Gegner: "Ungleichbehandlung ärgert mich"

Dopingkontrollen? Nicht bei Klitschko

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Pulev trifft am 6. September auf Wladimir Klitschko.

Berlin - Kubrat Pulev trifft im September auf WM-Titelverteidiger Wladimir Klitschko. Es geht um die Gürtel der IBF, IBO, WBA und WBO. Pulev rechnet sich Chancen aus, fühlt sich aber ungerecht behandelt.

Kubrat Pulev trainiert hart. Der Bulgare bereitet sich mit seinem Trainer Otto Ramin auf seinen Kampf am 6. September vor. Dann trifft der Boxer des Berliner Sauerland-Stalls als Herausforderer auf WM-Titelverteidiger Wladimir Klitschko. Es geht um die Gürtel der IBF, IBO, WBA und WBO. Pulev rechnet sich Chancen aus, fühlt sich aber ungerecht behandelt.

Sauerland hat einen Vertrag mit der Nationalen Antidoping-Agentur (NADA), nach dem sich die Sauerland-Profis auch im Training Dopingkontrollen unterziehen müssen. Klitschko muss das nicht, denn er gehört zum BDB, dem Verband Deutscher Berufsboxer. Dieser Verband verlangt nur nach dem Kampf eine Dopingkontrolle. Das wurmt Pulev: „Ich unterstelle Wladimir keineswegs, dass er dopt. Aber ich ärgere mich über die Ungleichbehandlung. Herr Pütz als Präsident des DBD sagte uns, der Verband habe kein Geld für Trainingskontrollen. Aber bitteschön, Wladimir ist Multimillionär, ich würde für meine Ehre die erforderliche Summe auf den Tisch legen.“ Es soll sich um 30 000 Euro handeln. Pulev weiter: „Es hat mich gekränkt, als mir Klitschkos Manager Bernd Bönte unterstellte, Sauerland hätte mich beauftragt, dass Thema Doping ins Gespräch zu bringen. Ich bin Sportwissenschaftler, da muss ich mir nicht sagen lassen, welche Fragen ich auf einer Pressekonferenz aufwerfe.“

Pulev weiß um die alten Zeiten, als bulgarische Gewichtheber von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen im Kochgeschirr Medaillen mitbrachten. „Es waren keine ehrlichen Medaillen. Das ist über 30 Jahre her. Wir sind eine neue Generation. Ich will mit Doping nichts zu tun haben.“ Trainer Otto Ramin äußert sein Unverständnis, dass ausgerechnet Klitschko Botschafter der NADA-Initiative Alles geben, nichts nehmen geworden ist. „Ich bekenne mich zu sauberem Sport. Doping ist keine Option, daher unterstütze ich die Initiative der NADA“, sagt Klitschko als Botschafter.

Eva Bunthoff, Pressesprecherin der NADA, erklärt, warum die NADA ausgerechnet einen Athleten als Botschafter gewann, dessen Verband keinen Vertrag mit der NADA besitzt: „Wir wissen, dass es beim BDB keine Dopingkontrollen gibt. Mit Klitschkos Hilfe wollen wir das ändern. Wir arbeiten daran, mit dem BDB genauso einen Vertrag abzuschließen wie mit dem Sauerland-Stall.“ Laut BDB-Chef Thomas Pütz sei eine Trainingsprobe schwierig, weil Klitschko als „Weltbürger“ überall zu Hause sei und damit nicht in der Lage, seinen Standort Monate vorher bekanntzugeben. Ramin kontert: „Lächerlich. Die vier Wochen vor dem Kampf hält sich Wladimir zum Sparring in Going auf. Mehr will ich dazu nicht sagen.“

Manfred Hönel

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