„Der fünfte Satz“

Boris Becker: Tennis-Legende startet Podcast - und verkündet sofort einen radikalen Schritt

Seine Tennis-Karriere ist lange vorbei, doch Boris Becker sucht weiter das Rampenlicht. Nun gibt es eine Podcast-Reihe mit dem einstigen Star. Wir haben uns Folge eins angesehen.

  • Boris Becker hat nun auch das Medium Podcast für sich entdeckt: „Boris Becker - der Fünfte Satz“.
  • Dort spricht Deutschlands Tennis-Legende mit Moderator Johannes B. Kerner über seine Karriere.
  • „Bobbele“ diskutiert über die öffentliche Wahrnehmung. Irgendwann will er „den Stecker ziehen“.

München - In den ersten Momenten des neuen Amazon-Podcast von und mit Boris Becker legt Moderator Johannes B. Kerner so viel Pathos wie möglich in seine Stimme. In fünf Folgen, oder wie Ex-Tennis-Star Becker sagen würde, fünf Sätzen, soll die Frage geklärt werden, wer dieser 53-jährige Mann aus Leimen überhaupt ist.

Deutschlands früherer Tennis-Liebling Boris Becker spricht auf einer Veranstaltung in Dessau im Oktober 2020.

Boris Becker: Tennislegende moniert Rampenlicht - „Umarmung, die gibt mir keine Luft“

Was im ersten Teil folgt sind über 60 Minuten kritiklose Selbstreflexion des dreimaligen Wimbledonsiegers, die in der Feststellung gipfelt, dass er nicht für immer in der Öffentlichkeit stehen will. „Irgendwann werde ich in die Situation kommen, (…) wo ich den Stecker ziehen werde und wo es die öffentliche Person Boris Becker nicht mehr geben wird.“

Denn die Medien würden immer nur falsche Dinge über ihn berichten. O-Ton Becker: „Was mit mir gemacht wird, hat mit Pressefreiheit nichts mehr zu tun.“ Und die Zuneigung der Deutschen, die er seit seinem ersten Wimbledon-Triumph am 7. Juli 1985 erfährt, erdrücke ihn. „Die Umarmung, da komme ich nicht raus. Die gibt mir keine Luft.“

Moment mal. Sagt er das tatsächlich alles im neuen Trendformat Podcast, für das ihn der Onlineversand-Riese extra angefragt hat? Und hat er nicht noch 2017 eine große ARD-Dokumentation gedreht und sich im Sommer „grundsätzlich offen“ für einen neuen RTL-Film gezeigt? Dass er im Mai bei einer VOX-Kochsendung auftrat und in Hochheim medienwirksam die „Boris Becker International Tennis Academy“, die weltweitgrößte Nachwuchs-Akademie, entsteht, sei nur nebenbei bemerkt. Eine Kostprobe:

Erst in den vergangenen fünf oder sechs Jahren habe Becker gemerkt, dass er über die Jahrzehnte instrumentalisiert worden sei. Aber er ist froh, dass „ich mich noch spüre und weiß, was Recht und Unrecht ist“.

Boris Becker mit Kampfansage: „Bin keiner, der die linke Wange hinhält“

Die britische Insolvenzbehörde hatte ihm zuletzt vorgeworfen, Angaben zu Bankkonten und Immobilien unterschlagen zu haben. Becker plädierte auf nicht schuldig. Kämpfe wie diese wird er weiter ausfechten. „Wenn mir einer auf die rechte Wange haut, bin ich keiner, der die linke Wange hinhält. Ich hau dem zurück“, so der sechsfache Grand-Slam-Sieger. Über Langeweile kann sich die deutsche Tennis-Legende offenbar nicht beklagen. Seinen Job beim DTB hängt er zum Jahresende an den Nagel:

Die Öffentlichkeit wird also weiter von ihm hören. Auch, weil eine Flucht wie die von Steffi Graf, nicht für ihn infrage kommt. Die 51-Jährige lebt mit ihrer Familie in Las Vegas. Für Becker wäre das nichts: „Da bin ich lieber bekannt.“

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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