Handball-WM: Ab jetzt geht's um die Currywurst

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Heiner Brand hofft auf den Titel.

Zagreb - Ernährungs-Apostel jetzt bitte wegschauen! Nicht weiterlesen! Handballer sind Fastfood-Fans.

Während der großen Turniere gehen die Nationalspieler gern mal zusammen Burger essen. Die Kalorien bringen sie dann schon wieder runter – ihr Sport ist ja anstrengend genug… Und Bundestrainer Heiner Brand fiebert am Rand dermaßen mit, dass er pro Spiel sicher auch ein halbes Kilo verliert… So gesehen ist die Prämie, die ihm jetzt in Aussicht gestellt wurde, durchaus verlockend. Nämlich: Brand bekommt lebenslang umsonst Currywurst, wenn seine Mannschaft jetzt in Kroatien Weltmeister wird. Jeden Monat ein Kilo frei Haus. Das hat ihm ein Fleisch-Unternehmer aus seiner Heimatstadt Gummersbach versprochen.

Es geht also um die Currywurst – und zwar ab sofort. Am Samstag (17.30 Uhr live bei RTL) ist WM-Start. Es geht gegen Russland. Problem: Bis Freitag Abend war nicht klar, wie die deutsche Mannschaft genau aussehen wird. Denn: Spielmacher Michael Kraus hat eine Wadenverletzung. Brand: „Ob er überhaupt auf den Meldezettel kommt, hängt davon ab, wann er einsatzfähig sein kann. Da warten wir mal bis Samstagfrüh ab…“

Sicher ist aber auf alle Fälle: Die Gegner haben Angst vor uns! Abwehr-Chef Oliver Roggisch (30) sagt: „Jeder weiß, dass es schwer ist, gegen Deutschland zu gewinnen. Die Mannschaften haben Respekt vor uns.“ Und Roggisch selber ist einer der Hauptgründe dafür… Keine Zauberpässe oder -würfe – aber dafür Power, aggressives Spiel. Und, ganz wichtig: Routine! Roggisch: „Natürlich versuche ich als erfahrener Spieler, den jungen Leuten Tipps zu geben. Diese Tipps werden gern angenommen, auch wenn mein Einfluss als reiner Abwehrspieler begrenzt ist.“

Der Bundestrainer weiß, was er an seinem Abwehr-Koloss hat. Brand sagt über den Gewinn des WM-Titels vor zwei Jahren: „Ohne Oliver wäre das nicht möglich gewesen.“

Kein Wunder, dass die Erwartungen an Roggisch jetzt wieder hoch sind. Praktisch als Wurst-Garant.

Unsere jungen Wilden! - Frank von Behren über das Team

Um 17.30 Uhr (live auf RTL) geht es zum Auftakt in Vorrunden-Gruppe C gegen Russland. Rein in den WM-Stress, ab ins Unternehmen Titelverteidigung – und das ohne die alten Recken. Die Eckpfeiler vom WM-Titel 2007, dem Wintermärchen von Köln, fehlen. Ohne Torhüter Henning Fritz, Rechtsaußen Florian Kehrmann und Spielmacher Markus Baur (jetzt RTL-Experte) soll der Erfolg her. In der tz erklärt Ex-Nationalspieler Frank von Behren die jungen Wilden, die in die Bresche springen:

Torwart: Silvio Heinevetter (22 Jahre, SC Magdeburg). Ab Sommer spielte er für die Füchse Berlin, erhält dort einen Megavertrag (rund 20 000 Euro Monatsgehalt). Von Behren: „Das ist im positiven Sinne mal wieder ein richtig kranker Keeper. Der rennt auch mal über den halben Platz, um den Kollegen am Ohr zu ziehen. Im Kasten macht er völlig unorthodoxe Bewegungen. Außerdem hat er nie Angst, selbst wenn es um viel geht. Er wird die künftige Nummer eins.“

Spielmacher: Martin Strobel (22, TBV Lemgo). „Wo Mimi Kraus die ersten Spiele ausfallen wird, lastet gleich eine große Verantwortung auf ihm. Martin ist ein ruhiger Typ, kein Draufgänger, der selten alleine den Wurf sucht. Die Frage ist, ob er schon in der absoluten Weltspitze mithalten kann. Das wird spannend“, sagt von Behren.

Rechtsaußen: Christian Sprenger (25, SC Magdeburg). Experte Frank von Behren ist begeistert: „Der dreht nach jedem Tor völlig durch, egal ob es das 1:0 ist oder das 25:24. So einen positiven Typen braucht jede Mannschaft. Und Christian ist absolut heiß und ehrgeizig, zudem pfeilschnell und sehr Wurfsicher. Er beherrscht alle Varianten vor dem gegnerischen Tor.“

Uwe Bödeker, Alexander Haubrichs

Quelle: tz

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