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Acht Stiche nach dem Gold-Triumph: Gina Lückenkemper musste nach EM-Titel ins Krankenhaus

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Großer Abend für die deutsche Leichtathletik: Niklas Kaul und Gina Lückenkemper holen EM-Gold. Für die Sprinterin wurde der Triumph schmerzhaft.

Update vom 17. August, 10.11 Uhr: Gina Lückenkemper gewinnt EM-Gold über 100 Meter - damit haben die wenigsten gerechnet. Auch sie selbst nicht. Da spielt es keine Rolle, dass der Triumph auch mit Schmerzen verbunden war: Nach ihrem fulminanten Schlusssprint kam sie hinter der Ziellinie ins Straucheln, stürzte und zog sich eine Wunde am rechten Oberschenkel zu.

Die Wunde musste noch am gleichen Tag genäht werden. Am späten Dienstagabend ging es für die 25-Jährige also erstmal ins Krankenhaus. „Ich weiß noch nicht genau, woher die Wunde kommt. Ob vom Sturz oder etwas anderem. Aber mir geht es gut! Ich bin überglücklich und kann das noch gar nicht so richtig fassen“, sagte sie um 1.10 Uhr bei ihrer Ankunft im Münchner Teamhotel, wo sie vom Rest der deutschen Mannschaft mit großem Jubel empfangen worden war. Triumph, Jubel und dann acht Stiche - was für ein Abend für Gina Lückenkemper!

European Championships: Gold für Deutschland! Gina Lückenkemper und Niklas Kaul triumphieren

Erstmeldung vom 17. August: München - Die Leichtathletik-Europameisterschaften sind schon nach zwei Wettkampftagen der emotionale Saisonhöhepunkt, zu dem ihn viele deutsche Sportlerinnen und Sportler zuvor erklärt hatten. Rund einen Monat nach dem Stimmungstief bei den Weltmeisterschaften in den USA feiern 40 000 Fans am Dienstagabend im Münchner Olympiastadion eine Party, beflügelt durch die tollen Leistungen der Gastgeber-Auswahl, die zwei Titel und vier Medaillen holt.

Gina Lückenkemper kann ihr Glück kaum fassen: Gold über 10 Meter.
Gina Lückenkemper kann ihr Glück kaum fassen: Gold über 10 Meter. © IMAGO

Sprint-Queen: Schon 2018 im Berliner Olympiastadion beflügelte die tolle Heim-Atmosphäre Gina Lückenkemper, damals sprintete sie über 100 Meter auf Platz zwei. Diesmal krönte sich die 25-Jährige in einer Zentimeter-Entscheidung sogar zur Europameisterin. Dabei war beim Halbfinale der linke Oberschenkel mit einem Tape versehen und die Final-Teilnahme zwischenzeitlich unsicher, wie Lückenkemper berichtete. Dann musste sie nach ihrem Sturz zum Gold im Ziel auch wegen einer blutenden Wunde am Bein genäht werden. „Ich werde noch ein bisschen brauchen, um das alles zu verarbeiten“, sagte Lückenkemper in der ARD vor dem Weg ins Krankenhaus.

Zehnkampf-König: Niklas Kaul hatte am zweiten Tag des Zehnkampfs zwischendurch den Glauben an EM-Gold verloren. Schon beim Hochsprung hatte der Mainzer gedacht, es gebe keine Chance mehr auf den Titel. „Nach dem Mittagsschlaf habe ich mir gesagt: Wenn die Goldchance weg ist, mache ich zumindest für alle Zuschauer eine Show in den letzten beiden Disziplinen“, sagte der 24 Jahre alte Weltmeister von 2019. Mit dem Speerwurf über 76,05 Meter und einem 1500-Meter-Lauf in Bestzeit von 4:10,04 Minuten schaffte Kaul noch den Titelgewinn mit 8545 Punkten. „Es ist der für mich emotional wichtigere Titel“, sagte er im Vergleich zum WM-Triumph.

European Championships: Zwei weitere Medaillen für Deutschland

Diskus-Doppel: Die Olympia-Zweite Kristin Pudenz jubelte nach ihrer persönlichen Bestleistung im Diskuswerfen über Silber, Claudine Vita steuerte mit Bronze eine weitere Medaille für die deutsche Mannschaft bei. „EM-Silber vor so einem Publikum - das bleibt auf jeden Fall ewig im Gedächtnis“, sagte die 29-Jährige, die den Diskus auf 67,87 Meter schleuderte. Nur acht Zentimeter fehlten, um die EM-Titelserie der Kroatin Sandra Perkovic zu stoppen. „Im ersten Moment hat es mich geärgert“, gestand Pudenz. „Aber ich habe Bestleistung geworfen, besser geht es ja eigentlich gar nicht. Klar diese acht Zentimeter - beim nächsten mal halt.“

Die 25-jährige Vita freute sich beim Bronze-Erfolg über die Saisonbestweite von 65,20 Metern. „Eine Medaille war defintiv mein Ziel und ich freue mich, dass es geklappt hat“, sagte die WM-Fünfte von Eugene. „Mit den ganzen Finals war es ein unglaublicher Abend.“ Am Donnerstagabend hat Deutschland im Weitsprung-Finale die nächste Chance auf Gold.

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