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Beachvolleyball-Star Laura Ludwig: Spitzensportlerin und Mutter – „Jetzt herrscht Gefühlschaos“

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Von: Patrick Reichelt

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Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig spricht über ihre Ziele mit Neu-Partnerin Louisa Lippmann und die Doppelrolle als Mutter im tz-Interview.

München – Sie ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Beachvolleyball, wurde mit Kira Walkenhorst zum Team des Jahrzehnts gekürt – nun plant Laura Ludwig nach der Geburt ihres zweiten Kindes den spektakulären Neustart. An der Seite von Louisa Lippmann peilt sie ein weiteres Mal Olympia an. Das tz-Interview.

Frau Ludwig, in Ihrem eben erschienenen Buch „Gold ist eine Glaubensfrage“ (Edel-Verlag) beschrieben Sie, wie schwer der Wiedereinstieg nach der Geburt Ihres Sohnes Teo fiel. Nun haben Sie zwei Kinder…

Laura Ludwig: Das stimmt. Ich dachte eigentlich, ich bin ganz gut vorbereitet. Aber je näher es rückt, desto größer ist das Gefühlschaos. Ich denke aber, dass mir das Loslassen mit Lenny nun etwas leichter fällt und dass ich die Zeit einfach besser nutzen kann. Die Muttergefühle haben dich eh im Griff – aber jetzt hilft mir sicher die ­Routine.

Man weiß, dass Sie dem Ziel Rio 2016 alles untergeordnet haben. Sogar Ihren heutigen Mann wiesen Sie zunächst zurück. Vertragen Sich Privatleben und Profisport?

Ludwig: Zumindest ist es klar, dass ich das so nicht mehr machen kann. Familie geht vor, da kann ich keine drei Einheiten am Tag machen. Aber ich kann viel zuhause machen, wir haben dort einen Kraft­raum eingerichtet. Die Kunst ist, dass man die Zeit, die man investiert, noch besser nutzt.

Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig schlägt einen Ball
Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig hat mit Louisa Lippmann eine neue Partnerin. © Frank Molter/dpa

Beachvolleyball: Laura Ludwig freut sich auf „sehr spannendes Projekt“ mit Partnerin Louisa Lippmann

Können Sie nun von den Erfahrungen von damals profitieren – zum Beispiel bei der Zusammenstellung des perfekten Teams?

Ludwig: Was perfekt ist, das ist eine sehr individuelle Sache. Ich bin immer mit zwei Trainern gut gefahren, von denen einer den Hut aufhatte. Auch meine Psychologin hat mir sehr geholfen, das Thema habe ich als junge Spielerin gar nicht so wahrgenommen.

Wie ist es mit der Partnerin? Wie sieht das perfekte Gegenstück für Laura aus?

Ludwig (lacht): Gibt es das? Mit Kira (Walkenhorst, d. Red.) war es schon sehr perfekt. Auch wenn es dafür eine Menge Arbeit gebraucht hat, bis wir unseren Weg gefunden haben. Bis wir auf dem Feld tanzen konnten. Vier Jahre hat das gedauert.

Aber Sie wagen den Neustart nicht mit ihr, sondern mit Louisa Lippmann…

Ludwig: Wäre man den Weg wieder so gegangen, dann wäre es eine Wiederholung gewesen. Dann hätte man jeden Schritt hinterfragt, der anders gelaufen wäre als damals. Mit Louisa wird es ein sehr spannendes Projekt. Wir müssen zusammenfinden. Sie muss den Switch zum Beachvolleyball noch schaffen. Aber sie ist sehr erfahren, ist schon lange auf höchstem Niveau unterwegs. Das wird uns helfen.

Das Ziel ist Paris, ihre fünften Spiele in zwei Jahren. Nicht viel Zeit, und die nationale Konkurrenz ist breit.

Ludwig: Auch international ist die Spitze breit. Bis hin zu den Brasilianerinnen Duda/Ana Patricia, die in den nächsten Jahren dominieren werden. Da bin ich mir sicher. Aber ich sehe das Potenzial, nach Paris zu kommen. Deshalb will ich das versuchen.

Interview: Patrick Reichelt

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