Der beste Rennfahrer der Welt

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Sébastian Loeb legte einen sensationellen Formel-1-Test hin.

Barcelona - Vergesst Lewis Hamilton – der beste Autofahrer der Welt kommt aus dem Elsass! Er heißt Sébastian Loeb, ist 34 und fünffacher Rallye-Weltmeister! Was er wirklich kann, steht nach seinem Test im Red Bull in Barcelona fest.

Ohne große Vorbereitung fuhr er Rundenzeiten, die Insider als Sensation bezeichneten. Er wurde nach 82 Runden Achter von 17 Piloten in der Tageswertung, fuhr nur ein Zehntel langsamer als Robert Kubica im BMW. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost: „Er ist eine Sensation, ein Naturtalent. Wie er mit dem Auto umgeht, erinnert mich an Walter Röhrl. Der war auch mit allem sauschnell, was Räder hatte.“

Walter Röhrl galt als bester Universal-Rennfahrer aller Zeiten. Er wurde Rallye-Weltmeister, fuhr in der DTM Siege heraus, in Amerika auf der Rundstrecke, war auf einem Gruppe-C-Sportwagen von Lancia schneller als die Formel-1-Piloten Michele Alboreto und Riccardo Patrese – und verblüffte sogar Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi. Mit dessen Copersucar-Formel-1 fuhr Röhrl die gleichen Rundenzeiten wie der Brasilianer und beschwerte sich dabei noch über die unmögliche Sitzposition. Fest steht: Loeb ist aus dem gleichem Holz geschnitzt.

Das sieht auch Honda-Tester Alexander Wurz so. Der fuhr in Barcelona selbst und konnte Loeb beobachten. Wurz: „Loeb ist in Hochform, seine Reflexe sind topfit. Sébastian hat bei diesem Test eine wirklich beeindruckende Vorstellung gegeben. Er ist mit Sicherheit ein Sondertalent, wie man es im Motorsport nicht allzu oft antrifft.“

Loeb zeigte sich auch zufrieden mit seinem Test: „Ich muss zugeben, dass es deutlich anstrengender ist, ein solches Auto zu fahren als meinen Rallyewagen. Doch gegen Ende des Tages hatte ich mich an alles gewöhnt und konnte es dann richtig genießen. Ich muss zugeben, dass der Grip vor allem in den schnellen Kurven sehr beeindruckend ist.“

Wegen der brutal späten Bremspunkte in der Formel 1 hatte sich Loeb vor dem Test noch Gedanken gemacht: „Vormittags dachte ich noch, das würde völlig unmöglich werden, aber in den letzten zehn Runden hatte ich gar keine Sorgen mehr damit. Ich habe einfach versucht, ohne Risiko schnell zu fahren.“

Glück für Hamilton und Co.: 2009 will Loeb seinen sechsten Rallye-WM-Titel in Folge holen. „Für die Formel 1 bin ich schon zu alt – wahrscheinlich…“

Die Red-Bull-Ingenieure glauben das nicht. Sie staunten über Loebs Analysen nach der Testfahrt. Loeb: „Die Reifen bringen nur in der ersten Runde den großen Vorteil.“ Weitere Testfahrten sind nicht geplant – vorerst. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost ist nämlich überzeugt: „Würde sich Loeb ernsthaft mit der Formel 1 beschäftigen, er könnte mit dem richtigen Auto ganz oben mitfahren.“

Schaden würde es dem Spektakel Formel 1 auf keinen Fall, wenn Loeb käme. Zumal er nach den Tests lachte: „Mit etwas Risiko hätte ich sicherlich noch schneller sein können.“

Quelle: tz

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