von Bonns Präsident Wolfgang Wiedlich gewünscht, wird die Umstellung dann aber doch nicht erfolgen. Wiedlich hatte bereits am Samstag davon gesprochen, dass das aktuelle Ranking abgeschafft worden sei. DBB-Präsident Ingo Weiss mahnte dagegen zu Geduld. “Dass eine Änderung her muss, ist unbestritten. Da haben Liga und Verband eine falsche Entscheidung getroffen. Allerdings müssen wir zunächst in Ruhe die Gespräche mit der FIBA Europe führen“, sagte Weiss.

Der Europäischen Basketball-Verband hatte das Reglement zu Beginn dieser Spielzeit auch für die nationalen Ligen als verbindlich erklärt. Allerdings hält sich zum Beispiel die spanische Liga nicht an diese Vorschrift. Auch Deutschland will sich nun dem Zwang entziehen, die FIBA Europe aber nicht verprellen. Schließlich plant der DBB eine Bewerbung um die Europameisterschaften 2013 oder 2015 und ist deshalb auf gute Beziehungen in die europäische Verbandszentrale angewiesen.

In der Hinserie der BBL-Saison hatte die neue Regelung vor allem auch deshalb für Kritik gesorgt, weil der Spielplan durch zahlreiche Terminverschiebungen stark auseinandergerissen worden und das Tabellenbild deshalb stets “schief“ war. “Das Terminchaos werden wir nicht verhindern können, weil wir zu vielen Zwängen von außen wie internationalen Wettbewerben oder Hallenbelegungen unterliegen. Doch auch so muss die Tabelle ihre Aussagekraft zurückbekommen“, forderte Pommer.

Beim Allstar Spiel am Samstagabend spielte die Tabellendiskussion dann keine Rolle mehr. Erstmals seit fünf Jahren setzte sich der Süden mit 102:92 (50:53) gegen den Norden durch und feierte im 19. Vergleich damit den erst dritten Erfolg. Erfolgreichster Werfer bei den Basketball-Stars aus dem Süden war Michael King (EnBW Ludwigsburg) mit 17 Punkten, bei den besten Spielern des Nordens war Jeff Gibbs von den Eisbären Bremerhaven mit 16 Zählern am treffsichersten. Zum wertvollsten Spieler (MVP) der Show-Partie wurde von den Fans Chris Ensminger von den Telekom Baskets Bonn gewählt.

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