Arzt ließ Abraham nicht boxen

Grippe-K.o. kostet ARD 80.000 Euro

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Ein Mann betrachtet am Samstag (04.10.2008) ein Informationsschild an der Jako Arena in Bamberg (Oberfranken). Der für den Abend angesetzte WM-Kampf zwischen Arthur Abraham und Raul Marquez aus den USA musste abgesagt werden.

Bamberg - Viele Box-Fans hatten sich auf den nächsten spektakulären Kampf von Arthur Abraham gefreut.

Am Samstagabend sollte er in Bamberg gegen Pflichtherausforderer Raul Marquez (USA/37) in den Ring steigen und die ARD wollte live übertragen – doch eine Grippe legte den 28-Jährigen flach. Statt Highlights im Ring gab’s die elf Jahre alte Film-Konserve The Game. Und während der Sauerland-Boxstall durch eine Ausfallversicherung von 200 000 Euro Hallenmiete, Flugkosten und Trainingslager bezahlen kann, bleibt die ARD auf ihren Produktionskosten sitzen. Abrahams Grippe-K.o. kostet das Erste rund 80 000 Euro.

„Es tut mir unglaublich leid für meine Fans, aber die Grippe hat mich über Nacht voll erwischt, so dass es leider nicht geht“, sagte der IBF-Weltmeister im Mittelgewicht. „Ich wollte kämpfen, aber in dieser körperlichen Verfassung kann ich nicht in den Ring steigen. Das haben mir die Ärzte verboten.“

Schon beim Wiegen am Freitag (Abraham hatte das Gewicht von 72,574 Kilogramm gebracht) war ihm die Erkrankung anzumerken. Am Samstag war er mit geschwollenen Lymphknoten und Erkältungsbeschwerden aufgewacht. Sofort wurde Abraham zur Untersuchung ins Uniklinikum Erlangen gebracht, wo Ringarzt Walter Wagner und die dortigen Spezialisten einen Grippevirus diagnostizierten und ihm Startverbot erteilten.

Der WM-Fight soll am 8. November nachgeholt werden. Sauerland-Sprecher Heiko Mallwitz: „Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.“

Abraham musste – wie immer – bis zum letzten Moment am Freitag „Gewicht machen“, um das Mittelgewichtslimit von 72,574 Kilo zu bringen. Sauna, Laufen, wenig Essen, das schlaucht einen Körper und macht ihn für Krankheiten angreifbar.

Trainer Ulli Wegner traf die Nachricht wie ein Schlag: „Das ist ganz bitter, Arthur war in Top-Verfassung.“

Demnächst steht für Abraham noch der Kampf vor Justitias Schranken an. Am 14. und 16. Oktober muss er sich auf Rügen vor Gericht gegen den Vorwurf sexueller Belästigung verteidigen. Eine Hotelangestellte aus Usedom hatte sich bei einem Trainingslager im April in einem orientalischen Bad von dem Boxer unsittlich genötigt gefühlt und geklagt. Abraham: „An den Vorwürfen ist absolut nichts dran.“

Quelle: tz

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