Fritz von Thurn und Taxis trauert um Günther Wolfbauer

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Günther Wolfbauer war einer der ersten Moderatoren des Blickpunkt Sport.

München - Er war eine Legende: Jahrzehntelang war Günther Wolfbauer im bayerischen Sport allgegenwärtig, moderierte bis 1985 den "Blickpunkt Sport", schrieb, war im Radio in "Heute im Stadion" zu hören.

Am Dienstag starb Wolfbauer im Alter von 83 Jahren in München. In der tz verabschiedet sich sein langjähriger BR-Weggefährte Fritz von Thurn und Taxis von ihm: Servus, Günther!

„1971 traf ich Günther zum ersten Mal. Er gehörte zu einer Garde von Reporterpersönlichkeiten des BR, die unvergessen ist: Ludwig Maibohm, Günther Isenbügel, Sammy Drechsel, Oskar Klose – und eben Günther Wolfbauer. Von ihnen habe ich mir viel abgeschaut.

An Günther hat mich seine Vielseitigkeit beeindruckt. Er hat gleichzeitig für Zeitung, Radio und Fernsehen gearbeitet – heute undenkbar. Er war unglaublich kultiviert und gebildet, ein großer Musikliebhaber. Zusammen haben wir eine der ersten Fernseh-Talkshows gemacht, den Samstagsclub im BR. Zwischenzeitlich war er auch noch Rathaus-Pressesprecher in München, sein Horizont reichte weit über den Sport hinaus.

Günther war neben Hans-Joachim Rauschenbach einer der ersten deutschen Sportreporter, der Toupet trug – was heute gottlob nicht mehr notwendig ist. Unvergessen bleibt mir seine Flugangst. Wir waren viel miteinander unterwegs, das Europacupfinale der Bayern 1974 gegen Atletico Madrid war nur eine dieser Reisen. Und der Mann, der im TV-Studio so souverän und gelassen war, schwitzte im Flugzeug Blut und Wasser. Gegen das Lampenfieber beim Fliegen half sein kleines Geheimnis – ein Flachmann zur Beruhigung. Ich bin froh, dass ich im Oktober bei der Jubiläumssendung zur 1500 Ausgabe von Blickpunkt Sport nochmal mit ihm reden konnte. Er war am Tag zuvor gestürzt, es ging ihm nicht sehr gut, aber sein Kopf war hellwach wie eh und je. Jetzt ist er gegangen, als letzter Vertreter einer großen Reportergeneration. Servus, Günther!“

tz

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