Le Tournoi de Roland Garros

French Open: Geschichte, Rekordsieger, Preisgelder – alle Infos

Das Roland-Garros-Stadion mit dem neuen Dach des zentralen Court Philippe Chatrier
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Das Roland-Garros-Stadion mit dem neuen Dach des zentralen Court Philippe Chatrier

Die French Open sind das zweite Grand-Slam-Turnier im jährlichen Turnierkalender. Gespielt wird auf den Sandplätzen des Stade Roland Garros. Ungekrönter König der French Open ist der zwölffache Rekordsieger Rafael Nadal aus Spanien.

  • Die French Open sind das größte Sandplatzturnier der Welt.
  • Im Jahr 2020 findet das Grand-Slam-Turnier zum 119. Mal statt.
  • Zum ersten Mal überhaupt werden die Wettkämpfe 2020 im Herbst statt im Frühsommer ausgetragen.

Paris – Die French Open gehören zu den vier größten Tennisturnieren des Jahres, die unter dem Titel Grand Slam zusammengefasst werden. Im Jahr 2020 erleben die French Open gleich zwei Premieren: Auf dem Court Philippe Chatrier kann unter dem neuen schließbaren Dach nun auch bei Regen gespielt werden. Und aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie findet das Turnier erstmals im Herbst statt.

French Open: Die Anfänge des Turniers

Die erste Ausgabe des „Championnat de France international de Tennis“ wurde 1891 auf den Rasenplätzen des Racing Club de France ausgetragen. Das Turnier mit insgesamt fünf Teilnehmern dauerte nur einen einzigen Tag. Am ersten Damenturnier im Jahr 1897 nahmen sogar nur drei Sportlerinnen teil.

Bis 1924 waren die Meisterschaften französischen Spielern und ausländischen Spielern, die Mitglied in französischen Tennisvereinen waren, vorbehalten. Unter dem neuen Namen Internationaux de France wurde das Turnier ab 1925 für Ausländer geöffnet. Pikante Note: Deutschen war die Teilnahme zu Beginn noch verwehrt. Austragungsort waren weiterhin die Rasenplätze des Racing Clubs und das Stade Français südlich des Bois de Boulogne am westlichen Stadtrand von Paris.

French Open: Le Tournoi de Roland Garros

Als die französische Mannschaft 1927 den Davis Cup gewann, beschloss der Tennisverband den Bau einer neuen Tennisanlage in direkter Nachbarschaft. Diese erhielt den Namen des französischen Flugpioniers Roland Garros, der 1918 kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs ums Leben kam. Der Wettbewerb, der heute international als French Open bekannt ist, heißt seither offiziell Tournoi de Roland Garros. Für die neuen Tennisplätze wurde „Terre battue“ als Untergrund gewählt: aus gemahlenen Ziegelsteinen bestehender roter Sand, der die Spieler aufgrund des langsamen Spielaufbaus vor besondere Herausforderungen stellt.

French Open: Ab 1968 auch für Profis „geöffnet“

Noch bis 1967 waren die Internationaux de France lediglich Amateuren vorbehalten. 1968 öffnete es sich als Erstes der vier Turniere des Grand Slam für Profis und durfte sich seitdem „open“ nennen. Für die Gewinner wurden Preisgelder in Höhe von 100.000 französischen Francs ausgelobt.

Seither wuchsen die French Open immer weiter. Pläne für den Bau eines komplett neuen Komplexes mit 55 Plätzen scheiterten jedoch an den Protesten von Anwohnern und Umweltschützern. Stattdessen wurde das Gelände des Stade Roland Garros mehrmals erweitert und modernisiert.

Die wichtigsten Plätze im Überblick:

  • Court Philippe Chatrier (Center Court): 15.225 Plätze
  • Court Suzanne Lenglen: 10.056 Plätze
  • Court Simonne Mathieu: 5.000 Plätze
  • Court 18: 2.000 Plätze

Der alte Court 1, der aufgrund seiner Form den Spitznamen „Stierkampfarena“ trug, wurde 2019 abgerissen. An seiner Stelle ist eine Grünfläche mit dem Namen Place des Mousquetaires entstanden. Als vier Musketiere werden in Frankreich die Davis-Cup-Gewinner von 1927, René Lacoste, Jean Borotra, Henri Cochet und Jacques Brugnon, bezeichnet.

French Open: Rekordsieger und –siegerinnen

Als ungekrönter König der French Open gilt der Spanier Rafael Nadal. (https://www.rolandgarros.com/) Als einzigem Spieler gelangen dem Rekordsieger bislang zwölf Titel im Herreneinzel, darunter fünf Siege in Serie.

Auf dem zweiten Platz liegt noch immer der Franzose Henri Cochet, der zwischen 1922 und 1932 insgesamt fünf Einzeltitel gewann sowie drei Titel im Herren-Doppel und zwei im Mixed.

Bei den Damen führt die Australierin Margaret Smith Court die Rekordliste an: Sie gewann insgesamt 13 Titel (fünf Einzel, vier Doppel, vier Mixed).

Im Dameneinzel war jedoch die Amerikanerin Chris Evert erfolgreicher. Die Sandplatzkönigin der 70er-Jahre gewann den Titel zwischen 1974 und 1986 insgesamt sieben Mal.

Unter den deutschen Teilnehmern an den French Open stach lediglich Steffi Graf hervor: Sie gewann das Dameneinzel zwischen 1987 und 1999 sechs Mal.

French Open: Die wichtigsten Sponsoren

Hauptsponsor der French Open ist bereits seit 1973 die französische Großbank BNP Paribas. Weitere wichtige Sponsoren werden in verschiedene Ränge unterteilt.

Premium Partners

  • Lacoste (französische Modemarke)
  • Emirates (offizielle Airline der Vereinigten Arabischen Emirate)
  • Peugeot (französische Automarke)
  • Rolex (Schweizer Uhrenmarke)
  • OPPO Electronics (chinesischer Smartphone-Hersteller)

Official Partners

  • Engie SA (französischer Energiekonzern)
  • Infosys (indisches IT-Unternehmen)
  • Perrier (französische Mineralwassermarke)
  • Wilson (US-amerikanischer Sportartikelhersteller)

Die französische Automarke Peugeot stellt beispielsweise auch die offiziellen Fahrzeuge des Turniers zur Verfügung, der Sportartikelhersteller Wilson unter anderem die Tennisbälle.

French Open: Preisgelder erstmals gesunken

Die Preisgelder der French Open waren wie bei allen Grand-Slam-Turnieren in den letzten Jahren gestiegen. Erhielt Rafael Nadal für seinen Sieg im Jahr 2010 noch 1.120.000 Euro, waren es bei seinem letzten Sieg 2019 schon 2.300.000 Euro.

Für das Jahr 2020 wurden die Prämien nun jedoch erstmals gekürzt: Die beiden Sieger im Herren- und Dameneinzel dürfen in diesem Jahr „nur“ 1.600.000 Euro mit nach Hause nehmen.

Die Preisgelder der letzten Jahre im Überblick:

Jahr201020192020
Sieg1.120.0002.300.0001.600.000
Finale560.0001.180.000800.000
Halbfinale280.000590.000425.250
Viertelfinale140.000415.000283.500
Achtelfinale70.000243.000189.000
3. Runde42.00025.00015.000
2. Runde143.00087.00046.000
1. Runde126.00084.00060.000

French Open: Übertragung der Spiele im Fernsehen

Die Fernsehrechte an den French Open hält der Sportsender Eurosport, der seit 2014 zum amerikanischen Konzern Discovery Inc. gehört. Ein Teil der Spiele sind auf dem frei empfangbaren Sender Eurosport 1 zu sehen, weitere Spiele werden auf dem kostenpflichtigen Kanal Eurosport 2 ausgestrahlt. Ab dem Viertelfinale erfolgt die Übertragung grundsätzlich kostenlos bei Eurosport 1.

Sportliebhaber haben die Möglichkeit, den Eurosport Player im Jahres-Abonnement für 4,99 Euro monatlich oder nur für einzelne Monate zum Preis von 6,99 Euro zu erwerben. Der Player erlaubt es, eine live verpasste Übertragung nachträglich in voller Länge zu sehen oder zwischen mehreren Plätzen zu wechseln.

French Open: Ergebnisse 2019

Die French Open 2019 hielten nur wenige Überraschungen bereit. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

SiegerZweitpaltzierter
HerreneinzelRafael Nadal (ESP)Dominic Thiem (AUT)
DameneinzelAshleigh Barty (AUS)Marketa Vondrousova (CZE)
HerrendoppelKevin Krawietz (GER)/Andreas Mies (GER)Jérémy Chardy (FRA)/Fabrice Martin (FRA)
DamendoppelTimea Babos (HUN)/Kristina Mladenovic (FRA)Duan Yingying (CHN)/Zheng Saisai (CHN)
MixedLatisha Chan (TOE)/Ivan Dodig (CRO)Gabriela Dabrowski (CAN)/Mate Paciv (CRO)

Besonderheiten der French Open 2020

Die French Open 2020 werden als ganz besonderes Turnier in die Geschichte eingehen. Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie musste das normalerweise zweite Turnier des Grand Slam der Saison auf den Herbst hinter die US Open verschoben werden (27. September bis 11. Oktober 2020). Da das Turnier in Wimbledon abgesagt wurde, ist es den Spielern in diesem Jahr nicht möglich, einen potenziellen Grand Slam zu gewinnen, also den Sieg bei den vier großen Turnieren Australian Open, French Open, British Open und US Open.

Wie schon bei den US Open wurde auch bei den French Open der Mixed-Wettbewerb abgesagt. Zudem wurden die Zuschauerzahlen stark begrenzt. Nachdem ursprünglich noch 5.000 Besucher auf das Gelände des Stade Roland Garros gelassen werden sollten, reduzierten die französischen Behörden die Zahl auf 1.000. Dies entspricht der aktuellen Obergrenze für Großveranstaltungen in der Hauptstadt Paris.

French Open 2020: Die Favoriten

Klarer Favorit bei den Herren ist Titelverteidiger Rafael Nadal, der seinen 13. Sieg bei den French Open anpeilt. Als weitere Favoriten werden Novak Djokovic und US-Open-Sieger Dominic Thiem gehandelt. Bei den Damen fehlt Titelverteidigerin Ashleigh Barty aus Australien aufgrund der Corona-Pandemie. Zu den Favoritinnen gehören nun Simona Halep aus Rumänien und Serena Williams aus den USA. Mit ihrem 24. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier könnte die Amerikanerin den Allzeitrekord von Margaret Court (24 Grand-Slam-Einzeltitel) egalisieren.

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