Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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DHB-Vize bremst Euphorie

Hanning: "Wir sind erst am Anfang"

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Vizepräsident Bob Hanning (l.) im Gespräch mit DHB-Präsident Bernhard Bauer.

München - Vier Spiele, drei Siege, ein Unentschieden. So stark hat die deutsche Handballnationalmannschaft, der durch einen Sieg am Samstag (17.00 Uhr/Sky) gegen Saudi-Arabien der Sieg in Gruppe D winkt, niemand erwartet. Doch Bob Hanning bremst die Euphorie.

Nicht mal DHB-Vizepräsident Bob Hanning. „Ich bin positiv überrascht, das Zwischenergebnis macht sehr froh. Aber wir sind erst am Anfang unseres Weges“, sagt Hanning der tz. Der 46-Jährige ist ein streitbarer und oft auch unangenehmer Handballvisionär. Vor zwei Jahren wurde auf seine Initiative hin das Umfeld der Nationalmannschaft neu aufgestellt und mitunter personell gekürzt. „Ich weiß, dass ich mir damit keine Freunde gemacht habe“, sagt Hanning, „aber manchmal werden gewisse Dinge erst später als richtig erkannt.“

Während sich die Mannschaft am freien Freitagnachmittag auf einer Jeep-Safari vor den Toren Dohas vergnügte, flog Hanning nach Deutschland, zum Achtelfinale kehrt er zurück. „Die Jungs haben vier Spiele richtig ackern müssen, nun sollen sie Kraft tanken“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Der Isländer kündigte zudem an, seiner zweiten Reihe gegen die Saudis vermehrt Einsatzzeiten zu geben. Hanning lobte den Coach, mit dem er seit sieben Jahren bei den Füchsen Berlin zusammenarbeitet. Für den „Halt“, den er der Mannschaft gibt. Patrick ­Groetzki wagte einen kleinen Blick aufs Achtelfinale: „Wir wollen möglichst gegen den Vierten spielen.“ Aktuell wäre das Island oder Ägypten.

Dass Deutschland nur dank einer Wild Card mitspielt, ist fast vergessen. „Es hat keiner mit uns gerechnet. Wir waren die Loser, jetzt haben wir es allen bewiesen“, sagte Kreisläufer Patrick Wiencek mit einem Schuss Genugtuung in der Stimme. Bob Hanning hat dazu seine eigene Meinung: „Für mich sind wir nicht durch eine Wildcard ins Turnier gekommen, sondern weil wir der erste Nachrücker waren. Aber ich bin froh, dass wir den sportlichen Beweis erbracht haben, dass wir hierher gehören.“ Die Spieler der grundlos ausgeschlossenen australischen Mannschaft dürften das anders sehen.

Die weiteren Turnieraussichten sind prächtig, sogar das Halbfinale und eine Medaille sind plötzlich möglich. Argentinien-Matchwinner Carsten Lichtlein zieht Parallelen zur WM 2007: „Wenn wir weiter gewinnen, wird die Euphorie immer größer, das haben wir auch 2007 gemerkt. Zum Schluss war das dann ein Hype.“ Vizepräsident Hanning drückt etwas auf die Euphoriebremse: „Gerade ist das Momentum auf unserer Seite, aber es wird nicht immer alles glänzen. Von zehn Spielen gegen Polen gewinnen wir realistisch fünf, das Ziel ist, irgendwann sieben zu gewinnen.“ Das nächste Spiel bei der WM gegen Polen könnte frühestens im Halbfinale warten.

Mathias Müller

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