Reaktionen und Hintergründe zum TV-Hammer

Formel 1 künftig nicht mehr bei Sky: Das müssen Sie jetzt wissen

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Für Sascha Roos und Marc Surer von Sky ist es ein Ende mit Schrecken.

Der Pay-TV-Sender Sky wird zukünftig komplett auf die Formel 1 verzichten. Das sind die Reaktionen und Hintergründe zum TV-Hammer.

Das Aus kam genau zwei Monate vor Saisonstart. Zum ersten Mal seit 1996 ist die Formel 1 die nicht mehr bei Sky oder seinen Vorgänger-Sendern zu sehen. Der Bezahlkanal steigt aus. RTL zeigt die Formel 1 zwar weiter. Aber Übertragungen mit schlechter Bildqualität und zahllosen Werbepausen sind für echte Fans keine Alternative. Wir erklären, wie es weitergeht.

Der Ausstieg: Das Formel-1-Team von Sky mit Kommentator Sascha Roos, Experte Marc Surer und Reporterin Tanja Bauer hatte bis zuletzt gehofft, im März nach Australien zu fliegen. Doch daraus wird nichts. Bauer, seit 2001 das F1-Gesicht von Premiere/Sky, verabschiedete sich auf Twitter mit einem strahlenden Foto und einem DANKE. 

Sky wollte mehr Exklusivität – also entweder das komplette Aus für RTL, oder möglichst viele Rennen nur im Pay-TV. Doch das lehnte Rechteinhaber Liberty Media aus den USA ab. Eigentlich hätte Sky aber auch in der bisherigen Konstellation weitermachen können, denn die Zahlen sind erstklassig. Über eine halbe Million schauten 2017 trotz RTL durchschnittlich die Rennen im Pay-TV – und das zu überschaubaren Kosten. Denn zuletzt zahlte Sky nur rund 30 Millionen Euro pro Saison für die Formel 1, aber 876 Millionen Euro für die Bundesliga. Es wird gemunkelt, dass Sky sparen muss, um bei einer Übernahme durch Disney finanziell besser dazustehen. Übrigens: Das Abo wird auch ohne alle Bundesligaspiele und ohne Formel 1 nicht günstiger, weil sich der Charakter des Programms laut Sky dadurch nicht verändere. Deshalb bestehe auch kein Sonderkündigungsrecht.

Zahlreiche Pay-TV-Kandidaten stehen an

Die Zukunft: Beobachter sind sich einig, dass es vielleicht schon zu Saisonbeginn ein neues Pay-TV-Angebot für die Formel 1 gibt. Eurosport wäre ein Kandidat – zumal Liberty beteiligt ist. Bisher sollten die Rechte aber nicht innerhalb der Familie weitergegeben werden. Doch nach dem Sky-Aus könnte es „ein neues Nachdenken geben“, so Sportchef Gernot Bauer zur tz. Der Eurosport Player (50 Euro/Jahr) wäre damit noch attraktiver. Nachdem das Recht nun quasi auf der Straße liegt, sind auch Amazon und DAZN denkbare Interessenten. Am wahrscheinlichsten ist aber ein eigenes Strea­ming-Angebot von Liberty per App und auf der F1-Website. Dieser Service ist schon im Aufbau, und könnte nun sehr schnell nach Deutschland kommen. Dort sehen die Fans die Rennen dann live und ohne Werbeunterbrechungen, inklusive Datenkanälen, verschiedenen Kameraperspektiven und deutschem Kommentar. Bei der MotoGP kostet so ein Saisonpass 140 Euro im Jahr.

Die Alternative: ORF 1 überträgt die Formel 1 weiterhin live, werbefrei und mit dem Kult-Duo Ernst Hausleitner und Alex Wurz, von ihren Fans als Die Schatzis gefeiert. Mit der App der ORF-Mediathek und einer Proxy-App wie „Hide.me“ (9,99 Euro/Monat) lassen sich die Rennen auf Smartphone und Tablet auch aus Deutschland sehen, und auf den Fernseher übertragen. Die Schatzis sind für echte F1-Fans der beste Trost nach dem Abschied von Sky.

Lesen Sie auch: Änderungen bei Sky: Künftig weniger Champions League und keine Formel 1

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Jörg Heinrich

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