Formel 1 startet Tests

Ferrari mit Rückspiegel-Trick - gibt es 2018 einen Titel-Dreikampf?

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Die Formel 1 startet in gut vier Wochen in die neue Saison.

Die Formel 1 statrtet in gut vier Wochen in die neue Saison. Nicht mehr viel Zeit also, die Boliden auf Vordermann zu bringen. Aktuell sieht‘s nach einem Dreikampf an der Spitze aus. 

Maranello - Wer Erfolg haben will, der soll erst mal in den Spiegel schauen!“ Diesen weisen Satz hat mir Sebastian Vettel irgendwann mal zwischen Tür und Angel in irgendeinem Fahrerlager auf der Welt gesagt. Anscheinend war der Satz auch der philosophische Ansatz der Ferrrari-Techniker für den Bau der neuen roten Göttin für 2018.

Das Auto fällt durch Detailverliebtheit auf, besonders der Rückspiegel! Ferrari nutzt das kleine Teil für mehr als nur den richtigen Blick. Der Spiegel dient durch seine Bauweise mit einem luftdurchlässigen Schlitz und kleinen Zusatzflügeln jetzt auch dazu, den Fahrtwind in die richtige Richtung zu leiten: in die Seitenkästen und auf den Heckflügel. Durch die nochmals verbesserte Aerodynamik soll das Auto schneller, stabiler und reifenschonender werden. Vettel, der bei den ersten Tests in Barcelona erst heute ins Lenkrad greift, war von Anfang in die Entwicklung eingebunden. „Man ist ja den ganzen Winter dabei und involviert, will wissen, was das neue Auto macht. Gerade zu Beginn des Projekts kann ein Pilot die Richtung mitbestimmen. Dann, wenn man analysiert, was gut war und was nicht, woran man arbeiten muss – da ist es schon wichtig, was wir sagen, was uns gefällt und was uns missfällt. In der Endphase des Autobaus kann man als Fahrer keinen Einfluss mehr nehmen. Die Detailarbeit überlassen wir da den Fachmännern.“

Es läuft alles auf einen Dreikampf hinaus

Der Spiegel sei nur ein Teil der Innovation. Vettel: „Unterm Strich hat uns überall noch ein bisschen was gefehlt auf Mercedes. Das Auto war sehr gut, beim Motor hat ein bisschen was gefehlt. Nicht viel, aber zu viel.“ Fest steht: Nach dem ersten Testtag ist abzusehen, dass es einen Dreikampf geben wird in dieser Saison – zwischen Mercedes, Ferrari und wieder Red Bull.

Mercedes und Ferrari fuhren problemlos ihre Runden und waren auf ähnlichem Tempo – ohne schon alles zu zeigen. Erleichterung gab es bei Red Bull. Zur Halbzeit fuhr Daniel Ricciardo die beste Zeit, aber was noch wichtiger war: Der Red Bull lief von Anfang an wie ein Uhrwerk – anders als in den vergangenen Jahren, als es bei den Bullen in den Testwochen stockte und sie die verlorene Entwicklungszeit in der Saison aufholen mussten. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko zeigte sich hörbar erleichtert. „Es ist viel besser als in den vergangenen Jahren. Es lief so bisher, wie wir es uns vorgestellt haben. Dabei fuhr Renault noch sehr defensiv.“ Soll heißen: Red-Bulls-Motorlieferant hat noch nicht die volle Leistung abgerufen, sondern ist auf Schonmodus geblieben.

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Happy war Marko mit seinem Junior-Team. Toro Rosso, in diesem Jahr mit Honda unterwegs, spulte schon am Vormittag 72 Runden ab – das ist weit mehr als eine GP-Distanz. Aus dem Stotter-Honda der Vergangenheit ist schon am ersten Tag ein konkurrenzfähiger F1-Motor geworden. Ob das McLaren gefällt, ist zu bezweifeln. Denn die Briten kündigten den Vertrag mit den Japanern aus Frust und wechselten in dieser Saison zu Renault. Lokalmatador Fernando Alonso aber kam bei seiner ersten Ausfahrt nicht weit.

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Auch und vor allem für ihn gilt nach der langen Winterpause nur noch ein Motto: Ab jetzt geht’s Vollgas in den Vorbereitungsendspurt. Saisonstart ist am 25. März in Melbourne.

Ralf Bach

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