tz-Interview vor WBA-Boxkampf

Brähmer: Sturms Fehler werde ich nicht begehen

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Brähmer vor dem Schloss in Schwerin: Vorbereitet auf zwölf Runden.

Am Pfingstsamstag steigt WBA-Halbschwergewichts-Weltmeister Jürgen Brähmer in seiner Heimatstadt Schwerin zur Titelverteidigung gegen den Argentinier Roberto Bolonti in den Ring. Das tz-Interview:

Am Pfingstsamstag (ARD 23.10 Uhr) steigt WBA-Halbschwergewichts-Weltmeister Jürgen Brähmer (35) in seiner Heimatstadt Schwerin zur Titelverteidigung gegen den Argentinier Roberto Bolonti (35) in den Ring. Es ist der 46. Profikampf des Mecklenburgers (43 Siege). Das tz-Interview:

Herr Brähmer, letzte Woche hat Felix Sturm seinen WM-Gürtel verloren. Verunsichert?

Brähmer: Warum sollte ich unsicher werden? Ich habe auch schon gegen Felix gewonnen. Ich werde Sturms Fehler nicht begehen und wild loshauen. Bolonti ist ein geschickter Boxer. Er kann abwarten und dann seinen Hammer schwingen. Aber das kann ich auch. Ich werde beweisen, dass Profiboxen in Deutschland eine Zukunft hat.

Bolonti trägt den Kampfnamen „Die Bestie“, beeindruckt Sie der Namen?

Brähmer: Wenn ich mich von Namen beindrucken lassen würde, wäre ich als Boxer fehl am Platz.

Er hat verlauten lassen, Sie hätten nicht mehr viel drauf…

Brähmer: Solche Spielchen machen mich nicht an. Die Rechnung für die Sprüche gibt es im Ring. Und meine Rechnung wird nicht niedrig sein.

Sie saßen zweimal wegen Schlägereien und Autoeinbrüchen im Knast. Heute trainieren Sie mit Jugendlichen. Was sagen Sie denen?

Brähmer: Leute, seid nicht faul, klotzt ran und erforscht, wo eure Stärken liegen. Die müsst ihr dann ausbauen. Und um Gottes Willen lasst euch nicht durch schlechten Einfluss von euren Zielen abbringen.

Sie haben mit Ihrer langjährigen Freundin eine dreijährige Tochter. Hat Ihnen Ihr neues Leben den Zahn als K.o.-Matador gezogen?

Brähmer: Man kann nicht alle Kämpfe durch Knockout gewinnen. Bei 45 Kämpfen 32 vorzeitige Siege ist keine ganz schlechte Quote. Übrigens, meinen letzten WM-Kampf im April gegen den Italiener Maccarnelli habe ich auch nach fünf Runden gewonnen.

Wird es auch gegen Bolonti ein vorzeitiger Sieg?

Brähmer: Bolonti ist ein Weltklassemann. Ich bin auf zwölf Runden vorbereitet.

Interview: Manfred Hönel

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