1. tz
  2. Sport
  3. Mehr Sport

DTM: Mercedes-Sieg im "Audi-Land"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Der britische DTM-Rennfahrer Jamie Green (M - Junge Sterne AMG Mercedes) feiert mit dem Schweden Mattias Ekström (l - Audi Sport Team Abt Sportsline) und dem Kanadier Bruno Spengler (Mercedes-Benz Bank AMG) bei der Siegerehrung des Rennens auf dem Norisring in Nürnberg. © dpa

Nürnberg - Kein Podest-Debüt für Pole-Mann Ralf Schumacher, aber “Audi-Land“ bleibt in Mercedes-Hand.

Der Brite Jamie Green hat als erster DTM-Fahrer einen Hattrick auf dem Nürnberger Norisring geschafft und damit die seit 2003 andauernde Mercedes-Serie beim “Heimspiel“ von Konkurrent Audi auf acht Erfolge verlängert.

Der 28-Jährige setzte sich am Sonntag vor Audi-Rivale Mattias Ekström und seinem in der Gesamtwertung weiter führenden Mercedes-Kollegen Bruno Spengler durch. “Brillant! Was für ein Wochenende“, brüllte Green nach seinem dritten Sieg in Serie bei dem prestigeträchtigen Saison-Highlight des Deutschen Tourenwagen Masters in den Boxenfunk.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war erleichtert, den Konkurrenten aus Ingolstadt nur 90 Kilometer von dessen Konzernzentrale wieder in Schach gehalten zu haben. “Das war knapp“, sagte Haug. “Es hätte auch andersrum ausgehen können, das muss man ehrlich sagen. Audi war siegfähig.“

Der geschlagene Konkurrent tröstete sich nach verpatztem Zeittraining und drei Mercedes an der Spitze mit einer achtbaren Performance im Rennen. “Nach dem Qualifying haben wir das Maximum herausgeholt. Eki hat im Gesamtklassement 2 Punkte auf Spengler gutmachen können“, sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. “Es gibt noch viele Rennen. Es ist wichtig, dass wir wieder da sind.“

Heiße Boxenluder: So sexy ist die Formel 1

Im Mercedes-Lager herrschte auch große Freude darüber, dass Spengler mit nun 32 Zählern seine Führung in der Fahrerwertung noch ausbauen konnte. Green (22 Punkte) schob sich auf Rang zwei vor, dahinter liegt Ekström (21). Seinen insgesamt sechsten DTM-Erfolg fuhr Green nach 82 Runden auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs (Gesamtdistanz 188,6 Kilometer) in 1:08:05,282 Stunden ein. Ekström war nur 0,591 Sekunden langsamer.

Enttäuschend verlief das Rennen für Überraschungs-Pole-Mann Ralf Schumacher. Er büßte die Hoffnung auf sein erstes Podium im 25. DTM- Rennen schon auf den ersten Metern ein. Der Ex-Formel-1-Pilot trat zu früh aufs Gas und wurde von der Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe belegt.

Der Kerpener, der sich im Qualifying kurz nach seinem 35. Geburtstag noch mit der ersten Pole Position seiner DTM-Karriere beschenkt hatte, “kroch“ also kurz darauf durch die Boxengasse. Und er musste sich am Ende trotz der schnellsten Rennrunde aller Fahrer mit Platz 11 begnügen. “Das ist sicher ärgerlich. Er ist nicht so früh losgefahren, dass er einen Vorteil gehabt hätte. Aber das Auto hat gezuckt“, sagte Haug.

Damit war an der Spitze die Bahn vorerst frei für das Mercedes-Duo Green und Spengler, der beim Start seinen zweiten Platz an den Teamkollegen verloren hatte. Doch sie konnten sich nicht entscheidend von ihrem dahinter liegenden Audi-Jäger Ekström absetzen.

In der ersten Boxenstopp-Phase knackte Ekström dann die silberne Doppelspitze: Mit einer kurzen Standzeit verdrängte der Schwede Spengler vom zweiten Platz und nahm mit schnellen Rundenzeiten die Verfolgung des um einige Sekunden enteilten Green auf. Doch Green, der in den vergangenen beiden Jahren mit exakt demselben Auto auf dem traditionsreichen Stadtkurs triumphiert hatte, hielt Ekström auf Distanz.

Von Michael Becker

Auch interessant

Kommentare