Tennis-Legende springt Kaiser in der WM-Affäre zur Seite

Boris Becker: Das mit Franz Beckenbauer ist eine Schande

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Lilly und Boris Becker bei der Verleihung der Laureus Sport Awards in Berlin.

München - Boris Becker (48) setzt sich seit Jahrzehnten für Kinder ein, die es „nicht so gut im Leben haben wie ich“. Die tz traf ihn im Vorfeld der Laureus-Verleihung am Montagabend. Das Interview:

Boris Becker (48) trägt ein Poloshirt mit dem Laureus-Emblem. Deutschlands vierfacher Sportler des Jahres setzt sich seit Jahrzehnten für Kinder ein, die es „nicht so gut im Leben haben wie ich“. Die tz traf ihn im Vorfeld der Laureus-Verleihung am Montagabend. Das Interview:

Herr Becker, langsam hat man das Gefühl, dass die Deutschen Sie langsam wieder respektieren...

Becker: Ist das so?

Ja. Sie arbeiten erfolgreich als Trainer von Novak Djokovic. Das hätten Ihnen viele Deutsche nicht zugetraut.

Becker: Mit meinen Fans hatte ich nie Probleme. Sie standen immer hinter Boris Becker. Aber es gab einige Journalisten, die es nicht gut gemeint haben mit mir.

Stimmen Sie zu, dass Deutschland seine Helden feiert, solange sie erfolgreich sind. Und dann wartet das Land nur darauf, dass sie abstürzen?

Becker: Ich lebe in Ausland. Gerade in England, den USA oder auch China werden Sportler nicht so scharf kritisiert wie in Deutschland.

Warum ist das so?

Becker: Das liegt an der berüchtigten deutschen Mentalität. Darüber gibt es Bücher.

Zurzeit wird ein anderer Held gekocht: Franz Beckenbauer.

Becker: Ja, leider ist das so. Das ist eine Schande. Franz wird für mich bis an sein Lebensende ein Held bleiben. Ich finde, er hat Enormes für Deutschland geleistet. Die Kritik, die jetzt auf ihn wegen der WM-Affäre niederprasselt, lasse ich nicht zu. Was da wie genau gelaufen ist, weiß ich nicht. Er war es jedenfalls nicht alleine, da waren auch andere beteiligt. Aber die werden verschont.

Vor 31 Jahren gewannen Sie zum ersten Mal Wimbledon. Das war wie die Mondlandung. Sie wurden zum Helden einer ganzen Nation. Dann stürzten Sie ab, hatten private Probleme, zogen nach London, kämpften sich zurück. Wie viele Leben haben Sie gelebt?

Becker: Ich bin dankbar für das Leben, das ich jetzt führen darf. In der Tat gab es viele Höhepunkte und Krisen. Für einen 48-Jährigen habe ich bereits eine Menge hinter mir. Hätte mir das vor 30 Jahren jemand gesagt, hätte ich ihm geantwortet: Junge, du spinnst. Aber mein Leben ist nicht zu Ende. Ich habe noch vor, einige Dinge zu bewegen.

Zum Bespiel?

Becker: Ich bin bei Laureus. Ich will Kindern helfen. Als ich als kleiner Junge meinen ersten Tennisschläger geschenkt bekam, war das die Chance für mich, etwas zu erschaffen, meinem Leben einen Sinn zu geben. Genau das möchte ich jetzt weitergeben. Kindern, die es nicht so gut haben, eine Chance zu geben auf ein lebenswertes Leben. Es ist unsere Verantwortung, den Kids eine Perspektive zu geben. Sport kann dabei eine große Hilfe sein.

Interview: Thomas Gassmann

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