Figth in Hamburg

Felix Sturm: Comeback nach Gefängnisstrafe - Box-Kampf gegen Timo Rost mit klarem Sieger

Hamburg: Der Boxer Felix Sturm (l) steht mit Mund-Nasen-Schutz nach der Pressekonferenz neben einem Boxsack. Er tritt gegen Timo Rost an.
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Hamburg: Der Boxer Felix Sturm (l) steht mit Mund-Nasen-Schutz nach der Pressekonferenz neben einem Boxsack. Er tritt gegen Timo Rost an.

Felix Sturm musste unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Dopingvorwürfen in den Knast. Jetzt gewann er wieder einen Kampf.

Update vom 20.12.2020: Profiboxer Felix Sturm hat ein erfolgreiches Comeback gegeben. Knapp fünf Jahre nach seinem letzten Kampf besiegte der 41 Jahre alte Exweltmeister am Samstagabend im Hamburger Universum-Gym den zwölf Jahre jüngeren Düsseldorfer Timo Rost einstimmig nach Punkten (110:90, 99:91, 100:93).

Beide Boxer hatten sich auf eine Gewichtsobergrenze von 77,5 Kilogramm geeinigt. Das Limit liegt zwischen Supermittel- und Halbschwergewicht. Sturm war seinem überforderten Rivalen deutlich überlegen. Eine echte Standortbestimmung war der Düsseldorfer nicht. In Sturms Kampfbilanz stehen jetzt 41 Siege in 50 Profikämpfen. Rost hat im 13. Kampf die erste Niederlage kassiert, zwei Duelle endeten unentschieden.

Der Ex-Weltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht war im April dieses Jahres wegen Steuerhinterziehung und Dopings zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen ist er in Revision gegangen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Felix Sturm gibt Comeback nach Gefängnisstrafe - Box-Kampf gegen Timo Rost im Live-Stream

Erstmeldung vom 19.12.2020: Hamburg - Der Puls schlägt schneller, das Adrenalin ist am Anschlag, allein mit sich und dem Gegner zählt im Ring nur der Sieg - das Hochgefühl aus einem alten Leben hat Felix Sturm nie vergessen und lange vermisst. Boxen, nichts anderes will der Ex-Weltmeister, der mit einer Gefängnisstrafe seinem Ruf unwiderruflichen Schaden zugefügt hat.

Felix Sturm kehrt nach Gefängnisstrafe in den Ring zurück - Figth gegen Timo Rost

Am Samstagabend (22.00 Uhr) hat er endlich die Gelegenheit dazu. In Hamburg steigt Sturm gegen Timo Rost aus Düsseldorf nach fast fünfjähriger Kampfpause wieder in den Ring. Die Vorfreude beim 41-Jährigen ist riesig, das Gefühl tiefer innerer Zufriedenheit war im Vorfeld spürbar. „Ich fühle mich wieder total als Boxer“, sagte Sturm, „Körper und Kopf funktionieren.“

Betont entspannt präsentierte sich Sturm am Donnerstag im Gym, in dem auch der Kampf ohne Zuschauer steigen wird. Die Bühne ist kleiner als früher. Seinen Ehrgeiz hat er nicht eingebüßt. „Ich möchte nicht nur für einen Kampf zurückkehren, aber das hängt vom Ergebnis am Samstag ab“, sagte Sturm.

Boxen: Felix Sturm schaut nach vorne - Dopingvorwürfe bleiben

Der gebürtige Leverkusener will nach vorne schauen. Den Blick zurück muss er dennoch richten. Seine Vergangenheit ist allgegenwärtig. Festnahme, Prozess, Verurteilung, Gefängnis - Sturm hat die bislang härteste Zeit seines Lebens hinter sich.

2019 klickten auf der Fitnessmesse FIBO die Handschellen, er saß anschließend acht Monate in Untersuchungshaft. Im April wurde er wegen Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz und Körperverletzung verurteilt.

Anders als gegen das Steuerurteil („Für diesen Fehler stehe ich gerade“) wehrt sich Sturm gegen den Vorwurf des Dopings. Die Revision läuft, der Fall wird vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe neu verhandelt.

Hintergrund ist sein bislang letzter Kampf im Februar 2016. Gegen den Russen Fjodor Tschudinow soll Sturm betrogen haben, er wurde im Nachgang positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet. Sturm weist alle Dopingvorwürfe von sich.

„Boxen ist wie Fahrradfahren“: Felix Sturm will bei Comback siegen

Sollte Sturm sich vor Gericht durchsetzen, muss er wegen seiner Steuervergehen - die Staatsanwaltschaft bezifferte den Schaden auf gut eine Millionen Euro - aber wohl trotzdem noch einmal zurück ins Gefängnis. Diese Erfahrung hätte er sich gern erspart.

Boxen, meint Sturm, sei wie Fahrradfahren: „Das verlernt man nicht.“ Am Samstag will er es unter Beweis stellen. Schließlich hat er auch hart für sein Comeback trainiert. Mit sieben Sparrings-Partnern unterschiedlichen Stils arbeitete Sturm zusammen, einem brach er die Nase. Timo Rost dürfte gewarnt sein.

Boxen: Felix Sturm gegen Timo Rost im Live-Stream

  • Der Comeback-Kampf von Felix Sturm gegen Timo Rost wird nicht im TV übertragen.
  • Die Bild zeigt den Boxkampf exklusiv. Der Figth ist nur bei Bild-Plus zu sehen.
  • Der Kampf zwischen Sturm und Rost beginnt um 22 Uhr. Ab Ab 19.30 Uhr werden insgesamt fünf Kämpfe übertragen.

Ein weiteres Comeback im Box-Sport gab es erst Anfang des Monats. Die beiden Box-Rentner Mike Tyson und Roy Jones jr. sorgten für das Box-Highlight des Jahres. (SID)

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