DHB-Kapitän Gensheimer im tz-Interview

Gensheimer: "Wir überraschen sie auch heute"

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Uwe Gensheimer.

Warschau - Der verletzte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer spricht in der tz über das heutige Duell gegen Dänemark (18.15 Uhr, ARD).

Herr Gensheimer, nach Ihrer Verletzung und dem Aus Ihres Vertreters Steffen Weinhold – lebt Torhüter Carsten Lichtlein (bisher Vizekapitän, Anm. d. Red.) jetzt gefährlich?

Gensheimer: Ich bin nicht abergläubisch, ich glaube, er muss sich keine Sorgen machen. Zumal er im Tor eine andere Rolle hat als die Feldspieler. Wobei, ganz ungefährlich ist es zwischen den Pfosten ja auch nicht…

Bundestrainer Dagur Sigurdsson sagt, der DHB tritt jetzt mit einem B-Team an, stimmt das?

Gensheimer: Wenn man alle sieben Verletzten nimmt, dann vielleicht, aber die Situation bleibt unverändert. Was willst du auch anderes machen? Die Jungs müssen das Beste daraus machen und mit allem, was sie haben, in das Spiel gehen.

Was bedeutet es, wenn der etatmäßige linke und rechte Rückraumspieler ausfällt?

Gensheimer: Dass andere Spieler mehr Einssatzzeiten bekommen und in die Bresche springen müssen. Die Spielzüge haben alle drauf, auch Julius und Kai, optimal können sie aber nicht eingespielt sein. Handball lebt viel von Automatismen, in der Defensive kann man durch viel Beinarbeit einiges wettmachen, in der Offensive wird es schwieriger, alles spielerisch zu lösen.

Kann man Dänemark mit drei Toren schlagen?

Gensheimer: Es ist sehr, sehr schwer, das wäre es auch ohne die Ausfälle, aber es ist möglich, und ich traue es der Mannschaft zu. Bei der WM in Katar haben wir ihnen beim 30:30-Unentschieden einen Punkt abgeknöpft. Die Dänen spielen auch nicht gerne gegen uns, wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und immer mehr Selbstvertrauen und den Respekt der Gegner gewonnen.

Was war bei der WM der Schlüssel zum Erfolg?

Gensheimer: Wir haben sie mit einer offensiven 4-2-Deckung überrascht, ich bin mir sicher, Dagur lässt sich auch heute etwas einfallen.

Das Team löst einen Handball-Boom aus, zuletzt sahen sechs Millionen zu.

Gensheimer: Wir spielen mit Leidenschaft und Emotion, das macht unsere Mannschaft aus. In der Schlussphase bleibt sicher kein Zuschauer auf der Couch sitzen. Es ist wichtig, dass sich die Fans mit uns identifizieren können.

Auch weil die öffentlich-rechtliche Übertragung der WM 2017 noch unsicher ist?

Gensheimer: Der Rechtehalter BeInSports konnte mit ARD und ZDF bislang keine Einigung erzielen, aber für uns wäre es sehr wichtig, dass wir uns im Öffentlich-Rechtlichen präsentieren können. Sechs Millionen Zuschauer erreichst du nur bei einem Großereignis. Ich hoffe, dass es da noch einen Konsens geben wird. Unser Team ist sehr jung, wir sind zukunftsorientiert und haben noch einiges vor.

Von der Zukunft zur ­Aktualität, Ihr Tipp heute?

Gensheimer: Wir brauchen drei Tore mehr, also tippe ich auf ein 30:27.

Handball-EM 2016: So sehen Sie Deutschland gegen Dänemark live im TV und Live-Stream

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