Drogenbeauftragte will Werbung stutzen / „Es geht um dramatisch hohe Summen“

Bier-Krieg im deutschen Fußball

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Bier und Fußball - wie passt das zusammen?

Die Sache ist ernst. Bierernst, und zwar ganz buchstäblich. Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, will laut Sport Bild die Alkoholwerbung im Sport stutzen.

Das würde ganz konkret heißen: weniger Geld für die Bundesliga. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge: „Wir sprechen da über dramatisch hohe Summen, die der Liga verloren gehen würden.“ Nach Schätzung von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert „mindestens 20 Millionen Euro“.

Bätzing will zwar kein komplettes Werbeverbot – aber Einschnitte. Zum Beispiel, „dass Familien mit Kindern am Samstag vor 20 Uhr in Ruhe Sportsendungen genießen können, ohne ständig mit Alkoholwerbung konfrontiert zu werden“. Also ohne den Kaiser mit „Hollaradiriadei“-Musik. Vielleicht auch ohne Weißbierdusche zur Meisterfeier. Und möglicherweise nicht mehr in einem Stadion, das Veltins-Arena heißt…

Bätzings Begründung: Es geht um Kinder und Jugendliche. Denn: „Wir wissen, dass sie sich besonders leicht durch Werbung beeinflussen lassen. Und gerade im Sport sind sie immer wieder der Alkoholwerbung ausgesetzt. So entsteht für sie der Eindruck, dass Sport und Bier eine natürliche Einheit sind, was sich auf ihren Alkoholkonsum auswirkt.“

Peter Hahn, der Geschäftsführer des Brauer-Bundes, sieht die Sache anders. Er beruft sich darauf, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland laut Gesetz sowieso keinen Alkohol kaufen dürfen. Hahn sagt deshalb: „Diese Gesetze müssen nur vollzogen werden. Wir haben ein Vollzugsdefizit und kein Defizit an Gesetzen selbst.“

Auch Rummenigge ist gegen neue Paragraphen: „Wenn ich mir Italien, Spanien, England oder Russland angucke, dann tut die Politik dort alles, um die Klubs zu stärken. In Deutschland wird der Eindruck vermittelt, dass die Politik alles tut, um die Vereine zu schwächen. Irgendwann muss mal Basta sein mit diesen Dingen.“

Aber: „Diese Dinge“ – sie haben längst schon ihren Weg in die staatlichen Mühlen genommen. Am 15. September gibt’s einen Termin im Gesundheitsministerium. Danach soll’s dann eine Entscheidung für oder gegen ein neues Gesetz geben. Davon betroffen wären nicht nur die Bayern mit Sponsor Paulaner, sondern beispielsweise auch der DFB mit Bitburger. Und möglicherweise viele kleine Amateurvereine, die von ihren örtlichen Brauereien unterstützt werden. Prost!

Quelle: tz

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