Deutschland im EM-Halbfinale

Handball-TV-Kritik: "Bei uns ist alles feucht"

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Delling mit Sigurdsson und dem ­edlen Bierspender Kretzschmar.

München - Deutschland im Halbfinale der Handball-EM! Und alle drehen durch. Besonders die Kommentatoren der ARD. Unsere TV-Kritik vom Wintermärchen in Polen.

Update: Am 29. Januar spielen die deutschen Handballer bei der EM 2016 in Polen im Halbfinale. Wir begleiten das Spiel Norwegen gegen Deutschland im Live-Ticker.

Dänen haben wir’s gezeigt! Große Handballparty gestern Abend im Ersten, mit dem guten alten Gerhard Delling. Als neben ihm Netzer ins Bild kam, wunderten sich viele: Was hat Günter für einen großen schwarzen Knopf im Ohrwaschl? Bekommt er darüber Informationen eingeflüstert? Und warum hat er sich Notizen auf den Arm gepinselt? Relativ schnell wurde aber klar: War gar nicht Netzer, sondern Stefan Kretzschmar, fesch gepiercte und tätowierte Handball-Legende, und überdies ein großartiger Erklärer seiner Sportart.

Das war auch bitter nötig, denn so ganz war Sportfreund Delle nicht im Stoff. Was passiert bei Unentschieden und Niederlage? Keene Ahnung. Woher soll ich das denn wissen? „Ach nee, das wäre bei Unentschieden so“, eierte Delling durch die Vorberichterstattung. Beinahe hätte er seinen alten Spezi Waldi als Telefonjoker angerufen – doch zum Äußersten kam es dann doch nicht. Über den Ausfall von Steffen Weinhold und Christian Dissinger wusste Delle exklusiv: Zwei verletzte Spieler, „das ist dann doch vielleicht wieder ein Vorteil“. Waldi, bitte hilf!

Gottlob behielt Franzis Ex die Übersicht, und erklärte im Ostberlin-Slang sehr plastisch, wat Sache ist: „Die Dänen sind stark, deswegen is et schwierig.“ Und: „Unsere Jungs machen sich überhaupt keine Platte.“ Die deutsche Verletzungsmisere betrachtete Kretzsche entspannt: „Es gab immer wieder neue Spieler, die hervorgeragt sind.“ Er und Delle gehen recht süß miteinander um, man duzt sich sogar, was es mit Netzer in 42 gemeinsamen ARD-Jahren nie gegeben hat. In der Halbzeitpause diskutierte man ausgiebig, wer von den beiden vor lauter Spannung feuchter geworden ist. Schwitze-Delling: „Bei uns ist irgendwie alles feucht hier.“ Duzi, Duzi, alles andere als ein trockenes Paar.

Am Feuchtgebiete-Mikrofon ragte, Nomen est omen, Kommentator Florian Naß hervor – als exzellenter Handballfachmann und erfahrener Ausflipper. „Wir spüren alle, hier geht was“, spürte er bereits am Anfang. Und tatsächlich: „Fäth!!! Der ist sooo gut im Spiel“, jubilierte er. Oder auch, bei Kühns 22:23: „Das ist karoeinfach! Vier Mann, Ball hin, drauf!“ Der Ausflip-Flo riss mit beim deutschen Halbfinaleinzug, als Hervorrag-Kommentator in einer Hervorrag-Sportübertragung.

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