So endete der WM-Fight

Wilder und Fury mit rasanter Show: Ringrichter treffen überraschende Entscheidung

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WBC Kampf Deontay Wilder - Tyson Fury

Deontay Wilder bleibt Profi-Boxweltmeister des WBC im Schwergewicht. Der 33 Jahre alte US-Amerikaner verteidigte seinen Titel gegen den britischen Ex-Champions Tyson Fury.

Los Angeles -  Im Kampfverlauf hatte Wilder seinen drei Jahre jüngeren Herausforderer zweimal niedergeschlagen. Die Ringrichter entschieden dennoch auf Unentschieden. Der in nunmehr 41 Profikämpfen unbesiegte Kalifornier darf nach seinem Erfolg auf einen Vereinigungskampf gegen den britischen IBF- und WBO-Weltmeister Anthony Joshua hoffen.

Deontay Wilder vs. Tyson Fury: Der WM-Kampf im Ticker

+++ Die Entscheidung ist gefallen! Die Ringrichter entscheiden trotz zweier Niederschläge Deontay Wilders auf Unentschieden! Der „Bronze-Bomber“ ist deshalb auch etwas verstimmt, bringt seinen großen Respekt für seinen Kontrahenten zum Ausdruck.

+++ Der finale Gong ertönt nach einem großen Kampf! Nun ist es an den Ringrichtern, eine Entscheidung über den Ausgang dieses WM-Kampfes zu fällen. Nach all den „Boshaftigkeiten“ im Vorfeld umarmen sich die beiden Fighter innig. Beide scheinen mit ihrer Leistung äußerst zufrieden zu sein.

+++ Die zwölfte und letzte Runde läuft! Im Falle eines Unentschiedens würde Wilder seinen Titel behalten. Danach sieht es im Moment jedoch nicht aus. Fury geht nach einem mächtigen Haken erneut zu Boden. Zementiert der „Bronze-Bomber“ jetzt seinen Ruf? Punch um Punch prasselt auf den britischen Hünen ein. Fury gibt sich jedoch nicht geschlagen, scheint immer noch in der Lage, jederzeit einen Konter landen zu können.

+++ Und weiter geht´s! Wer sichert sich die WBC-Weltmeisterschaft? Nach Punkten könnte Fury aktuell leicht im Vorteil sein. Dass er in Runde elf immer noch im Ring stehen würde, hätten wohl die wenigsten Experten erwartet. Wilder agiert nun merklich gereizt auf die Standfestigkeit seines Gegners.

+++ Runde zehn läuft. Hat sich Fury vom ersten Bodenkontakt des Kampfes erholt? Wilder dürfte nun versuchen, diesen Fight zu beenden. Starker Aufwärtshaken von Fury, dann kontert der „Bronze-Bomber“. Der Gong erlöst den Briten, nachdem Wilder zu Ende der Runde zu einer furiosen Attacke ansetzt. Der Brite verabschiedet sich erneut mit herausgestreckter Zunge in seine Ecke.

+++ Deontay Wilder macht Ernst, Fury geht in Runde neun nach einem mächtigen Schlag erstmals zu Boden! Ist der Kampf jetzt gleich zu Ende? Fury macht nicht mehr den stabilsten Eindruck. Zum Ende von Runde neun wirkt der Brite wieder gefestigter, provoziert seinen Kontrahenten gar mit herausgestreckter Zunge.

+++ Kaum Zeit zum Durchatmen: Runde acht läuft. Fury hat sich offenbar wirklich äußerst akribisch auf diesen Fight vorbereitet. Konditionelle Mängel sind dem britischen Hünen bislang noch nicht anzumerken. K.O.-Spezialist Wilder will nun seinem Ruf gerecht werden, findet aber gegen seinen zähen Widersacher bislang noch nicht das rechte Mittel. Fury landet erneut eine pointierte Rechte. Kurz bevor der Gong ertönt, macht Wilder mit einer schönen Kombination von sich reden.

+++ Starker Schlagabtausch! Nun hat die Auseinandersetzung tatsächlich den Charakter der angekündigten Schlacht, Wilder agiert nun merklich aggressiver. In Runde sieben kann Fury allerdings zwei, drei gute Treffer landen. 

+++ Jetzt könnte es spannend werden. Das Team von Deontay Wilder dürfte darauf pochen, dass der „Bronze-Bomber“ konditionelle Vorteile für sich verbuchen kann.

+++ Nach sechs Runden ist noch alles möglich. Nach Punkten scheinen die Kontrahenten in etwa gleich aufzuliegen.

+++ „Meiner Meinung nach ist der Sieger dieses Kampfes der größte Kämpfer im Schwergewicht“, sagt DAZN-Experte Hussein David Muhamed.

+++ Der mit Spannung erwartete Kampf in Los Angeles hat begonnen. In den ersten Runden dürften sich die Kontrahenten zunächst belauern. Wie fit ist Tyson Fury nach seiner zweijährigen Dopingsperre?

Kampf um die WBC-WM: Deontay Wilder und Tyson Fury steigen in den Ring

Los Angeles - Sie giften sich an, beschimpfen sich übel und würden sich am liebsten an die Kehle springen. Doch Boxweltmeister Deontay Wilder und Herausforderer Tyson Fury müssen sich gedulden, ehe sie aufeinander einprügeln dürfen. Am Samstagabend (Ortszeit) im Staples Center von Los Angeles steht der mit Spannung erwartete Schwergewichtskampf zwischen WBC-Weltmeister Wilder aus den USA und dem großmäuligen Klitschko-Bezwinger Fury aus Großbritannien auf dem Programm. „Spargeltarzan“, „Penner“, geifert Fury. „Ich habe in die Augen des Killers gesehen, und ich sah nur ein Kätzchen“, feixt Wilder.

Beide sind unbesiegt. Wilder, genannt Bronze-Bomber, gewann seine 40 Profikämpfe allesamt, davon unglaubliche 39 durch K.o. Fury siegte 27-mal (19 K.o.). „Ich werde ihm so lange ins Gesicht schlagen, bis er so aussieht wie der Clown, der er ist“, pöbelte Fury. Der 2,06 Meter große Brite provoziert seinen Gegner wie schon damals Wladimir Klitschko mit teilweise absurdem Geschwafel und will ihn zur Weißglut bringen. Dabei weiß man nie so genau: Ist der 30-Jährige lediglich ein nerviger Trash-Talker oder meint er tatsächlich, was er sagt. Vor dem Kampf gegen Klitschko trieften seine Tiraden vor Sexismus, Antisemitismus und Homophobie.

Wie fit ist Fury nach seiner Sperre?

„Das Tolle an diesem Kampf ist, dass wir alle darüber reden“, meint Ex-Weltmeister Evander Holyfield. „Ich denke, Wilder gewinnt.“ Ex-Champion Mike Tyson, der Holyfield einst ein Stück vom Ohr abbiss, widerspricht. „Obwohl Wilder schlagstark ist, kann nichts mit der mentalen Stärke verglichen werden, die Fury sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings gezeigt hat.“ Der 33-jährige Wilder ist favorisiert, wohl auch, weil Fury nach seiner zweijährigen Dopingsperre erst zwei mäßige Aufbaukämpfe bestritten hat.

Wilder vs. Fury: Drohungen gegen Ranglisten-Ersten

Die Rangliste im Schwergewicht führt der britische Weltmeister Anthony Joshua an (WBO, IBF, WBA-Super). Wilder und Fury haben ihm schon mehrfach gedroht, ihm vom Thron zu stoßen. Der dopingbelastete reguläre WBA-Champion Manuel Charr aus Köln gehört nicht in diese Kategorie.

Ruhe, Vernunft und Vorhersehbarkeit in der Ära von Ex-Champion Wladimir Klitschko, der von 2006 bis 2015 regierte, sind vorbei. „Jetzt ist Fieber drin, richtig viel Energie. Unter Klitschko war es zuletzt langweilig geworden“, sagt Ex-Europameister und WM-Kämpfer Luan Krasniqi aus Rottweil. „Wenn der Kampf über die Runden geht, tippe ich auf Fury. Gegen Wladimir war er großartig.“ Fury hatte Klitschko im November 2015 die WM-Gürtel von IBF, WBO und WBA entrissen. Danach war er sie wegen Dopings und Kokain-Missbrauchs schnell wieder los. Alkoholexzesse, Depressionen, Selbstmordgedanken und Frustfressen bis zu einem Eigengewicht von 170 Kilo folgten.

Diesmal hat Fury auch positive Nachrichten: Er wolle einen Teil der größten Börse seine Karriere von rund zehn Millionen Dollar „den Armen geben und Häuser für die Obdachlosen bauen“, verrät der Brite. „Ich habe keine große Verwendung dafür, mir ist es egal, ob ich Millionär oder Milliardär werden kann. Ich bin Boxer und kein Geschäftsmann.“ Ob er sich nach dem Kampf an seine Worte erinnert?

dpa

So sehen Sie den Kampf live im TV und im Live-Stream.

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