Unfall mit Verstappen

Formel 1: Hamilton war erst gegen „Halo“ - nun rettet ihm der Schutz das Leben

Die WM-Favoriten Lewis Hamilton und Max Verstappen schalteten sich in Monza selbst aus. Hamilton dankt nach dem Rennen Gott und dem Cockpitschutz.

Monza - Das italienische Highspeed-Autodrom im Norden Mailands ist immer für eine Überraschung gut. Sebastian Vettel* holte dort 2008 einst seinen ersten Formel-1-Sieg im unterlegenen Toro Rosso, 2020 siegte Pierre Gasly sensationell im Alpha Tauri. Ein Jahr später gab es am Wochenende wieder einen Überraschungssieger: Daniel Ricciardo* im McLaren.

Der Australier gewann, weil er er ein fabelhaftes Rennen fuhr - und, weil sich die WM-Rivalen Max Verstappen* und Lewis Hamilton* mit einem Crash selbst ihrer Siegchancen beraubten. In der 26. Runde passierte es: Hamilton fuhr aus der Box, Verstappen rauschte mit über 300 km/h auf der Zielgeraden heran. Die beiden fuhren nebeneinander in die enge erste Schikane ein, dann krachte es. Keiner der beiden wollte dem anderen Platz machen.

Formel 1: Hamilton und Verstappen schießen sich ab - „Sein Auto war auf meinem Kopf“

Trotz niedrigen Tempos hatte es der Crash in sich, denn Verstappens Red Bull schob sich über den Mercedes von Hamilton, das Rad des Boliden traf den Briten am Kopf. „Es war ein harter Einschlag, sein Auto war auf meinem Kopf“, sagte Hamilton danach, noch sichtlich mitgenommen. „Ich muss mich sehr glücklich schätzen und bin dankbar, dass ich noch lebe. Gott sei Dank gibt es den Halo. Er hat mich gerettet.“

Das hätte böse enden können: Das Rad von Max Verstappens Auto trifft den Kopf von Lewis Hamilton.

Der sogenannte „Halo“ ist ein Cockpitschutz aus Titan, der 2018 eingeführt wurde. Mittlerweile hat sich der Sicherheitsbügel bewährt und schon bei einigen Crashs Schlimmeres verhindert. Auch dieses Mal möchte man sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn der Halo den Einschlag Verstappens auf Hamiltons Kopf nicht bedeutend abgeschwächt hätte.

Formel 1: Hamilton ändert seine Meinung über den Halo - „Hat ihm definitiv das Leben gerettet“

2016 wehrten sich einige Fahrer vehement gegen die Einführung des Halo, allen voran ausgerechnet Hamilton. Der Aufsatz sei „die hässlichste Modifikation in der Formel-1-Geschichte“, kritisierte er 2016. Auf Instagram schrieb er damals, als die Einführung diskutiert wurde: „Bitte nicht! So, wie es ist, ist es völlig in Ordnung.“ Nun hat der siebenmalige Champion seine Meinung geändert. Er wäre ohne das „hässliche Ding“ vielleicht nicht mehr am Leben.

„Der Halo hat Lewis definitiv das Leben gerettet“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff*. „Es wäre ein ganz fürchterlicher Unfall gewesen. Ich will gar nicht dran denken.“ Für den Crash wurde letztlich Verstappen bestraft, er muss beim kommenden Rennen in Sotschi drei Plätze weiter hinten starten. Hamilton klagt über Nackenschmerzen vom Unfall und weiß noch nicht, ob er beim nächsten Rennen starten kann. Eine schlimmere Verletzung ist es aber nicht. Gott (und Halo) sei Dank. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © ANDREJ ISAKOVIC/AFP

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