Jürgen Tschan

Ex-Radprofi: Doping "gehörte zum Beruf"

Frankfurt am Main - Für Ex-Radprofi Jürgen Tschan gehörte Doping während seiner aktiven Zeit zum Alltag. Bei den Sechstagerennen habe er - wie 90 Prozent der Fahrer - fast jeden Tag gedopt.

„Das gehörte zum Beruf“, sagte der Paris-Tours-Sieger  von 1970 Jürgen Tschan in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Ohne etwas zu nehmen“, betonte der heute 66 Jahre alte Mannheimer, sei es nicht zu schaffen gewesen.

Vor allem Amphetamine und hoch dosiertes Cortison seien weit verbreitet gewesen, meinte Tschan. Er schätze, „dass 20 Prozent der Fahrer süchtig waren“. In seiner Generation und seinem Bekanntenkreis seien viele an den Folgen des Dopings gestorben. Deshalb könnte er ausflippen, „wenn ich Stimmen höre, die Doping legalisieren wollen“.

Die lustigsten Zitate der Sportwelt 2013

Bayern-Trainer Jupp Heynckes auf die Frage, ob er einen Masterplan für die zweite Saisonhälfte habe: „Masterplan ist mir zu dramatisch. Das haben die jungen Trainer heute, die Konzept- und Laptop-Trainer, die gekommen und gegangen sind in der Liga. Die machen so was.“ (3. Januar) © picture alliance / dpa
Tennisstar Roger Federer, nachdem er bei den Australian Open erneut Lokalmatador Bernard Tomic ausgeschaltet hatte: „Es ist schön, dass ihr mich trotzdem noch jedes Jahr einladet.“ (19. Januar) © picture alliance / dpa
Handball-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter auf die Frage, woran er gedacht habe, als er den spielentscheidenden Ball beim 28:23-Sieg gegen Mazedonien gehalten hatte: „Habe ich zu Hause das Licht ausgemacht? Und die Waschmaschine?“ (20. Januar) © picture alliance / dpa
Fußball-Star David Beckham bei seiner Präsentation als neuer Spieler des französischen Clubs Paris St. Germain: „Ich habe nicht viel von meiner Schnelligkeit verloren - ich war ja nie besonders schnell.“ (31. Januar) © AFP
Super-G-Weltmeisterin Tina Maze nach dem WM-Training in Schladming auf die Frage, wie der Schnee gewesen sei: „Weiß - wie immer.“ (7. Februar) © picture alliance / dpa
Damen-Bundestrainer Gerald Hönig zum WM-Silbergewinn von Andrea Henkel im Biathlon-Einzel, der ersten DSV-Medaille in Nove Mesto: „Der Stein, der uns vom Herzen gefallen ist, war so groß, dass wir froh waren, dass er uns nicht auf den Fuß gefallen ist. Das hätte richtig wehgetan.“ (14. Februar) © picture alliance / dpa
Kombinierer Eric Frenzel nach dem sechsten Platz des deutschen Teams bei der nordischen Ski-WM in Val di Fiemme: „Wir haben leider nicht das Glück gehabt, kein Pech zu haben.“ (24. Februar) © picture alliance / dpa
Das Formel-1-Team Lotus am 17. März via Twitter nach dem Sieg von Kimi Räikkönen beim Saisonauftakt in Melbourne: „Wenn du willst gewinnen, hol' dir einen Finnen.“ (17. März) © picture alliance / dpa
Trainer Christian Streich nach dem 1:5 in Dortmund über das veränderte Klima im einstmals geruhsamen Freiburg: „Meine Spieler werden angeboten wie auf dem Viehmarkt. Ihre Ausstiegsklauseln kann man in der Zeitung lesen - das ist furchtbar.“ (17. März) © picture alliance / dpa
Skilangläufer Tim Tscharnke am 24. März über seine Erschöpfung zum Abschluss der Weltcup-Saison: „Ich habe das Gefühl, dass jetzt schon die Hirnmasse verstoffwechselt wird. In den nächsten Wochen heißt es nur noch essen, essen, essen.“ (24. März) © picture alliance / dpa
Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer am 31. März nach dem 9:2 gegen den HSV: „In den vergangenen Wochen hat es bei uns ein bisschen gemenschelt - jetzt wollten wir wieder Maschinen sein.“ (31. März) © picture alliance / dpa
Bayern-Trainer Jupp Heynckes zur frühesten Titelentscheidung in der Bundesliga: „Bei solch kühlen Temperaturen bin ich noch nie Meister geworden, weder als Spieler noch als Trainer.“ (6. April) © picture alliance / dpa
Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel auf die Frage, welche Schulnote er den Reifen in dieser Formel-1-Saison gebe: „Eine Sechs.“ (13. April) © picture alliance / dpa
BVB-Trainer Jürgen Klopp zum Bekanntwerden des Wechsels von Mario Götze zu Bayern München einen Tag vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid: „Es gibt ungünstigere Zeitpunkte. Zum Beispiel vier Stunden vor dem Spiel.“ (23. April) © picture alliance / dpa
Dressurreiterin Isabell Werth, nachdem sie beim Weltcup-Finale in Göteborg 17 statt 15 Einerwechsel geritten hatte: „Hätte ich doch mal Mathematik nicht nach der elften Klasse abgewählt.“ (25. April) © picture alliance / dpa
Eintracht Braunschweigs Präsident Sebastian Ebel nach dem Aufstieg seines Teams in die Fußball-Bundesliga: „Eigentlich wollten wir uns im zweiten Jahr in der 2. Liga stabilisieren. Dieses Saisonziel haben wir verfehlt.“ (28. April) © picture alliance / dpa
Bayern-Profi Thomas Müller auf die Frage, ob auf der Meisterschale noch Fingerabdrücke der Dortmunder waren: „Das kann ich nicht beurteilen, ich bin kein Kriminaltechniker.“ (11. Mai) © picture alliance / dpa
Die Duisburger Fußball-Legende Bernard Dietz nach der Entscheidung, dem Zweitligisten MSV die Spielberechtigung zu verweigern: „Wir Zebras geben nicht auf!!!! Zeigt Streifen! Jetzt!“ (30. Mai) © picture alliance / dpa
Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über die Auswirkungen der Bierduschen für den Bayern-Coach nach dem Pokalsieg: „Jupp Heynckes hat den einzigen Fehler der Saison gemacht: Er hatte nur einen Anzug dabei.“ (1. Juni) © picture alliance / dpa
Der wegen Betrugs angeklagte Radprofi Stefan Schumacher vor dem Landgericht Stuttgart: „Die Tour de France drei Wochen lang ungedopt zu fahren, das ist nicht gesund.“ (24. Juni) © picture alliance / dpa
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in Silverstone über den dreimaligen Formel-1-Konstrukteursweltmeister Red Bull: „Dauerhaft ist es nicht akzeptabel, dass ein Brausehersteller 100 000 Mercedes-Benz-Mitarbeitern vor der Nase herumfährt.“ (28. Juni) © picture alliance / dpa
Bundestrainer Stefan Lurz zur Wasserqualität bei den WM-Wettbewerben der Freiwasserschwimmer im Hafen von Barcelona: „Beruhigt bin ich erst, wenn da keine Tampons, Binden und Kondome rumschwimmen.“ (19. Juli ) © picture alliance / dpa
Fabian Boll, Kapitän des FC St. Pauli, nach dem 0:0 in der Zweitliga-Partie beim Karlsruher SC, wo auf dem Spielfeld 41,4 Grad Celsius gemessen worden war: „Ich freue mich schon wieder auf den November.“ (28. Juli) © picture alliance / dpa
Der sechsmalige Europameister Ludger Beerbaum, nachdem er von Bundestrainer Otto Becker als EM-Startreiter eingeteilt wurde: „Das Fallobst zuerst.“ (20. August) © picture alliance / dpa
Der walisische Fußball-Nationalspieler Gareth Bale, der für knapp 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zum spanischen Rekordmeister gewechselt ist: „Ich wäre auch für einen Cent zu Real Madrid gewechselt.“ (2. September) © picture alliance / dpa
Der deutsche Rad-Sprinter und vierfache Tour-de-France-Etappensieger Marcel Kittel in einem Interview des Magazins „Tour“: „Doping ist so, wie sich im Supermarkt die Taschen vollzumachen und durchs Hintertürchen abzuhauen.“ (17. September) © picture alliance / dpa
Werder Bremens Sportdirektor Thomas Eichin in einem Interview mit der eigenen Medienabteilung: „Wer nach fünf Spieltagen den Kopf in den Rasen steckt, verliert die Richtung aus den Augen.“ (17. September) © picture alliance / dpa
Formel-1-Pilot Lewis Hamilton über das Erfolgsrezept von Weltmeister Sebastian Vettel: „Er hat kleinere Füße, aber ich glaube, die sind schwerer, deswegen kann er so Vollgas fahren.“ (5. Oktober) © picture alliance / dpa
Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler nach dem 2:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim zum löchrigen Tornetz: „Die haben so viel Geld ausgegeben für das Stadion. Kleiner Tipp: das nächste Mal richtige Netze kaufen.“ (18. Oktober) © picture alliance / dpa
E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, bei der Verhandlung über das Phantomtor zu Stefan Kießling: „Jetzt haben Sie endlich mal eine Einladung vom DFB bekommen.“ (28. Oktober) © picture alliance / dpa
Verteidiger Tony Jantschke von Borussia Mönchengladbach: „Wir haben i-Pads, i-Phones, aber wir haben keine Torlinientechnik.“ (9. November) © picture alliance / dpa
Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel vor dem Großen Preis der USA in Austin: „Es gibt keinen Grund, ein Gentleman auf der Strecke zu sein, da keine Frauen fahren.“ (14. November) © picture alliance / dpa

John Degenkolb, der Paris-Tours 43 Jahre später gewann, äußerte sich in dem Doppel-Interview als Protagonist einer neuen Generation: „Die Tatsache, dass ich ein paar Rennen gewonnen habe, spricht dafür, dass man sauber siegen kann. Es hat sich sehr viel geändert im Radsport.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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