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Einreise-Debakel: Boris Becker hat Mitleid mit Djokovic

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Boris Becker (l.) und Novak Djokovic, hier beim ATP-Cup im Januar 2020.
Boris Becker nimmt seinen ehemaligen Schützling Novak Djokovic in Schutz. Dem Tennisprofi war die Einreise nach Australien verweigert worden, da er keine gültige Impfung vorweisen konnte © Darren England / dpa

Der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker hat manche Äußerungen der Familie von Tennisprofi Novak Djokovic in den vergangenen Tagen als nicht hilfreich kritisiert.

Melbourne - «Da ist der Vater bestimmt über das Ziel hinausgeschossen. Einige Aussagen, die er vor vier oder fünf Tagen gemacht hat, wird er heute bestimmt bereuen. Dass da von seiner Familie Aussagen getätigt wurden, hat ihm nicht gerade geholfen», sagte der ehemalige Trainer des Weltranglisten-Ersten in dem am Mittwoch veröffentlichten Eurosport-Podcast «Das Gelbe vom Ball».

Djokovics Vater Srdjan hatte zuletzt auf einer Pressekonferenz in Belgrad gesagt: «Jesus wurde gekreuzigt, ihm wurde alles angetan, und er ertrug es und lebt immer noch unter uns. Jetzt versuchen sie Novak auf die gleiche Weise zu kreuzigen und ihm alles anzutun.» Die Eltern des 34 Jahre alten Djokovic seien «sehr emotional - und auch sein Bruder, das ist nicht immer verständlich», sagte Becker.

Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise nach Australien verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Weil die Grenzbeamten ihm nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung am Montag gekippt. Ob er im Land bleiben und an den am Montag beginnenden Australian Open teilnehmen darf, war aber zunächst offen. Eine Entscheidung wurde nicht vor Donnerstag erwartet.

«Der Arme tut mir auch erst mal leid. Ich kenne ihn sehr gut, und wir sind immer noch eng befreundet. Da ist einiges schiefgelaufen», sagte Becker und betonte: «Die Frage ist: „Wer war der böse Bube?“ Die Öffentlichkeit meint, es ist Novak Djokovic. Er macht schon mal einen Doppelfehler, aber er hatte die richtigen Dokumente.»

Generell empfahl der 54-Jährige auch mit Blick auf die weiteren Turniere seinem früheren Schützling, sich impfen zu lassen. «Die Reglements werden eher strenger als lockerer. Deswegen wäre meine Meinung: Junge, jetzt spiele die Australian Open, so gut es geht, aber dann versuche einzusehen, dass es geimpft leichter für dich sein wird. Ob er das macht, weiß ich nicht», sagte Becker. (dpa)

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