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Fan-Bündnis fordert DFB auf: Verfahrensordnung ändern

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Fußballfan mit Bengalo
Ein Fan von Holstein Kiel zündet vor dem Holstein-Stadion einen Bengalo. © Gregor Fischer/dpa/Archivbild

Das Fan-Bündnis „Unsere Kurve“ hat „erneut und dringend“ eine Änderung der Verfahrensordnung beim Deutschen Fußball-Bund gefordert.

Karlsruhe - „Die Straf-Logik des DFB basiert auf seiner Verfahrensordnung und ist nicht lösungsorientiert. Vielmehr scheint sich der DFB selbst dazu zu zwingen, Lösungsorientierung aus dem Blick zu verlieren“, erklärte „Unsere Kurve“ in einer Stellungnahme am Donnerstag nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs im Fall FC Carl Zeiss Jena.

Der DFB darf Vereine weiterhin wegen des Verhaltens ihrer Zuschauer wie das Abbrennen von verbotener Pyrotechnik mit Geldstrafen belegen. Durch die Praxis würden keine elementaren Grundsätze der Rechtsordnung verletzt, entschied der BGH in Karlsruhe. Die Strafen seien als reine Präventivmaßnahme zu bewerten, dies sei auch ohne Verschulden der Vereine zulässig. Carl Zeiss Jena wollte die Frage grundsätzlich klären lassen - und unterlag nun auch in letzter Instanz. (Az. I ZB 54/20)

Die Folgen dieses Handelns und die weiterhin möglichen Kollektivstrafen gegen Zuschauer „werden den Konflikt zwischen Fanszenen und dem DFB auf dem Rücken der Vereine weiter anheizen“, prophezeite „Unsere Kurve“. Seit vielen Jahren herrscht deswegen ein Streit zwischen der Fan-Szene und dem Verband. Dieser Konflikt äußert sich in den Stadien auch immer wieder in Schmähgesängen und Protestplakaten gegen den DFB.

„Unsere Kurve“ verwies auch darauf, dass das nun anerkannte Prozedere weitere Folgen habe: „Zudem bleiben zivilrechtliche Verfahren, die sich in der Höhe auf Millionenumsätze der Vereine beziehen und die Kosten der Verbandsstrafen für Vereine auf Einzelpersonen abwälzen, damit weit entfernt von einer angemessenen Prävention, sondern können Existenzen vernichten.“ dpa

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