Nach Pole Position

Formel-1-Pilot Lewis Hamilton verwirrt mit kurioser Geste in Budapest

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Lewis Hamilton machte eine Geste, die besonders die Briten verwirrte.

Wie tickt Lewis Hamilton? Selbst seine englischen Landsleute wissen es nicht mehr. In Budapest verwirrte der Formel-1-Pilot mit einer kuriosen Geste.

Budapest - Als der Brite nach seiner Pole Position am Samstag in Budapest auf seinem Mercedes stehend sich selbst, das Auto und den feierte, der ihm mal wieder den Regen zur rechten Zeit geschickt hatte, machte er eine Geste, die besonders die Briten verwirrte. Er machte ein Victory-Zeichen, aber hielt die Finger anders als Churchill in die entgegengesetzte Richtung. Dann machte er eine Geste, die an die Segnung des Papstes erinnerte, wenn er vom Balkon des Petersdoms seine „Gläubiger“ segnet.

Hat Jaques Villeneuve vielleicht doch Recht? Nach dem Großen Preis von Deutschland hatte der Ex-Weltmeister das Gefühl, dass Lewis Hamilton sich mit Gott und Jesus im Bunde fühlt. Als „biblisches Wetter“ hatte er den Regen bezeichnet, den er brauchte, um das Rennen in Hockenheim zu gewinnen. Villeneuve danach: „Er glaubt, er ist Jesus.“

Hamilton fährt über Wasser wie kein anderer

In Ungarn tat Hamilton wieder alles, um Villeneuves These zu bestätigen. Nicht, dass Hamilton übers Wasser laufen kann. Aber übers Wasser fahren kann er besser als alle anderen. Japan 2014, England 2015, USA 2015, Monaco 2016, England 2016, Brasilien 2016, China 2017, Singapur 2017, Deutschland 2018 und jetzt Ungarn im Training - immer war es nass, immer war Hamilton vorne. „Bei Regen, wenn sich alles um das Fahrgefühl dreht, kann der Fahrer viel mehr den Unterschied machen. Ich liebe solche Bedingungen, denn es ist enorm schwierig, dann schnell zu sein,“ erklärt der Brite das Phänomen.

Lewis Hamilton hatte Schlüsselerlebnis in Kindheit 

Ein Schlüsselerlebnis seines Wesens liegt sicher in seiner Kindheit begraben. Hamilton war Schüler der The John Henry Newman Catholic School in Stevenage und schon im McLaren-Nachwuchsprogramm. Im Waschraum von Hamiltons Schule hatte es eine böse Schlägerei gegeben, bei der einem 15 Jahre alten Mitschüler zwei Finger gebrochen wurde. Hamilton wurde vom Schuldirektor als Schläger ausgemacht. Der war verzweifelt: „Ich war unschuldig. Ich kannte zwar die Namen der Schüler, aber ich konnte niemand verpfeifen.“ Hamilton wurde vom Unterricht und vom McLaren-Nachwuchsprogramm suspendiert. Eine goldene Regel für McLaren-Chef Ron Dennis war damals: „Immer perfekt sein im Auftreten, wie ein Gentleman.“ Wer gegen diese Regel verstößt, fliegt. „Meine Karriere schien beendet, bevor sie angefangen hatte. Dad und ich waren verzweifelt.“ Vater Antony schrieb sogar einen Brief an den damaligen Premierminister Tony Blair in die Downing Street Nummer 10. Ohne Erfolg. Schließlich, nach vier langen Wochen, gab es noch ein Happy End. Der wahre Schuldige wurde ausgemacht, Hamilton rehabilitiert, in die Schule und ins McLaren-Förderungsprogramm zurückgeführt.

Heute kann Dad Anthony drüber lachen: „Lewis kann niemanden etwas zuleide tun. Nur im Rennauto wird er zum Monster. Dann fährt er wie ein junger Gott.“ Was Hamilton von Jesus noch unterscheidet. „Ich kann im Auto gewisse Dinge anstellen und beeinflussen, aber ich kann auch keine Wunder bewirken.“ Doch selbst der Mann, der übers Wasser fahren kann, fühlt sich noch nicht perfekt. Der Brite bescheiden: „Ich habe Hühnchenschenkel und auch mein Six-Pack ist noch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Aber da werde ich für nächstes Jahr dran arbeiten.“ Halleluja!

Lesen Sie auch zu dem Thema:  Hamilton gewinnt in Ungarn - Vettel wird Zweiter

Ralf Bach 

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