Neuauflage der Rennsportserie

DTM: Geschichte, Weltmeister, Rennstrecken, Teams – alle Infos

Deutsche Tourenwagen-Masters in Hockenheim
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Deutsches Tourenwagen-Masters auf dem Hockenheimring

Die DTM schafft durch gleiche technische Voraussetzungen für alle Teams ein hohes Maß an Vergleichbarkeit der fahrerischen Leistungen. Viele Formel-1-Fahrer beginnen ihre Karriere in dieser Wettbewerbsklasse.

Hockenheim – Am 28. Mai 2000 fand auf dem Hockenheimring das erste Rennen der neuen DTM statt. An diesem ersten Wettbewerb nahmen 19 Fahrzeuge teil, dabei handelte es sich um acht Opel Astra, acht Mercedes CLK sowie drei Audi TT-R. Aus diesem Rennen ging der erfahrene Pilot Bernd Schneider in seinem Mercedes als Sieger hervor. Rund 56.000 Zuschauer verfolgten das Rennevent live vor Ort. Es sollte den Auftakt zu einer erfolgreichen Neuauflage der DTM bilden.

Die DTM: Die Anfänge der Geschichte des Motorsport-Wettbewerbs

Die heutige DTM hat einen Vorläufer. Bereits in der Zeit von 1984 bis 1996 fand in Deutschland jedes Jahr die DRM (Deutsche Rennsport-Meisterschaft) statt. Dabei starteten Fahrzeuge der folgenden Fabrikate:

  • BMW
  • Ford
  • Porsche

Die Autos waren im Gegensatz zu Formel-1-Modellen keine speziellen Rennwagen, sondern vielmehr modifizierte Serienfahrzeuge. Es entstanden für deren Umbau im Laufe der Geschichte der DRM immer höhere Kosten. Aus diesem Grund verloren die Automobilhersteller zunehmend das Interesse an diesem Wettbewerb. Die Veranstalter der DRM reagierten auf diese Entwicklung, indem sie das Regelwerk anpassten. Demzufolge konnten Tourenwagen mit lediglich seriennahen Modifikationen an diesem Rennen teilnehmen.

Der Motorsport-Wettbewerb wurde in DTM unbenannt. Nach kurzer Zeit erwies sich diese Anpassung als nicht zielführend, die Umbaukosten der Autos stiegen erneut. Die Verantwortlichen beschlossen daraufhin, die DTM 1996 auslaufen zu lassen. Zu den bekanntesten Fahrern dieser ersten Epoche der DTM gehörten Hans-Joachim Stuck und Frank Biela.

Die DTM: Die Neugründung des deutschen Motorsport-Wettbewerbs

Nach dem Ende der ersten DTM-Ära gab es wiederholt Bestrebungen, diese Meisterschaft neu aufzulegen. Zunächst blieben die Bemühungen alle erfolglos. Erst 2000 gelang das Comeback der DTM. Der Automobilhersteller Opel hatte an der Wiederauflage des Motorsport-Wettbewerbs einen entscheidenden Anteil, da er 1998 einen neuen DTM-Tourenwagen auf der Basis des Astra Coupés präsentierte. Dieses Fahrzeug inspirierte Mercedes und Audi genauso wie Fachleute und ein breites am Motorsport interessiertes Publikum, sich für ein Wiederaufleben der DTM-Wettbewerbe einzusetzen.

Damals verfolgten die drei Fahrzeughersteller nicht deckungsgleiche Interessen, diese Tatsache erschwerte die Einigung auf ein neues Regelwerk: Während für Opel insbesondere die Begrenzung der Umbaukosten der Autos eine wichtige Rolle spielte, legte Mercedes großen Wert auf den Hinterradantrieb seiner Fahrzeuge. Die für den Rennsport verantwortlichen Mitarbeiter von Audi bevorzugten dagegen den Allradantrieb. Alfa Romeo und BMW hatten Bedenken, einen rein deutschen Wettbewerb auszutragen, und plädierten für eine Internationalisierung der DTM.

Schließlich gelang die Verabschiedung eines Reglements für die neue DTM. Es wies unter anderem die folgenden Punkte auf:

  • V8-Motoren
  • Hinterradantrieb
  • Coupés als Basis für die Aufbauten

Auf Basis dieses Regelwerks fand die erste Rennserie der neuen DTM im Jahr 2000 statt.

Die DTM: Das erste Jahr des wiederaufgelegten Motorsport-Wettbewerbs

Zunächst bestritten vor allem Fahrer, die bereits in den Vorläufer-Rennserien der DTM erfolgreich waren, die Wettbewerbe. Dazu zählten unter anderem die folgenden Motorsport-Piloten:

  • Klaus Ludwig
  • Bernd Schneider
  • Joachim Winkelhock
  • Christian Abt

Im ersten Jahr fand die DTM auf diesen deutschen Rennstrecken statt:

  • Nürburgring
  • Hockenheimring
  • Oschersleben
  • Norisring
  • Sachsenring
  • EuroSpeedway Lausitz

Dabei wurde jedes Motorsport-Rennen in zwei Läufen von jeweils 100 Kilometern Länge mit fliegenden Starts gefahren. Die ersten zehn Fahrer erreichten Platzierungen mit Punkten. Bernd Schneider auf einem Mercedes gewann die erste Saison der DTM.

Die DTM: Die Entwicklung des Motorsport-Wettbewerbs im zweiten Jahr

Schon im zweiten Jahr ihres Bestehens kam es zu einer Internationalisierung der DTM. Mit dem A1-Ring (der heutige Red Bull Ring) und Zandvoort wurden Rennstrecken in Österreich und in den Niederlanden mit ins Programm genommen. Auch Änderungen des Reglements sollten die DTM als Motorsportwettbewerb interessanter und spannender machen: Die Fahrer mussten sich in dieser Saison zunächst in einem Rennen über 35 Kilometer qualifizieren. Die Länge der Rennstrecke des Hauptwettbewerbs blieb 100 Kilometer lang. Darüber hinaus erfolgten eine Modifikation der Punktevergabe und eine Verkürzung der Reparaturpausen sowie die Einführung von verpflichtenden Boxenstopps. Bernd Schneider und Mercedes konnten auch die zweite Saison der DTM für sich entscheiden. Nach den beiden ersten Jahren der DTM wurden immer wieder Änderungen des Reglements vorgenommen, um die Rennführung zu optimieren.

Die DTM: Weitere historische Rennstrecken des Motorsportrennens

Die DTM wurde außer auf den etablierten deutschen Rennstrecken auch auf anderen europäischen Parcours ausgetragen, unter anderem auf folgenden:

  • Circuit Zolder in Belgien
  • Donington Park Circuit in England
  • Adria International Raceway in Italien
  • TT Circuit Assen in den Niederlanden
  • Brands Hatch in England
  • Circuit de Catalunya in Spanien
  • Circuit de Dijon-Prenois in Frankreich
  • Hungaroring in Ungarn

2010 fand ein Rennen auf dem chinesischen Shanghai Pudong Street Circuit statt.

Die DTM: Die Motorsport-Wagen ab der Saison 2021

Nach der Saison 2020 wurde eine grundlegende Reform des Regelwerks für die DTM beschlossen. Ab 2021 dürfen die Teams ausschließlich Fahrzeuge nutzen, die eine Zulassung des Dachverbands des Motorsports FIA (Federation Internationale de l’Automobile) für die Gruppe GT3 haben. Diese Autos der Gran-Turismo-Klasse lassen sich im Vergleich zu den zuvor für die DTM eingesetzten Fahrzeugen mit geringerem Aufwand und niedrigeren Kosten auf der Basis von Serienmodellen anfertigen.

Die Verwendung von GT3 Autos schafft weitgehend gleiche technische Rahmenbedingungen für alle Fahrer, sodass die Teamleistung in den Fokus rückt. Die GT3-Fahrzeuge müssen insbesondere in den folgenden Kategorien gleiche Eigenschaften aufweisen:

  • Gewicht
  • Reifendimension
  • Ladedruck

Nachdem der Hankook-Konzern zehn Jahre lang die Reifen für die DTM bereitgestellt hatte, gaben die Organisatoren der Motorsport-Rennserie einen Wechsel auf Fabrikate von Michelin bekannt.

Der Motorsport-Wettbewerb DTM: Weitere Regeländerungen ab 2021

In der neuen Motorsport-Saison finden die Starts in der DTM in rollender beziehungsweise fliegender Form aus Zweier-Reihen in dichter Staffelung statt. Außerdem werden sogenannte Erfolgsgewichte eingeführt. Dabei handelt es sich um zusätzlichen Ballast, den die drei besten Fahrer beim folgenden Rennen mit sich führen müssen. Das Reglement sieht diese Erfolgsgewichte vor:

  • Platz 1: 25 Kilogramm
  • Platz 2: 18 Kilogramm
  • Platz 3: 15 Kilogramm

Unverändert blieben die folgenden Reglements:

  • Pflicht zum Reifenwechsel
  • Gestattung von Traktionskontrolle und ABS
  • Keine Fahrerwechsel

Die DTM: Die Teilnehmer an der Motorsport-Saison 2021

Die Reform der DTM führte zu einer Erweiterung des Kreises der teilnehmenden Fahrzeuge beziehungsweise Teams. Während an den Rennen der DTM-Saison 2020 ausschließlich BMW und Audi beteiligt waren, nehmen 2021 auch Autos von Ferrari, McLaren, Lamborghini und Mercedes-AMG teil.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um die folgenden Teams und Fabrikate:

  • Abt Sportsline (Mercedes)
  • Team Rosberg (Mercedes)
  • Rowe Racing (BMW)
  • Walkenhorst Motorsport (BMW)
  • AlphaTauri AF Corse (Ferrari)
  • Red Bull AF Corse (Ferrari)
  • T3 Motorsport (Lamborghini)
  • JP Motorsport (Mercedes)
  • Mercedes AMG Team GetSpeed
  • Mercedes AMG Team Gruppe M Racing
  • Mercedes AMG Team HRT
  • Mercedes AMG Team Mücke Motorsport
  • Mercedes AMG Team WINWARD

Zu den Fahrern in dieser Saison gehören unter anderem:

  • Kelvin van der Linde (Südafrikaner): Team Abt Sportsline
  • Sophia Flörsch (Deutsche): Team Abt Sportsline
  • Nick Cassidy (Neuseeländer): Team AlphaTauri AF Corse
  • Christian Klien (Österreicher): Team JP Motorsport
  • Vincent Abril (Franzose): Mercedes AMG Team HRT

Die DTM: Die Motorsport-Rennstrecken in der Saison 2021

Die Saison 2021 startet am 19. und 20. Juni in Italien auf der Rennstrecke von Monza in der Nähe von Mailand. Darüber hinaus umfasst der Rennkalender der DTM die folgenden Motorsport-Events auf diesen europäischen Parcours:

  • 3./4. Juli Norisring
  • 24./25. Juli EuroSpeedway Lausitz
  • 7./8. August Circuit Zolder
  • 1./2. August Nürburgring
  • 4./5. September Red Bull Ring
  • 18./19. September Circuit Assen
  • 2./3. Oktober Hockenheimring

Im April 2021 fanden auf dem Hockenheimring bereits Testfahrten mit den neuen GT3-Autos statt.

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