Hamilton: Sein silbernes Geheimnis

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Egal ob Lewis Hamilton Weltmeister wird oder nicht: Weibliche Fans wird der Brite wohl immer genug haben...

Rio de Janeiro - Traum oder Trauma? Eins ist schon jetzt klar: Lewis Hamilton bleibt traumhaft cool vor dem wichtigsten Rennen seines Lebens.

Er benimmt sich, als wäre der Große Preis von Brasilien nur ein Rennen unter vielen. Vier Punkte oder einen fünften Platz braucht der 23-Jährige am Sonntag in São Paulo – dann ist er der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten und wird seinen Erzrivalen Fernando Alonso abgelöst haben, der 2005 mit 24 Jahren den ersten seiner zwei Titel holte.

Aber was macht Hamilton so locker? Er, weiß, dass er ein Ass im Ärmel hat, das Felipe Massa um die letzten Chancen bringen kann. Sein Team hat den Silberpfeil fürs Finale noch mal richtig scharf gemacht. Das Highlight: Hamilton bekommt einen neuen Heckflügel, der speziell für die Rumpelpiste in Interlagos konstruiert wurde. Vor dem Abflug nach São Paulo hat Hamilton die Flossenvariante immer wieder im Simulator getestet – und für gut befunden. McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh erklärt vielsagend: „Es stimmt. Wir haben aerodynamische Updates in der Pipeline…“

Was Hamilton allerdings Respekt abringt: Dass das letzte Rennen in Brasilien stattfindet. Die Formel-1-begeisterten Brasilianer warten sehnsüchtig auf einen Nachfolger des legendären Ayrton Senna, der das letzte Mal 1991 den Titel nach Brasilien holte. Mit Massa ist die Chance jetzt groß, dass das gebeutelte Land wieder feiern kann. Die Emotionen der Brasilianer sind kaum zu kalkulieren. Für das Rennen und für Hamilton gilt deshalb höchste Sicherheitsstufe. Gepanzerte Limousinen für Piloten wie Hamilton sind deshalb Standard. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei in São Paulo sich im Moment gegenseitig bekämpft, statt Randalierer ausfindig zu machen. Um 15 Prozent mehr Gehalt zu bekommen, streikt die Zivilpolizei schon seit vier Wochen – und bei Demonstrationen wurden sie deshalb schon mehrfach von Eliteeinheiten der Militärpolizei mit Gummigeschossen und Tränengas attackiert.

Doch Hamilton ist clever. Um die Brasilianer nicht ganz gegen sich zu haben, schickt er ihnen eine verbale Botschaft: „Als kleiner Junge habe ich Ayrton sehr verehrt – er ist noch immer mein großer Held. Auf seiner Heimstrecke zu fahren, ist etwas ganz Besonderes.“ Das soll die Gemüter kühlen.

Letzter Schachzug von Hamilton: Er versammelt die gesamte Familie samt Freundin Nicole Scherzinger um sich. Allerdings: Zu Hause wohnen, das kann in São Paulo nur einer: Felipe Massa…

Ralf Bach

Quelle: tz

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