Djokovic nach Sieg über Murray im Finale

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Novak Djokovic steht im Finale der Australian Open

München - Novak Djokovic hat seine Mission Titelverteidigung im Halbfinale der Australian Open fortgesetzt und ist nur noch einen Sieg von seinem dritten Melbourne-Titel entfernt.

Als Novak Djokovic seine Mission Titelverteidigung im Halbfinale der Australian Open fortgesetzt hatte, ließ er sich rücklings fallen und sendete einen Dank nach ganz oben. Der topgesetzte Serbe bekreuzigte sich und faltete die Hände, während Verlierer Andy Murray nach einem knapp fünfstündigen Wechselbad der Gefühle am Boden zerstört war.

„Das war eines meiner besten Matches überhaupt. Es war physisch so anstrengend, aber ich habe mich mit der Hilfe von Bananen und Energiedrinks zurückgekämpft“, sagte Djokovic nach dem 6:3, 3:6, 6: 7 (4:7), 6:1, 7:5 gegen Murray, der die erste Niederlage mit seinem neuen Trainer Ivan Lendl nach zuvor 10 Siegen in Serie kassierte.

Im Finale am Sonntag (09.30 Uhr MESZ) trifft Djokovic in einer Neuauflage des US-Open-Endspiels 2011 auf Rafael Nadal. Der an Position zwei gesetzte Spanier hatte am Donnerstag in Melbourne das Duell der Giganten gegen Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer (Schweiz) in vier Sätzen für sich entschieden. Nadal hat die Australian Open 2009 gewonnen, allerdings die letzten sechs Vergleiche gegen den Weltranglistenersten Djokovic verloren. „Rafa ist ein guter Freund. Wir begegnen uns mit großen Respekt, alles ist völlig offen“, sagte der „Djoker“.

Der Schotte Murray, oft als ewiger Zweiter abgestempelt, musste in der Neuauflage des letztjährigen Finals eine weitere bittere Niederlage hinnehmen. „Ich bin enttäuscht, weil ich meine Chancen nicht genutzt habe. Wir waren beide gut, aber am Ende war Novak besser“, sagte der 24-Jährige. Dem Vereinigten Königreich soll Murray den ersten großen Titel seit Fred Perrys Wimbledonsieg von 1936 bescheren. Um die mentale Blockade nach drei verlorenen Major-Finals zu lösen, hatte er Ende Dezember die frühere Nummer eins Lendl als Coach verpflichtet. Der gebürtige Tscheche hatte erst im fünften Anlauf ein Grand-Slam-Endspiel gewonnen.

Murray zeigte im entscheidenden Satz großen Kampfgeist, als er einen 2:5-Rückstand noch aufholen konnte. Doch Djokovic gelang vor den Augen der australischen Premierministerin Julia Gillard wenig später mit dem Break der Matchgewinn nach 4:50 Stunden.

Nachdem Djokovic den ersten und Murray den zweiten Satz dominiert hatte, stand der dritte Durchgang lange auf des Messers Schneide und dauerte insgesamt 88 Minuten. Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Rod-Laver-Arena konnte der Schotte bei Stand von 4:5 sogar drei Satzbälle des „Djokers“ abwehren, ehe er im Tiebreak kühlen Kopf bewahrte und sich selbst belohnte. Doch anstatt selbstbewusst die Führung zu nutzen, kassierte Murray gleich zu Beginn des vierten Satzes zwei Breaks und lag schnell mit 0:4 hinten.

Murray leistete sich in der spannenden, aber keineswegs hochklassigen Partie 86 unbedrängte Fehler und konnte nur sieben von 24 Breakchancen nutzen. Djokovic machte 69 „unforced errors“. Er hatte im vergangenen Jahr bei den Australian Open eine beeindruckende Siegesserie gestartet. Nach 41 Erfolgen in Folge wurde er erst im Halbfinale der French Open im Juni von Federer gestoppt. Neben den Grand Slams in Melbourne und London hatte Djokovic 2011 auch die US Open gewonnen.

Federer indes verließ down under als geschlagener Mann. Zurück blieben viele Zweifel - gepaart mit einem Hauch von Wehmut. Und der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz wusste um die Alarmstimmung, die seine Schlappe gegen seinen Dauerrivalen Nadal ausgelöst hatte. „Seid nicht traurig. Entscheidend wird sein, wie ich jetzt reagiere“, meinte Federer. Seine Ratlosigkeit konnte der Weltranglistendritte in den Momenten der bitteren Pleite trotz bester Absichten ebensowenig verhehlen wie den Frust. „Ich bin enttäuscht, aber ich habe eigentlich gut gespielt“, erklärte der 30-Jährige und hatte zunächst keine Erklärung für das Aus.

sid

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