Aktion bei der EM schlug hohe Wellen

Norwegerinnen protestieren gegen Bikini-Pflicht beim Beachhandball - und werden zu Bußgeld verdonnert

Beim Spiel um Platz drei traten die Norwegerinnen kurzerhand in Shorts auf.
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Beim Spiel um Platz drei traten die Norwegerinnen kurzerhand in Shorts auf.

Ein Team sorgte Beachhandball-EM mit einem Protest gegen die vorgeschriebenen Bikini-Höschenfür Aufregung. Es wurde nun zu einer Geldstrafe verdonnert.

Warna - Am vergangenen Sonntag holte sich die deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft den EM-Titel im bulgarischen Warna. Doch eine andere Meldung vom Turnier an der Schwarzmeerküste sorgte für weit mehr aufsehen. Beim Spiel um Platz drei zwischen Norwegen und Spanien starteten die Skandinavierinnen einen kreativen Protest gegen die Kleiderordnung im Beachhandball.

Beachhandball: Norwegerinnen protestieren gegen unfaires Regelwerk

Das Regelwerk sieht bei den Spielerinnen präzise Regelungen bezüglich der Bekleidung vor. So bestehe die Turnier-Ausstattung der Athletinnen „aus einem Top, einer Bikini-Hose und möglichen Accessoires“. Bei den Beinkleidern wird die Diskrepanz zwischen den beiden Geschlechtern offensichtlich. Die Shorts der Männer dürfen zwar „länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie“.

Zudem gibt es eine bildliche Veranschaulichung der Bekleidungsregeln für jedes teilnehmende Team. „Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“, heißt es weiter.

Gegen die Regeln wollte das norwegische Frauenteam vorsätzlich verstoßen und bekam umgehend eine Strafe aufgebrummt, die der Verband gezahlt hätte. Daraufhin kursierten Gerüchte um eine mögliche Disqualifikation des Teams, sollte es in Shorts antreten, auch Spielerin Katinka Haltvik sprach im norwegischen Sender NRK von einem drohenden Turnierausschluss.

Beachhandball: Norwegisches Team tritt in Shorts auf - die Strafe folgte sofort

Im Spiel um Platz drei traten die Norwegerinnen nun einfach in Shorts auf - ein deutliches Signal an die Handball-Verbände. Die Disziplinar Kommission der European Handball Federation (EHF) bestätigte auf ihrer Homepage jedoch eine Geldstrafe im niedrigen viertstelligen Bereich.

Allerdings äußerte sich die EHF ebenfalls zu möglichen Änderungen der Kleidervorschriften. „Die Position der Akteure wird anerkannt, und in Abstimmung mit der IHF sind weitere Schritte im Gange“, hieß es in einem Statement am Dienstag. Auf einem Kongress im April war die Situation auf Initiative aus Norwegen bereits diskutiert worden. Das Thema wurde aber schließlich an die neu gewählte Beachhandball-Kommission weitergegeben, die sich erstmals im August damit beschäftigen wird.

Die EHF stellte zudem im Statement klar, dass gewünschte Regeländerungen an die IHF weitergegeben werden müssten. „Der norwegische Handballverband hat seit April 2021 keinen Antrag an die IHF gestellt, daher gelten die vorgesehenen Schritte.“ Das Spiel gegen die Spanierinnen verloren die Norwegerinnen zwar und landeten letztlich auf dem 4. Rang, der Kampf um die faire Bekleidungsregeln ist hingegen noch lange nicht verloren. (ajr) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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