Tour de France: Deutscher überraschend Dritter

Buchmann: "Größtes Erlebnis meiner Karriere"

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Emanuel Buchmann.

Paris - Zwar siegte der Pole Rafal Majka bei der elften Etappe der Tour de France, doch mit gerade einmal 22 Jahren hat Emanuel Buchmann einen starken dritten Platz geschafft. Er genoss seinen Erfolg. 

Erschöpft von der Hitzeschlacht in den Pyrenäen setzte sich Emanuel Buchmann auf den Asphalt von Cauterets. „Das ist ein supergeiles Gefühl, einfach unglaublich. Das ist das größte Erlebnis meiner Karriere“, sagte der 22-jährige deutsche Meister, nachdem er mit einer furiosen 108-Kilometer-Flucht über den gefürchteten Tourmalet und fünf weiteren Bergen hinweg auf einen starken dritten Platz auf der elften Etappe der Tour de France gefahren war.

Erstmals seit Andreas Klöden 2013 belegte am Mittwoch wieder ein deutscher Radprofi einen Podestplatz auf einer schweren Bergetappe. Grund zum Abheben war das für Buchmann aber nicht. „Ich bin jetzt nicht der Kapitän. Es gibt keine Hierarchie im Team“, sagte der Ravensburger. Womöglich ist an diesem Mittwoch aber der Stern eines großen deutschen Rundfahrers aufgegangen. Denn was der viertjüngste Fahrer im Peloton auf dem beschwerlichen Weg von Pau nach Cauterets abgeliefert hatte, war eine große Leistung. Nur der Pole Rafal Majka und der Ire Daniel Martin konnten Buchmann abschütteln, die Favoriten um den Spitzenreiter Christopher Froome bei Temperaturen von 35 Grad eine kleine Angriffspause einlegten.

In die Bereiche von Froome will Buchmann auch einmal vordringen. „Ich möchte mich zu einem starken Klassementfahrer entwickeln“, sagte er. Auf diese Art von Fahrer wartet Deutschland seit der unrühmlich zu Ende gegangenen Ära von Jan Ullrich. Buchmann ist der neue Hoffnungsträger, dabei war er eigentlich nur als Helfer von Dominik Nerz vorgesehen. Doch das Pech und der Ausstieg des Chefs wegen Magenproblemen war das Glück für Buchmann, der keine Rücksicht mehr auf die Stallorder nehmen musste und angreifen durfte.

„Für heute bin ich erst mal bedient, vielleicht versuche ich es in den nächsten Tagen noch mal, in eine Ausreißergruppe zu kommen. Morgen aber bestimmt nicht“, sagte Buchmann mit Blick auf die nächste schwere Pyrenäen-Etappe zum Plateau de Beille hinauf. In Cauterets hatte er 1:23 Minuten hinter Majka das Ziel erreicht. Dazwischen fuhr Martin (1:00 Minute Rückstand) auf Platz zwei. „Am Tourmalet hatte ich noch gehofft, weiter nach vorne zu kommen, aber in der Abfahrt hatte ich Krämpfe“, sagte Buchmann.

Gesamterster Froome verzichtete dagegen nach seiner Klettershow vom Vortag auf weitere Attacken und erreichte an der Seite seiner verbliebenen Rivalen mit über fünf Minuten Rückstand auf den Tagessieger das Ziel. Damit liegt Froome, dessen Coup am Dienstag in La Pierre-Saint-Martin mit einer Mischung aus Bewunderung und Verdacht registriert worden war, weiter 2:52 Minuten vor seinem ersten Verfolger Tejay van Garderen (USA). Platz drei belegt der Kolumbianer Nairo Quintana (3:09). So konnten auf dem elften Teilstück eben andere die Show liefern – wie zum Beispiel das strahlende deutsche Talent Emanuel Buchmann.

Das Fan-Interesse wächst wieder

Die erste schwere Bergetappe bei der Tour de France durch die Pyrenäen hat das Interesse der Fernsehzuschauer leicht erhöht. 1,16 Millionen Radsportfans sahen am Dienstag in der ARD den außergewöhnlichen Sieg des Top-Favoriten Christopher Froome bei der Bergankunft in La Pierre-St-Martin. Die Live-Übertragung aus den Pyrenäen bescherte dem Ersten einen Marktanteil von 10,4 Prozent. In der Vorwoche hatten die Tour-Sendungen der ARD die Zehn-Prozent-Marke zumeist verfehlt.

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