Erfolgreiches Duo im Tennis

Große Trauer bei Boris Becker: Langjähriger Weggefährte stirbt mit nur 59 Jahren - „Wie ein Bruder“

Boris Becker zusammen mit seinem ehemaligen Tennis-Trainer Mike dePalmer.
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Boris Becker zusammen mit seinem ehemaligen Tennis-Trainer Mike dePalmer.

Boris Becker betrauert den Tod seines alten Weggefährten Mike DePalmer. Der letzte Trainer von Deutschlands Tennis-Legende ist an Krebs gestorben.

Update vom 9. August, 17.15 Uhr: Boris Becker hat sich von seinem langjährigen Trainer Mike DePalmer in einer emotionalen Botschaft verabschiedet. „Mein Beileid geht an die Familie DePalmer! Mike Jr. war mein letzter Coach (fünf Jahre) und hat mir so viel über das Spiel, das wir beide lieben, beigebracht! Mike wurde für mich wie ein Bruder, den ich mir immer gewünscht hatte...RIP“, schreibt Becker auf seinem Instagram-Account.

Erstmeldung vom 9. August: München/Knoxville - Boris Becker* hatte nach einem Grund zum Jubeln nun einen großen Grund der Trauer. Erst gewann Alexander Zverev bei Olympia die Goldmedaille - der erste große Titel für die deutschen Tennis-Herren seit Beckers Erfolg bei den Australian Open 1996*.

Beckers Trainer war damals Mike DePalmer. Doch nun ereilte Becker die Schocknachricht: Sein langjähriger Freund und Wegbegleiter ist tot. DePalmer, der Becker die letzten Jahre seiner Karriere trainiert hatte, ist im Alter von nur 59 Jahren verstorben. Der US-Amerikaner erlag einer schweren Krankheit.

Boris Becker trauert um Ex-Trainer Mike DePalmer - Krebs-Tod mit 59 Jahren

Wie die Association of Tennis Professionals (ATP) auf ihrer Website bestätigte, verstarb DePalmer bereits am vergangenen Samstag in Knoxville, Tennessee an Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium. DePalmer betreute Becker als Cheftrainer ab 1995 bis zu dessen Karriereende 1999. Der Leimener gewann mit DePalmer an seiner Seite sechs Turniere, darunter die Australian Open und den Grand Slam Cup 1996. Der Amerikaner war zuvor in der Tennisakademie von Trainer-Legende Nick Bollettieri tätig gewesen und arbeitete dort bereits ab 1994 mit Becker zusammen.

Becker äußerte sich zunächst öffentlich nicht zum Tod seines Mentors. In seiner Biographie von 2003 beschrieb der sechsfache Grand-Slam-Sieger* bereits die enge Beziehung zu seinem Ex-Coach. „DePalmer war ein Trainer, der Disziplin bei den US Navy SEALs gelernt hatte. Er konnte brutal sein. Trotzdem bin ich fünf Jahre bei ihm geblieben, länger als bei jedem anderen Trainer“, sagte Becker. Mit den Jahren sei sogar eine Freundschaft entstanden. DePalmer habe ihn zu Höchstleistungen getrieben. „Mit Mike DePalmer habe ich das Maß an Besessenheit erreicht, das ein Spieler braucht, um all seine Energie freizusetzen. Man muss bis an die Grenze des Wahnsinns gehen, ohne die Grenze zu überschreiten.“

Trotzdem bin ich fünf Jahre bei ihm geblieben, länger als bei jedem anderen Trainer.

Boris Becker über seinen Ex-Trainer Mike DePalmer

Boris Becker: Tennis-Coach DePalmer trainierte auch Tommy Haas

Neben Becker betreute DePalmer auch noch zahlreiche andere Stars, wie den Australier Mark Philippoussis, die Französin Mary Pierce, die Russin Anna Kournikova und Tommy Haas, den ehemaligen deutschen Spitzenspieler. Sein früherer Doppelpartner und Pete-Sampras-Trainer Paul Anacone nahm bereits Abschied und twitterte: „Auf Wiedersehen, alter Freund. Wir werden dich vermissen.“

Als Spieler war DePalmer nicht so erfolgreich wie als Trainer, brachte es aber immerhin auf Rang 35 der Weltrangliste. Im Laufe seiner Karriere besiegte er unter anderem die ehemaligen Spitzenspieler Jimmy Connors oder Vitas Gerulaitis. Am College feierte er große Erfolge und gewann dort 1981 als Nummer eins der Universität von Tennessee 27 Einzel-Spiele in Folge. Sein bestes Einzelergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier war das Erreichen der dritten Runde, was ihm bei allen vier Turnieren gelang. Der Linkshänder gewann sechs Titel im Doppel, im Einzel stand er 1982 im Finale des Turniers von Ancona. DePalmer musste seine Karriere wegen Rückenproblemen beenden und begann anschließend in der Akademie von Bollettieri zu arbeiten.

Auch im Fußball gab es zuletzt eine schreckliche Todesnachricht. Der Sohn von Ex-Nationalspieler Michael Ballack ist tödlich verunglückt.* (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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