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Berlin ehrt Bolt mit Stück der Berliner Mauer

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Usain Bolt (links) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor einem Stück der Berliner Mauer, auf dem Bolt abgebildet ist.

Berlin - Die Stadt Berlin hat WM-Superstar Usain Bolt (Jamaika) mit einem Originalstück der Berliner Mauer geehrt.

Erst feierten ihn die Zuschauer, dann ehrte ihn die Stadt: Zum Abschluss der Leichtathletik-WM in Berlin stand Usain Bolt noch einmal im Blickpunkt. Die Stadt schenkte ihm am Sonntag ein drei Meter hohes und drei Tonnen schweres Mauerstück, “weil er sportlich gezeigt hat, dass man Mauern einreißen kann“, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte. Berlin hat sich eine Woche lang mit Bolt schmücken können. Er war mit drei Titeln und zwei Weltrekorden nicht nur der erfolgreichste Sportler dieser WM, sondern auch ihr Publikumsliebling. “Ich werde Berlin nicht vergessen. Es war alles wunderbar hier“, sagte der Jamaikaner.

Sie sind noch schneller als Usain Bolt

Weltrekord-Sprinter Usain Bolt erreicht bei seinen Sprints Geschwindigkeiten bis zum 45 Stundenkilometern. Im Vergleich zu manchen Lebewesen ist der schnellste Mann der Welt aber immer noch eine lahme Ente. © dpa
Wenn der Windhund sich richtig ins Zeug legt, sind bis zu 60 Stundenkilometer drin. Bei einem Kurzstrecken-Duell würde Usain Bolt wohl nur noch sein Hinterteil sehen - und einmal merken, wie seine Gegner sich ständig fühlen. © dpa
Der Vogel Strauß ist auf seinen zwei Beinen mit rund 70 Kilometern in der Stunde fast doppelt so schnell wie Bolt. © dpa
Rennpferde schaffen bis zu 75 Stundenkilometer also 30 Stundenkilometer mehr wie Bolt. © AP
Auch unter Wasser werden erstaunliche Geschwindigkeiten gemessen. So erreicht der Segelfisch 110 Stundenkilometer. Aber auf ein Schwimmduell würde Bolt sich ohnehin nicht einlassen, oder? © dpa
Schnellster Vierbeiner ist der Gepard. Der Sprinter katapultiert sich auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120. Damit ist er fast dreimal so schnell wie das jamaikanische Laufwunder. © dpa
Das schnellste Lebewesen der Welt ist der Wanderfalke. Im Sturzflug kann der Greifvogel Geschwindigkeiten um 300 Stundenkilometer erreichen. Aber Bolt holt seine Titel ja auch nicht im Fliegen. Auch wenn es manchml so scheint, als ob seine Füße nie den Boden berühren. © dpa

Die Zuschauer bejubelten ihn in der vergangenen Woche bei jeder Gelegenheit. Auch am Samstag, nach seinem Sieg mit der 4 x 100 Meter- Staffel, war das gut zu beobachten gewesen. Bolt stand an der Tribüne des Olympiastadions vor einer Menschenmenge, er warf sein Trikot hinein, gab Autogramme, machte Scherze. Die drei anderen Jamaikaner saßen am Rande. Für sie interessierte sich niemand.

Vor einem Jahr wäre das noch kaum vorstellbar gewesen. Seine Weltrekorde bei den Olympischen Spielen brachten Bolt in Deutschland mehr Misstrauen als Bewunderung ein. Doch die Zweifel, ob bei seinen Leistungen alles mit rechten Dingen zugeht, sind in Berlin von Tag zu Tag mehr in den Hintergrund gerückt. Die Fans feierten stattdessen eine “Bolt-Party“. Der Jamaikaner hatte sie für sich eingenommen. Mit seinen Fabelrekorden über 100 und 200 Meter brachte er das Publikum zum Staunen. Sein lässiges Verhalten machte ihn beliebt.

Die größten Sensationen der Sportgeschichte

Weinheim 1990 - Bayern-Blamage in der Provinz, die Erste: Der große FC Bayern traf am 4. August 1990 in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den badischen Oberligisten FV 09 Weinheim. Feinblechner Thomas Schwechheimer erzielte vor der Pause per Elfmeter das 1:0 für die Amateure. Der amtierende Deutscher Meister mit fünf Weltmeistern im Kader fand kein Rezept gegen die Provinzkicker und kassierte eine Sensationsniederlage. Geschockt verließ Klaus Augenthaler (Foto) das Spielfeld. © AP
Vestenbergsgreuth 1994 - Bayern-Blamage in der Provinz, die Zweite: Am 14. August 1994 musste der fränkische Regionalligist Vestenbergsgreuth (ein 1500-Seelen-Dorf) in der ersten Runde des DFB Pokals gegen den Deutschen Meister FC Bayern ran. Das Spiel wurde aufgrund des großen Interesses ins Nürnberger Frankenstadion verlegt, das ZDF übertrug live. Hatte der Sender im Vorfeld geahnt, dass sich eine Sensation anbahnte? © dpa
In der 43. Spielminute erzielte Roland Stein, Betriebsschlosser bei einer Teefirma, mit einem Kopfballtor das 1:0 für die Dorfkicker. In der zweiten Halbzeit mauerten die Vestenbergsgreuther wie die Wahnsinnigen, den Bayern-Superstars wollte nichts gelingen. Vestenbergsgreuth gab den Sieg nicht mehr aus der Hand. © dpa
„Die Schande ist groß, wir müssen mit der Schmach leben", gestand nach dem Abpfiff ein sichtlich verstörter Lothar Matthäus dem ZDF-Reporter Dieter Kürten. Noch heute läuft Bayern-Fans ein Schauer über den Rücken, wenn sie den Namen „Vestenbergsgreuth“ hören.  © dpa
Nagano 1998 - Der unzerstörbare „Herminator“: Bei diesem Unfall hielt jeder Fernsehzuschauer den Atem an. Am 17. Februar 1998 stand bei den Olympischen Spielen von Nagano (Japan) der Abfahrtslauf der Herren an. Nach 18 Sekunden Fahrzeit hob der Österreicher Hermann Maier in einer S-Kurve ab, und segelte fast 40 Meter waagrecht durch die Luft. © dpa
Anschließend krachte Maier durch drei Sicherheitszäune und blieb schließlich im Tiefschnee neben der Piste liegen. Maier hatte einen Schutzengel: Bei dem Horror-Sturz wurde er nur leicht an Knie und Schulter verletzt. © Screenshot: Youtube
Trotz seiner Schmerzen holte Maier nur drei Tage später Gold im Super-G. Damit nicht genug: Auch im Riesenslalom ließ Maier seinen Konkurrenten keine Chance und gewann sein zweites Olympia-Gold. Das Image vom unzerstörbaren „Herminator“ (angelehnt an schmerzunempfindlichen Super-Roboter „Terminator“) war geschaffen. © AP
Als Maier gefragt wurde, was er während seines Sturzes dachte, meinte er: „Wenn ich jetzt noch Gold gewinne, bin ich unsterblich!“ Erst ein grauenhafter Motorradunfall im Sommer 2001 beendete die bis dahin ungebrochene Dominanz Maiers im Skisport. © AP
Wimbledon 1985 - Die Geburtsstunde einer Tennislegende: Im Sommer 1985 kämpfte sich ein 17-Jähriger aus dem badischen Leimen ins Finale des größten Tennisturniers der Welt. Sein Name: Boris Becker. Am 7. Juli stand der rothaarige Teenager auf dem Centre Court in Wimbledon dem Südafrikaner Kevin Curren gegenüber. © AP
Und Boris schaffte das Tennis-Wunder: In 3:1 Sätzen zwang er den gestandenen Profi in die Knie. Um Punkt 17.26 Uhr verwandelte Becker seinen Matchball. Auf dem Platz beklatschen 13.118 Zuschauer den Senkrechtstarter. Vor dem Fernsehgerät jubelte ganz Deutschland. © dpa
Paris 1989 - Changs größter Triumph: Vier Jahre später verblüffte abermals ein 17-Jähriger Teenager die Tennis-Welt. Der Amerikaner Michael Chang gewann die French Open in Paris. Damit wurde er zum jüngsten Gewinner eines Grand-Slam-Turniers aller Zeiten. (Chang war wenige Monate jünger als Boris Becker bei seinem Wimbledon-Sieg 1985) © AP
Legendär bei diesem Turnier ist Changs Achtelfinal-Sieg gegen den damaligen Weltranglisten-Ersten Ivan Lendl. Chang lag schon mit 0:2 Sätzen gegen den Tschechen zurück - dann drehte er das Match. Von Krämpfen geplagt, brachte er Ivan Lendl mit Aufschlägen von unten und mit Mondbällen aus dem Rhythmus - und bezwang den dreimaligen French Open-Champion. © AP
Im Endspiel besiegte der US-Boy den Schweden Stefan Edberg (rechts) in fünf Sätzen. Im Gegensatz zu Boris Becker konnte Michael Chang seinen Grand-Slam-Erfolg allerdings nicht wiederholen. 2003 beendete der Amerikaner seine Profi-Karriere. 2008 wurde er in die „Tennis Hall of Fame“ aufgenommen. © AP
Miami Beach 1964 - „I am the Greatest!“: Für die Sportjournalisten gab es keine Zweifel: Der junge Herausforderer Cassius Clay (22) würde in seinem Kampf gegen den amtierenden Boxweltmeister Sonny Liston (31) eine vernichtende Niederlage kassieren. © AP
Der bullige Ex-Knacki Liston galt als gefürchteter K.O.-Schläger. Clays damaliger Trainer Angelo Dundee meinte fast vier Jahrzehnte später: “Liston war so stark - der würde noch heute die gesamte Weltspitze weghauen.“ © AP
Doch gegen den extrem flinken und technisch versierten Clay fand Liston in Miami (Florida) kein Mittel. Obwohl Clay provzierend seine Fäuste runterhängen ließ, gelang es Liston kaum, ihn zu treffen. Im Gegenzug traktierte der Herausforderer den Champion ständig mit seiner blitzschnellen Führungshand. Nach der sechsten Runde gab Liston frustriert auf. © AP
Clay war Welteister. In tumultartigen Szenen brüllte er immer wieder „ Ich habe die Welt zum Beben gebracht!“ und „Ich bin der Größte!“ in die Mikrofone. Viele Sport-„Experten“ taten Clay als Eintagfliege ab und warteten auf den Rückkampf.  © AP
Der fand am 25. Mai 1965 in Lewiston (Maine) statt. Clay (der mittlerweile zum Islam konvertiert war und sich nun Muhammad Ali nannte) haute Liston bereits in der ersten Runde nach nur 105 Sekunden um. Legendär: Sein so genannter  „Phantomschlag“. Ali traf Liston derart schnell, dass die meisten Zuschauer am Ring den Schlag gar nicht sahen. © AP
Ali brüllte den am Boden liegenden Liston an: „Komm hoch, du Penner!“ Doch Liston blieb unten. Er hatte bereits im Fallen das Bewusstsein verloren. Es ist bis heute der schnellste K.O. eines ehemaligen Schwergewichtsweltmeisters im Ring. © AP
Kinshasa 1974 - The Rumble in the Jungle: Muhammad Ali wurde im April 1967 der Weltmeistertitel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Erst 1970 durfte er wieder in den Ring steigen. Vier Jahre später bekam der 32-Jährige einen Titelkampf gegen den damaligen Weltmeister George Foreman (25). © AP
Foreman war in 40 Profikämpfen ungeschlagen und hatte die meisten seiner Gegner innerhalb weniger Runden K.O. gehauen. Wie vor zehn Jahren gegen Liston war Ali der krasse Außenseiter, diesmal auch der Ältere. Wieder räumten die „Experten“ Ali nicht die geringste Chance ein. Der Kampf fand im afrikanischen Kinshasa statt und wurde als „Rumble in the Jungle“ bezeichnet. © AP
Ali zeigte die wohl beste Taktik, die man bislang in einem Boxring gesehen hatte: Er legte sich mehrere Runden lang in Seile und blockte Foremans brutale Schläge. Während sich der Weltmeister an Alis Deckung müde schlug provozierte der Foreman: „Ist das alles, George? Ich habe mehr erwartet! Ist das alles, was Du drauf hast?“ © AP
Kurz vor Ende der 8. Runde haute Ali mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen und insgesamt neun aufeinander folgenden Kopftreffern Foreman um. © AP
Foreman taumelte, drehte sich zur Hälfte um seine eigene Achse - dann fiel er zu Boden. Der Champion wurde ausgezählt und Ali brach das ungeschriebene Gesetz des Boxens: „They never come back“! © AP
Lake Placid 1980 - Das Wunder auf dem Eis: Bei den Olympischen Winterspielen von Lake Placid (New York) trat am 22. Februar 1980 ein Team von US-Amateurspielern gegen die als unschlagbar geltende sowjetische Nationalmannschaft an. Was dann passierte, kam für viele Fans einem Wunder gleich. © AP
Die Sowjets gingen zu Anfang erwartungegemäß in Führung. Doch die US-Boys spielten sich kurz vor Ende eine 4:3-Führung heraus. Dann starteten die Sowjets in den letzten Spielsekunden eine Schlussoffensive - die Amis stellten alle Feldspieler vors eigene Tor. © AP
Legendär der TV-Kommentar von Reporter Al Michaels, der die letzten Sekunden herunterzählte: „Elf Sekunden, noch zehn Sekunden, der Countdown geht jetzt richtig los ... Morrow vor auf Silk ... fünf Sekunden noch in diesem Spiel! Noch vier! Glauben Sie an Wunder? Ja!!! Unglaublich!“ Die Amerikaner hatten die Sowjets tatsächlich besiegt. © AP
Im Endspiel gegen Finnland erkämpften die US-Außenseiter dann sogar die Goldmedaille. Die Vereinigten Staaten jubelten. Der Triumph hat sich bis heute ins nationale Gedächtnis gebrannt.  © AP
Emotionalste Szene: US-Torwart James Craig lief nach dem Spiel, in die amerikanische Flagge gehüllt, über das Eis und suchte im Publikum seinen Vater. Kurz zuvor war Craigs Mutter gerstorben. Sie hatte sich gewünscht, dass ihr Sohn bei den Olympischen Spielen dabei sein durfte. © AP
Bern 1954 - Das Wunder von Bern: Die Deutschen haben ihr eigenes Sportwunder -  und zwar die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Im Finale besiegte die deutsche Mannschaft sensationell die hochfavorisierten Ungarn mit 3:2. In der Vorrunde hatten die Ungarn die DFB-Elf noch mit 8:3 geschlagen. © dpa
Im Finale trafen beide Mannschaften wieder aufeinander. Und die DFB-Elf zeigte, was den deutschen Fußball ausmacht: Kampfgeist, Durchhaltevermögen und totaler Einsatz bei den Zweikämpfen. Seit jeher das beste Rezept der deutschen Mannschaften gegen technisch überlegene Gegner.  © dpa
Die Radio-Übertragung Herbert Zimmermanns ging in die Geschichte ein. Sein Kommentar zu Helmut Rahns Siegtor: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ © AP
Er zeigte Größe in der Niederlage: Ungarns Mannschaftskapitän Ferenc Puskas (rechts) gratulierte dem deutschen Spielführer Fritz Walter zum Gewinn des Weltmeistertitels. © dpa
Göteborg 1992 - Danish Dynamite: Eigentlich war Dänemark nicht für die Fußball-EM 1992 qualifiziert. Doch weil Jugoslawien wegen des Bürgerkrieges ausgeschlossen wurde, rückte der Zweitplatzierte der Qualigruppe ins Turnier nach. Sensationell: Im Halbfinale kickten die Dänen den Noch-Europameister Holland raus. Im Finale trafen sie auf den Weltmeister Deutschland. © AP
Von Anfang an dominierten die Dänen die Deutschen.  Im Angriff machten sie laufend Druck (Bild: Michael Laudrup gegen Thomas Hässler) hinten hielt Torhüter Peter Schmeichel souverän. Am Ende hieß es in Göteborg 2:0 für Dänemark. © AP
Dänemark war Europameister, das Land versank im Freudentaumel. Doch nach der EM verabschiedeten sich die Dänen schnell von der internationalen Fußball-Bühne. Sie scheiterten schon an der Qualifikation für die WM 1994 in den USA. © dpa
Lissabon 2004 - König Otto und seine Griechen: Bei der Europameisterschaft 2004 überraschte abermals ein krasser Außenseiter die Fußballwelt. Dieses Mal waren es die Griechen, die bis dato noch kein Spiel bei einer EM oder WM gewonnen hatten. 2004 kickten sie sich nach Siegen über Frankreich, Tschechien und Portugal ins Finale - alle Gegner galten als Turnierfavoriten. © dpa
Die Hellas-Mannschaft besiegte im Finale EM-Gastgeber Portugal mit 1:0. Bereits in der Vorrunde hatten die Griechen die Potugiesen geschlagen. Das entscheidende Final-Tor erzielte Angelos Charisteas vom SV Werder Bremen. © dpa
Als Vater des Turniersiegs gilt der erfahrene deutsche Fußballehrer Otto Rehhagel. Er genießt seit dem Finalsieg 2004 Heldenstatus in Griechenland. Sportjournalisten warfen ihm eine antiquierte Defensivtaktik vor. Rehhagel konterte: „Modern ist, wer gewinnt.“ © dpa
Rehhagel, von der deutschen Presse in Anlehnung an den griechischen Halbgott Herakles aus der Göttersage auch „Rehakles“ genannt, hatte schon sechs Jahre zuvor eine Mannschaft aus Nobodies zu einem sensationellen Titel gecoacht. © dpa
Kaiserslautern 1998 - Nach dem Aufstieg die Schale: Die Bundesliga erlebte 1998 ein Novum: Ein Aufsteiger aus der zweiten Liga holte die deutsche Meisterschaft: Der 1. FC Kaiserslautern gewann unter Trainer Otto Rehhagel die Schale. © AP
Lautern setzte sich früh in der Saison 1997/98 an der Tabellenspitze fest. Zu Anfang der Rückrunde baute der 1. FCK seinen Vorsprung auf Verfolger Bayern München zeitweise sogar auf neun Punkte aus. Die Bayern scheiterten bei ihrer Aufholjagd. Am 33. Spieltag war Lautern Meister © AP
Rehhagel landete mit dem 1. FC Kaiserslautern noch zweimal auf dem UEFA-Cup-Platz fünf. Im Oktober 2000 wurde Rehhagel rausgeworfen. Ein besserer Trainer kam danach nicht mehr in die Pfalz. Die Talfahrt des 1. FCK (mittlerweile in der zweiten Liga) hält bis heute an. © dpa
Lillehammer 1994 - Wasis doppelter Gold-Triumph: Mit seinen 31 Jahren hatte Skifahrer Markus Wasmeier für viele „Experten“ seine besten Zeiten längst hinter sich, als er 1994 bei den Olympischen Winterspielen teilnahm. © AP
Ein enttäuschender 36. Platz in der Abfahrt schien diese Einschätzung zu bestätigen. Doch dann drehte „Wasi“ auf: Er siegte völlig unerwartet im Super-G und im Riesenslalom - und holte Doppel-Gold. © AP
Wasi war nach 58 Jahren der erste deutsche Skirennläufer, der Olympiasieger wurde. Nach dem Ende der Weltcupsaison 1993/94 erklärte der größte deutsche Skifahrer aller Zeiten seinen Rücktritt vom Profi-Sport. © AP
München 1972 - Der Kran von Schifferstadt:  Olympische Spielen 1972 in München: Der deutsche Ringer Wilfried Dietrich trat gegen den 200 Kilo schweren und zwei Meter großen Amerikaner Chris Taylor an. Dietrich packte den Koloss Taylor, warf ihn über sich und schulterte ihn. Für viele Beobachter der "Griff des Jahrhunderts". © dpa
Die Aktion brachte dem Pfälzer Dietrich (nach seinem Herkunftsort) den Spitznamen „Der Kran von Schifferstadt“. Obwohl er in München keine Medaille gewann, ist Dietrich der erfolgreichste deutsche Ringer aller Zeiten. Fünf Medaillen holte er bei fünf Olympischen Spielen seit 1956, darunter Gold und Silber 1960 in Rom. Außerdem gewann er 30 nationale Meistertitel. © dpa

Usain Bolt scherzt herum, wann immer eine Kamera ihn filmt: beim Einlaufen, auf der Ehrenrunde, manchmal sogar während des Rennens. Bei ihm sieht alles locker und entspannt aus, was andere Athleten sichtlich verausgabt. Der 23-Jährige zeigt auch Nähe. Er gibt geduldig Autogramme, fuhr nach seinem Sieg über 100 Meter zum Essen ins nächste Fast-Food-Restaurant. “Die Art und Weise, wie er sich zeigt, spricht vor allem junge Leute an“, sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Bolts Popularität hängt auch damit zusammen, dass er sich von seinen Vorgängern abhebt. Auch Michael Johnson oder Maurice Greene (beide USA) haben ihre Sprintstrecken über Jahre dominiert. Sie erzielten aber nie seine Massenwirkung. Johnson war dafür zu introvertiert, Greene zu großspurig. Usain Bolt dagegen ist “die perfekte Mischung aus Entertainment und Höchstleistung“, sagt der Berliner Sportfest-Veranstalter Gerhard Janetzky. Er ist der erste Leichtathlet seit Carl Lewis, auf den das wieder zutrifft.

Diese Eigenschaft macht Bolt nicht nur zum Liebling der Zuschauer, sondern auch des Weltverbandes IAAF. Der Jamaikaner bringt seinem Sport das zurück, was er in den vergangenen Jahren immer mehr verloren hat: Aufmerksamkeit und hohe Einschaltquoten im Fernsehen. “Bolt ist eine Marke. Und als Marke ist er ein Glücksfall für die Leichtathletik, das Fernsehen und die Sponsoren“, sagt das deutsche IAAF-Councilmitglied Helmut Digel. Entsprechend pflegt der Verband seinen Superstar. Präsident Lamine Diack besuchte nach Bolts Sieg über 100 Meter sogar dessen Pressekonferenz. Schon vor der WM nahm er ihn gegen Doping-Verdächtigungen in Schutz. Die IAAF möchte, dass kein Schatten auf ihn fällt. Nur so lässt Bolt sich vermarkten.

Der Weltrekordler selbst sagte zu den unterschwelligen Doping- Vorwürfen gegen ihn: “Ich bin sauber, ich arbeite hart und wurde mehrfach getestet. Was anderes kann ich tun, als den Leuten das immer wieder zu sagen? Aber irgendwann werden sie aufhören, mich danach zu fragen.“ Bei der WM hat Bolt einiges dafür getan. Diesmal brachte ihm das Publikum mehr Bewunderung als Misstrauen entgegen.

Von Sebastian Stiekel, dpa

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