DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern

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Handballer beenden WM auf Platz elf

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Im letzten Spiel der WM waren die deutschen Handballer - hier Michael Haass - wieder obenauf.

Kristianstad - Die deutschen Handballer haben die so enttäuschend verlaufene Weltmeisterschaft in Schweden mit einem Zittersieg gegen Argentinien beendet. Das bedeutete am Ende Rang elf.

Mit einer indiskutablen Vorstellung haben die deutschen Handballer ihre Alptraum-WM in Schweden auf Platz elf beendet und sich erneut bis auf die Knochen blamiert. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand zitterte sich gegen Panamerikameister Argentinien in der Platzierungspartie nach zweimaliger Verlängerung zu einem 40:35 (27:27/13:12). Es war der nicht für möglich gehaltene Tiefunkt einer peinlichen WM.

Der fünfte Erfolg im neunten Turnierspiel konnte das schwächste Abschneiden der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der 73-jährigen WM-Geschichte nicht mehr verhindern. „Hauptsache gewonnen. Wir wussten, dass es gegen Atgentinien schwer werden würde, denn wir wollten bei der WM eigentlich um mehr spielen. Wir haben aber derzeit nicht die Qualität, um ganz oben dabei zu sein“, sagte Keeper Johannes Bitter.

Vor 1000 Zuschauern in Kristianstad waren Holger Glandorf (9 Tore/TBV Lemgo) und Uwe Gensheimer (9/2/Rhein-Neckar Löwen) die erfolgreichsten Werfer der enttäuschenden Brand-Sieben, die durch die 25:35-Pleite zwei Tage zuvor gegen Norwegen ihre Teilnahme an den Qualifikationsturnieren für Olympia 2012 in London verspielt hatte. Mindestens WM-Platz sieben wäre nötig gewesen, um die Chance auf die Sommerspiele im nächsten Jahr zu wahren.

Wie bereits im gesamten WM-Verlauf zeigten die Deutschen auch gegen Argentinien große Schwächen in Angriff und Abwehr. Brand gab erstmals Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, Kreisläufer Jacob Heinl und Rechtsaußen Patrick Groetzki von Beginn an eine Bewährungschance.

Auch nach dem Wechsel ließ das müde wirkende DHB-Team, das zwei Siebenmeter vergab, die Konsequenz in der Deckung vermissen und kassierte sogar in Überzahl ein Gegentor durch einen Kempa-Trick. Zudem handelte sie sich gegen den WM-18. von 2009 etliche Zeitstrafen ein. Trotz des 24:21 (54.) kassierte die Brand-Sieben, die Michael Haaß und Oliver Roggisch durch Rote Karte verloren, drei Sekunden vor dem Ablauf der regulären Spielzeit den Ausgleich.

Eine komplette Schmach konnte erst im Schlussspurt der zweiten Verlängerung abgewendet werden. Nach zwei Wochen mit reichlich Pleiten, Pech und Pannen wird der DHB-Tross Schweden am Freitagfrüh um 4.30 Uhr per Bus verlassen. Viel Zeit, um Abstand zu gewinnen, bleibt aber nicht. Bereits am 5. Februar steht in Leipzig das Allstar-Spiel gegen eine Bundesliga-Auswahl an. Ob Brand bis dahin schon über seine Zukunft entschieden haben wird, ist fraglich.

Der 58-Jährige, der die Nationalmannschaft seit 1997 betreut und noch einen Vetrag bis 2013 besitzt, will sich erst nach einem Gespräch mit dem DHB-Präsidium äußern. „Nach meiner Rückkehr werde ich zuerst mit meiner Frau und Freunden sprechen“, sagte Brand. Rückendeckung erhielt er am Donnerstag unter anderem von DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier: „Heiner Brand ist unser Frontmann. Der deutsche Handball braucht ihn.“

Die Bundesliga nimmt nach der sechswöchigen WM-Pause am 8. Februar ihren Spielbetrieb wieder auf. Harsche Kritik mussten sich die deutschen Nationalspieler vor dem Abschied aus Kristianstad von Experten aus dem In- und Ausland anhören. „Den Spielern reicht es schon, der Bekannteste im Land zu sein. Der Beste wollen sie gar nicht werden“, meinte tschechische Welthandballer Filip Jicha vom deutschen Rekordmeister THW Kiel und kritisierte die mangelnde Einstellung einzelner Akteure.

Der weltbeste Torhüter Thierry Omeyer hat eine Schwäche im System ausgemacht. „Bei uns in Frankreich ist es nicht so wichtig, im Nachwuchsbereich Titel zu gewinnen. Uns ist es wichtiger, dass die Spieler körperlich stark sind“, sagte der Olympiasieger, Welt- und Europameister aus Kiel. Der ehemalige schwedische Welt- und Europameister Johan Petterson bemängelte unter anderem den Teamgeist der DHB-Auswahl. „Es stand keine Einheit auf dem Feld. Das konnte man von außen sehen. Man muss sich untereinander helfen, sonst geht es nicht“, sagte der Ex-Kieler.

sid

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