Turnier im Londoner Ally Pally

WM-Start: Die Stimme des Darts im tz-Interview

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Elmar Paulke (l.), die deutsche Stimme des Darts, im tz-Interview.

München - Die Darts-WM im Londoner Ally Pally steht an, heute geht’s los. Zum elften Mal für Sport1 als Live-Kommentator im Einsatz ist Elmar Paulke. Die tz traf die deutsche Stimme des Darts zum Interview.

Ein langgezogenes „onehunderedandeightyyyyy“, dazu die Kult-Hymne "Chase the sun" und Tausende feucht-fröhlicher Fans – spätestens jetzt wissen die Fans: Die Darts-WM im Londoner Ally Pally steht an, heute geht’s los, das Finale ist am 4. Januar. Zum elften Mal für Sport1 als Live-Kommentator im Einsatz ist Elmar Paulke. Die tz traf die deutsche Stimme des Darts zum Interview und zum Vierer-Wettkampf im Irish Folk Pub in der Schwabinger Giselastraße. 1979 wurde dort einer der ersten Darts-Klubs Deutschlands gegründet. Das Turnier gewann die Sport1-Crew gegen das tz-Team. Paulke checkte aus mit Tops – stilecht eben…

Herr Paulke, was erwarten Sie von dieser WM?

Elmar Paulke: Ich erwarte eine sehr ausgeglichene WM. Der Kreis der Topspieler wird immer größer, insbesondere durch die Jungstars. Aber am Ende, das zumindest ist mein Tipp, gewinnt Phil Taylor.

Woran liegt es, dass die Konkurrenz der Jungen immer größer wird?

Paulke: Das liegt an der Youth Tour, die der Verband PDC vor einigen Jahren eingeführt hat. Michael Van Gerwen hat dort ebenfalls gespielt, und wurde dann 2014 mit 24 Jahren jüngster Weltmeister aller Zeiten.

Der Austragungsort Ally Pally ist Kult, was macht die Faszination aus?

Paulke: Es ist das Wembley des Darts, das wichtigste Turnier des Jahres. 1,25 Millionen Pfund an Preisgeld werden ausgeschüttet – ein Rekord. Und für die Fans ist es das Party-Turnier des Jahres. Die reisen teilweise mit 40, 50 Mann an – kostümiert. Als Kontrast dazu hat man dieses historische Gebäude, das macht das besondere Ambiente aus.

Darts ist eine Erfolgsstory – was ist das Geheimnis?

Paulke: Der Verband ist ein Wirtschaftsunternehmen. In England ist Darts die TV-Sportart Nummer zwei nach Fußball. Sky Sports England hat diesmal einen eigenen Darts-Kanal. Auch in Deutschland steigt die Popularität. Aus vielen Dartsshops höre ich, dass das WM-Geschäft immer mehr wird und immer früher losgeht. Auch die Ticketverkäufe steigen. Interessanterweise wird jetzt hierzulande wieder mehr Steel-Darts als E-Darts gespielt. Steel-Darts ist das, was die Leute im TV sehen.

Was ist von den Deutschen in London zu erwarten?

Paulke: Jyhan Artut trifft am Freitag auf Taylor. Den darf man niemals unterschätzen. Er ist jetzt 54 und weiß, dass er nicht mehr viele Jahre hat, das Turnier zu gewinnen. Max Hopp bekommt es in der ersten Runde am Dienstag mit Mervyn King zu tun. Es wäre keine Überraschung, wenn Max Hopp gewinnt − gerade zu Beginn eines Turniers, wenn die Distanz noch nicht so lang ist. Auch Debütant Sascha Stein hat sowohl in der Vorrunde gegen Kim Viljanen am Freitag als auch in einem möglichen Erstrundenmatch gegen Stuart Kellet seine Chancen.

Hätte Darts ohne The Power so populär werden können?

Paulke: Eines ist sicher: Ohne Phil Taylor hätten die Top­leute nie dieses spielerische Niveau erreicht.

Für Sie wird die WM wieder eine Marathon-Veranstaltung am Mikrofon: Wie halten Sie Ihre Stimme fit?

Paulke: Ingwer hilft total.

Bernd Brudermanns

 

Heute um 22.10 Uhr geht’s live los aus London

Am Donnerstag um 22.10 Uhr beginnt bei Sport1 die Live-Übertragung von der WM. Der Sender überträgt von der ersten Runde bis zum Finale (4. Januar) knapp 70 Stunden live im Free-TV − damit wird die Berichterstattung im Vergleich zum Vorjahr um zehn Stunden ausgebaut. Als Kommentatoren begleiten Elmar Paulke und Tobias Drews mit dem Sport1-Experten Tomas „Shorty“ Seyler, der im Vorjahr selbst auf der WM-Bühne stand, die Übertragungen. Alleine Paulke ist bei dieser WM über 55 Live-Stunden im Einsatz. Dazu liefert Sascha Bandermann ­Interviews und Eindrücke aus dem Londoner Ally Pally.

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