Tennis-Idol im tz-Interview

Herr Becker, ist die IPTL die Zukunft?

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Boris Becker (r.) mit seinem Schützling Novak Djokovic.

München - Während Novak Djokovic bei der International Premier Tennis League (IPTL) auftritt, referierte sein Trainer Boris Becker beim Winter Opening der Christa Kinshofer Skiklinik über den Trainingsalltag.

Herr Becker, wie hält sich ein Tennisspieler fit?

Becker: Aktive Regeneration, auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Außerdem ist das Training auf die Turniere abgestimmt.

Es gibt immer wieder Stimmen, die Belastung im Tennis sei zu hoch. Was halten Sie von der IPTL?

Becker: Ich finde, das ist eine spannende Idee, die Spieler wollen trainieren und sich fit halten. In Asien gibt es die Möglichkeit, das auf spielerische Weise zu machen. Die Matches gehen ja nicht über zwei oder drei Gewinnsätze.

Es gibt einige Regeländerungen.

Becker: Die Matches sollen kürzer und der Tag somit nicht so lange dauern. Auf der einen Seite sollte man das alles nicht zu ernst nehmen, andererseits überlegt die ATP immer wieder, ob man die Regeln ein wenig ändern müsste. Spiele über vier oder fünf Stunden beispielsweise – da stellt man sich die Frage: ist das noch zeitgemäß oder sind es gerade die Spiele, die die Menschen vor den Fernseher locken?

Es gibt immer ein Für und Wider.

Becker: Tennis ist eine Sportart mit viel Tradition, nicht alle, aber einige Regeln sind nicht mehr zeitgemäß. Die IPTL ist ein interessantes Modell, wie man die aktuellen und die ehemaligen Stars zusammenbringen kann.

Liegt darin die Zukunft?

Becker: Als Roger Federer das WM-Finale gegen Novak absagen musste, war das eine Katastrophe für den Veranstalter. Andy Murray ist eingesprungen, die 20 000 in der Halle waren beruhigt. Nach dem Match hat Murray ein Doppel mit Pat Cash, John McEnroe und Tim Henman gespielt, alle Zuschauer sind geblieben. Diese Spieler sind nach wie vor sehr populär. Also wäre es doch eine Überlegung, ob sie auf der Tour eine Alternative zu den Herrendoppel sein könnten. Vielleicht sind Cash, McEnroe & Co. für die Veranstalter und Fans attraktiver als Doppelspezialisten, die niemand kennt.

Wenn Sie Ihre alten Kollegen spielen sehen, bekommen Sie da auch Lust?

Becker: Ich kann nicht mehr spielen. Es gibt genug Kollegen, die jünger und fitter sind. Ich schaue mir das gerne von außen an.

Interview: Mathias Müller

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